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Inselguide · Region
Die Inselmitte
Die Inselmitte ist der Teil Mallorcas ohne Küste: die Ackerebene Es Pla und der Raiguer am landseitigen Fuß der Tramuntana. Hier stehen die Marktorte, die Weindörfer und die Werkstattstädte der Insel — Orte, die vom Tourismus wenig und von ihren Einwohnern viel haben. Dieses Kapitel ordnet sie ein, mit dem Unangenehmen dazu.
Die Inselmitte kommt ohne Meer aus, und sie besteht aus zwei Landschaften, die meist in einen Topf geworfen werden. Es Pla ist die weite Ebene mit Mandeln, Johannisbrot, Getreide und Reben, aus der nur einzelne Kuppen wie der Puig de Randa oder der Puig de Bonany herausragen; verwaltungsmäßig fassen sich vierzehn Gemeinden in der Mancomunitat Pla de Mallorca zusammen — Algaida, Ariany, Costitx, Lloret, Llubí, Maria de la Salut, Montuïri, Petra, Porreres, Sant Joan, Santa Eugènia, Sencelles, Sineu und Vilafranca. Der Raiguer ist der schmale Streifen am Fuß der Tramuntana, entlang dem alten Königsweg Palma–Inca–Alcúdia, auf dem heute die Autobahn Ma-13 und die Bahnlinie liegen. Die Dörfer sind aus Marès gebaut, dem gelben Sandstein der Insel, und sitzen auf kleinen Erhebungen, sodass man die Kirchtürme von weit her sieht.
Wirtschaftlich ist das Wein- und Werkstattland. Die DO Binissalem im Raiguer wurde 1990 anerkannt, als erste Herkunftsbezeichnung Mallorcas; balearenweit war nur der Käse Mahón-Menorca früher dran. Zu ihr gehören fünf Gemeinden: Binissalem, Consell, Santa Maria del Camí, Santa Eugènia und Sencelles. Die DO Pla i Llevant kam 1999 dazu und deckt Gemeinden der Ebene und des Ostens ab, darunter Petra, Sineu, Montuïri, Algaida, Porreres und Llucmajor. In Inca standen Gerbereien und Schuhfabriken, in Llucmajor ebenfalls; beides sind bis heute Städte, in denen gearbeitet wird, und keine Ferienorte.
Die Orte hängen an zwei Achsen. Die Ma-13 mit der Bahnlinie fädelt den Raiguer auf — Santa Maria del Camí, Consell, Binissalem, Lloseta, Inca —, ein fast durchgehendes Siedlungsband, in dem man nie weit von Autobahn oder Gleis wohnt. Die Ma-15 zieht durch die Ebene nach Manacor, mit Abzweigen zu Dörfern, die einzeln in der Fläche liegen und jedes seinen eigenen Markttag haben. Llucmajor steht in diesem Kapitel als Grenzfall: Es gehört zur Comarca Migjorn, nicht zu Es Pla und nicht zum Raiguer, und ist auch nicht Mitglied der Mancomunitat — funktioniert aber als Markt- und Versorgungsstadt für den Süden der Ebene und zählt zur DO Pla i Llevant.
Unterwegs ist hier vor allem, wer hier wohnt. Die Läden bedienen Einwohner, die Wochenmärkte sind älter als der Tourismus, und die Öffnungszeiten richten sich nach Schule und Feierabend, nicht nach Hotelbussen. Im Sommer ist es in der Ebene heißer und windstiller als an der Küste, im August spürbar; dafür macht der Winter hier weniger zu als am Meer, und der Festkalender ist zwischen Sant Antoni im Januar, der Mandelblüte ab Ende Januar und dem Dijous Bo im November dichter besetzt als der Sommer. Was im Winter fehlt, sind die Agroturismos und Landrestaurants außerhalb der Dörfer — die schließen.
- Für wen
- Für Leute, die mehrere Monate oder das ganze Jahr hier sind: Sie wohnen in einem Ort mit Schule, Arzt, Apotheke und Vereinsleben, Palma und Flughafen liegen in etwa einer halben Stunde, ans Wasser sind es je nach Küste 20 bis 40 Minuten, Meerblick gibt es nicht. Nicht geeignet für reine Augustgäste — die Ebene staut die Hitze, Wind gibt es kaum — und nicht für Leute, die anonym bleiben wollen; im Dorf kennt man einander.
- Anreise
- Zwei Achsen ab Palma: die Ma-13 mit der Bahnlinie in den Raiguer (Santa Maria del Camí, Consell, Binissalem, Lloseta, Inca) und die Ma-15 in die Ebene (Algaida, Montuïri, Vilafranca), mit Abzweigen nach Randa, Sineu und Petra. Rechnen Sie ab Flughafen mit gut einer halben Stunde in den Raiguer und etwas mehr in die Ebene — die letzten Kilometer von der Ausfahrt ins Dorf sind einspurig, mit Mauern links und rechts, und kosten oft so viel Zeit wie die Autobahn davor. Zum Flughafen selbst fährt kein Zug.
- Im Winter
- Die Inselmitte macht im Winter deutlich weniger zu als die Küste, weil Bars, Bäckereien und Läden von Einwohnern leben: Die Wochenmärkte laufen ganzjährig, und zwischen Sant Antoni mit Feuern und Dimonis im Januar, der Mandelblüte ab Ende Januar und dem Dijous Bo in Inca im November ist mehr los als im Hochsommer. Was zumacht, sind viele Agroturismos und Landrestaurants außerhalb der Dörfer; dazu fällt der Regen im Herbst und Winter — wer in dieser Zeit besichtigt, erfährt über ein Marès-Haus mehr als im Juli.

Orte im Die Inselmitte
Inca
StadtDie Arbeitsstadt der Inselmitte: Leder, Donnerstagsmarkt, Bahnknoten.
Rund 36.000 Einwohner (Stand 2025) auf 118 Metern, gut 30 Kilometer von Palma und damit die größte Stadt der Inselmitte. Inca lebte vom 17. bis ins 19. Jahrhundert vom Wein, bis die Reblaus die Reben nahm; danach von Gerberei, Leder und Schuhen. Camper und Lottusse sitzen hier, dazu ein Gürtel von Fabrikverkäufen am Stadtrand.
Die Altstadt ist klein, drumherum liegen Wohnblocks und Gewerbe. Wer eine geschlossene Altstadtkulisse sucht, findet sie hier nicht. Geblieben sind die Cellers, alte Weinkeller ein paar Stufen unter Straßenniveau, in denen heute mallorquinisch gekocht wird: Can Amer, Can Ripoll (Keller seit 1768, Restaurant seit 1945), Sa Travessa.
Der Bahnhof besteht seit 1875 und ist der Knoten des Netzes — hier teilt sich die Strecke nach Sa Pobla und nach Manacor. Für die Dörfer ringsum ist Inca die Adresse für alles, was das eigene Dorf nicht hat: Behörden, Fachgeschäfte, Werkstätten, Ärzte.
- Bekannt für
- Leder und Schuhe, der Donnerstagsmarkt, die Cellers und der Dijous Bo im November.
- Gut zu wissen
- Donnerstagvormittags füllt der Straßenmarkt die Innenstadt; stellen Sie das Auto am Rand ab und laufen Sie, im Zentrum steht dann nichts mehr frei, und gegen Mittag wird abgebaut. Im November kommt der Dijous Bo dazu, die große Jahresmesse der Insel — der Termin wechselt und wird vom Rathaus bekanntgegeben. Wer an diesen Tagen nur einkaufen will, fährt woanders hin.
Binissalem
DorfWeinort mit Sandstein-Herrenhäusern, rund 22 Kilometer vor Palma.
9.350 Einwohner (Stand 2025) auf 136 Metern. 1990 wurde Binissalem als erstes Gebiet Mallorcas eine eigene Herkunftsbezeichnung zuerkannt; auf den Balearen insgesamt war nur der Käse Mahón-Menorca früher dran. Zur DO Binissalem gehören fünf Gemeinden: Binissalem selbst, Consell, Santa Maria del Camí, Santa Eugènia und Sencelles. Angebaut werden vor allem einheimische Sorten wie Manto Negro, Callet, Gargollassa und Giró Ros, geschützt durch die Tramuntana, die den Nordwind abhält.
Im Ortskern stehen Herrenhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts aus goldgelbem Marès, viele mit eigenen Oliven- oder Rebflächen; Wahrzeichen ist der Glockenturm von Nostra Senyora de Robines. Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie Söhne des Salim.
Im September läuft die Festa des Vermar, das Weinlesefest, mit Umzügen, Konzerten und der Traubenschlacht. Den Rest des Jahres ist Binissalem ein Ort, in dem Bodegas, Werkstätten und Pendler nach Palma nebeneinander bestehen.
- Bekannt für
- Die DO Binissalem mit ihren Bodegas, die Festa des Vermar und die Marès-Herrenhäuser im Ortskern.
- Gut zu wissen
- Die Festa des Vermar zieht sich über weite Teile des Septembers, die Traubenschlacht ist nur ein einzelner Termin darin — wer sie sehen will, prüft das Programm der Gemeinde, statt einfach im September zu kommen. Und: Autobahn Ma-13 und Bahnlinie laufen dicht am Ort vorbei. Je nach Straße hört man beides, bei der Wohnungssuche ist das ein Kriterium.
Consell
DorfKleiner Raiguer-Ort zwischen Santa Maria und Binissalem, an dem sonntags der größte Flohmarkt der Insel hängt.
Consell ist eines der kleinsten Dörfer des Raiguer und eine der fünf Gemeinden der DO Binissalem. Es liegt zwischen Santa Maria del Camí und Binissalem, hat einen Halt an der Bahnlinie Palma–Inca und ansonsten wenig, was man besichtigen müsste: ein paar Gassen aus Marès, die Pfarrkirche, Bodegas und Rebflächen im Umland.
Bekannt ist der Ort für den Trödelmarkt am Sonntagvormittag auf dem Gelände am Ortsrand — der größte der Insel und eine Mischung aus Haushaltsauflösung, Werkzeug, Möbeln und Ramsch. Wer ein Dorfhaus einrichtet, wird hier eher fündig als in den Läden von Palma.
Für Käufer ist Consell die stillere Adresse zwischen zwei bekannteren: dieselbe Autobahnauffahrt, derselbe Bahnhalt, weniger Betrieb — dafür weniger Auswahl bei Ärzten, Schulen, Läden und Gastronomie als in Binissalem oder Santa Maria. Wer im Ort alles zu Fuß erreichen will, sollte das vor der Besichtigung einmal selbst ablaufen.
- Bekannt für
- Der Sonntagsflohmarkt und die Zugehörigkeit zur DO Binissalem.
- Gut zu wissen
- Der Flohmarkt verstopft sonntags vormittags die Zufahrten; wer nur durch will, nimmt an diesem Vormittag die Ma-13 statt der Ortsdurchfahrt. Am frühen Nachmittag ist er vorbei, die genauen Zeiten wechseln und stehen bei der Gemeinde. Das Gelände ist unbefestigt, nach Regen entsprechend matschig.
Santa Maria del Camí
DorfDer Ort am alten Königsweg, mit Sonntagsmarkt und eigenem Bahnhalt nach Palma.
7.744 Einwohner (Stand 2025), rund 17 Kilometer von Palma und damit der Ort dieses Kapitels, der am dichtesten an der Stadt liegt. Der Name kommt vom Camí Reial, der alten Verbindung Palma–Inca–Alcúdia. Die Rolle als Durchgangsort ist geblieben, samt Verkehr auf der Ortsdurchfahrt.
Sonntagvormittags füllt der Markt die Plaça de la Vila und die angrenzenden Gassen, mit einer eigenen Abteilung für Bio-Erzeuger. Im Gemeindegebiet liegen mehrere Bodegas der DO Binissalem; daneben wird hier noch das mallorquinische Flammenmuster-Gewebe roba de llengües hergestellt. Das Convent dels Mínims beherbergt ein Museum mit vorgeschichtlichen Funden und mallorquinischem Hausrat des 18. und 19. Jahrhunderts.
Die Nähe zur Stadt hat den Ort verändert: Santa Maria ist eine der Adressen im Raiguer, in die Familien aus Palma gezogen sind. Am Sonntagmorgen steht auf dem Markt zwischen Dorfpublikum viel Zugezogenes und viel Tagesbesuch — wer die Woche über hier ist, erlebt einen deutlich ruhigeren Ort.
- Bekannt für
- Sonntagsmarkt, Bodegas der DO Binissalem, Bahnhalt nach Palma und die roba de llengües.
- Gut zu wissen
- Sonntags parkt halb Palma hier; wer nach zehn ankommt, stellt das Auto weit außerhalb ab und läuft. Praktischer ist der Zug, der tagsüber dicht getaktet ist — am Wochenende dünner, deshalb vorher in den Fahrplan sehen. Zum Flughafen kommt man von hier nur mit dem Auto oder über Palma mit dem Bus.
Alaró
DorfDorf am Fuß der Tramuntana, über dem auf einem Felsklotz die Burgruine steht.
6.121 Einwohner (Stand 2025), keine großen Hotelanlagen, dafür ein Ortskern, in den in den letzten Jahren spürbar Ausländer und Städter gezogen sind — man sieht es an den Bars und Restaurants um die Plaça de la Vila und hört es an der Sprache an den Nebentischen.
Über dem Ort liegt das Castell d'Alaró auf einem Felsklotz; 1285 spielte es in den Kämpfen um Mallorca eine Rolle, heute ist es Wanderziel mit Herberge und Kapelle oben. Bis Ende der 1980er Jahre wurde in der Gemeinde über hundert Jahre lang Kohle abgebaut; im Ortsbild ist davon wenig geblieben.
Samstagvormittags ist Markt auf der Plaça, am ersten Samstag im Monat zusätzlich ein Flohmarkt. Wer wandert oder Rad fährt, hat die Serra direkt vor der Haustür — das ist der Grund, aus dem viele herziehen, und zugleich der Grund, warum an schönen Wochenenden der halbe Ort zugeparkt ist.
- Bekannt für
- Das Castell d'Alaró, das Wandern in der Tramuntana und der Samstagsmarkt.
- Gut zu wissen
- Die Straße hinauf zum Restaurant Es Verger ist asphaltiert, auf den letzten Kilometern aber so schmal, dass bei Gegenverkehr einer rückwärts fahren muss. Wer sich das nicht antun will, parkt unterhalb und geht; vom Parkplatz zur Burg rechnen Sie mit gut einer Stunde pro Richtung.
Sineu
DorfDer geografische Mittelpunkt der Insel, mittwochs Marktplatz für die halbe Ebene.
4.537 Einwohner (Stand 2025) auf 142 Metern, und tatsächlich ungefähr die Mitte Mallorcas. Jaume II. hatte hier im Mittelalter eine Residenz; der Palast dient heute als Kloster, das Rathaus sitzt in einem früheren Franziskanerkonvent, vor der Pfarrkirche steht der geflügelte Löwe des Evangelisten Markus.
Der Markt läuft seit 1306, mittwochs über die Plätze Es Fossar, Es Mercadal und Plaça d'Espanya — und er ist der einzige auf der Insel, auf dem noch regelmäßig Nutztiere gehandelt werden. An den übrigen sechs Tagen ist Sineu ein sehr stilles Dorf. Das ist Vorzug und Nachteil zugleich: Wer hier kaufen will, sollte einmal an einem Dienstag im Februar durch den Ort gegangen sein, nicht nur an einem Mittwoch im Mai.
Sineu hat einen Bahnhalt an der Strecke Inca–Manacor. Mit Umstieg in Inca ist das eine der wenigen brauchbaren Verbindungen nach Palma ohne Auto, die es in der Ebene überhaupt gibt.
- Bekannt für
- Der Mittwochsmarkt seit 1306 und der letzte regelmäßige Viehmarkt der Insel.
- Gut zu wissen
- Vor zehn Uhr da sein: Danach rollen die Reisebusse an, und die Wiese am südlichen Ortseingang ist die letzte Parkreserve. Wer den Rummel meiden will, kommt am frühen Nachmittag, wenn die Busse weg sind — dann ist allerdings der Viehteil vorbei. Der Tiermarkt mit seinen engen Käfigen ist nicht jedermanns Sache; das sollte man wissen, bevor man Kinder mitnimmt.
Petra
DorfRuhiges Landdorf mit dem Geburtshaus von Junípero Serra und einem Kloster auf dem Hausberg.
3.231 Einwohner (Stand 2025) auf 70 Quadratkilometern, rund 44 Kilometer von Palma — dünn besiedelt und entsprechend still. Petra gehört zur DO Pla i Llevant, mehrere Weingüter liegen im Gemeindegebiet. Mittwochs ist Markt an der Plaça Ramon Llull, dazu gibt es einen Bahnhalt an der Linie nach Manacor.
1713 wurde hier Junípero Serra geboren, der Franziskaner, der in Kalifornien die Missionskette von San Diego bis San Francisco begann; Geburtshaus und Museum stehen im Carrer des Barracar Alt, parallel zur schmalen Hauptgasse. Im Ort ist er der berühmte Sohn, in Kalifornien ist seine Rolle umstritten: 2015 wurde er heiliggesprochen, in denselben Jahren wurden dort Denkmäler von ihm gestürzt, weil das Missionssystem für die indigene Bevölkerung Zwangsarbeit, Umsiedlung und Bevölkerungsverlust bedeutete. Wer die Museen besucht, sollte beide Lesarten kennen; die Ausstellung erzählt vor allem die mallorquinische.
Über dem Ort liegt auf 317 Metern die Ermita de Bonany, deren Name auf ein gutes Erntejahr um 1600 zurückgeht. Von dort sieht man über die ganze Ebene, bei klarer Luft von der Tramuntana bis zu den Hügeln des Llevant.
- Bekannt für
- Geburtsort von Junípero Serra, die Ermita de Bonany und der Weinbau der DO Pla i Llevant.
- Gut zu wissen
- Die Serra-Museen sind klein und haben eigene, oft kurze Öffnungszeiten — vorher anrufen oder beim Rathaus nachfragen spart die Fahrt. Die Straße hinauf nach Bonany ist schmal, oben gibt es nur wenige Stellplätze; an Sonntagen und in der Mandelblüte wird es dort eng.
Montuïri
DorfDorf auf einem Rücken an der Ma-15, mit Mühlenzeile, den Cossiers und einer talayotischen Siedlung vor den Toren.
3.289 Einwohner (Stand 2025) auf 163 Metern, etwa auf halbem Weg zwischen Palma und Manacor. Montuïri zählt zu den ältesten Siedlungen der Insel; unter arabischer Herrschaft war es einer der zwölf Bezirke Mayurqas. Am Ortsrand steht Es Molinar, eine Zeile aus acht erhaltenen Windmühlen — das Wahrzeichen des Ortes.
Am 24. August, zu Sant Bartomeu, tanzen die Cossiers mit dem Dimoni auf der Plaça Major. Cossiers gibt es außer hier noch in Algaida und Alaró; in Montuïri wird der Tanz nicht für Zuschauer aufgeführt, sondern weil er zum Patronatsfest gehört. Entsprechend voll steht der Platz mit Einheimischen, und wer zusehen will, kommt früh und stellt sich hinten an.
Vor den Toren liegt Son Fornés, eine talayotische Siedlung; das zugehörige Museum ist im Ort untergebracht, am Carrer Emili Pou, in einer Mühle des 18. Jahrhunderts. Montags ist Wochenmarkt auf der Plaça Major, am ersten Sonntag im Dezember die Fira de sa Perdiu.
- Bekannt für
- Die Cossiers zu Sant Bartomeu, die Mühlenzeile Es Molinar, das Museum Son Fornés und die Fira de sa Perdiu.
- Gut zu wissen
- Das Museum Son Fornés ist von Mittwoch bis Samstag am Vormittag geöffnet, Montag und Dienstag geschlossen; am letzten Sonntag im Monat gibt es einen Tag der offenen Tür. Die Ausgrabungsstätte liegt noch einmal ein paar Kilometer außerhalb — das sind zwei Ziele, nicht eines. Zeiten und Eintritt vor der Fahrt auf der Seite des Museums prüfen. Und: Die Ma-15 läuft direkt am Ort vorbei, je nach Lage ist sie zu hören.
Algaida
DorfOrt an der Ma-15, zu dessen Gemeindegebiet der Puig de Randa gehört.
Algaida liegt direkt an der Ma-15 zwischen Palma und Manacor und ist eine der vierzehn Gemeinden der Mancomunitat Pla de Mallorca. Zum Gemeindegebiet gehören der Puig de Randa und die Weiler Randa und Pina — wer auf den Berg fährt, ist verwaltungsmäßig in Algaida. Der Ort selbst ist ein Arbeitsdorf: Marès-Gassen, Pfarrkirche, Läden für Einwohner, dazu Restaurants, die von Durchreisenden und von Palmesanern am Wochenende leben.
An der Landstraße, kurz vor dem Ort, steht die Glasmanufaktur Gordiola mit Glasbläserei, Verkauf und einem Museum im Obergeschoss. Es ist die Besichtigungsadresse der Ebene, die auch im Winter verlässlich offen hat — die Öffnungszeiten stehen auf der Seite des Hauses.
Für Pendler ist die Lage der Hauptgrund herzuziehen: In wenigen Minuten ist man auf der Schnellstraße Richtung Palma oder Richtung Manacor. Derselbe Vorteil hat seinen Preis — je nach Lage ist die Ma-15 zu hören, und die Ortsdurchfahrt trägt den Verkehr, der nicht auf die Umgehung geht.
- Bekannt für
- Der Puig de Randa im Gemeindegebiet und die Glasmanufaktur Gordiola an der Ma-15.
- Gut zu wissen
- Die Weiler Randa und Pina haben Restaurants, aber keine Versorgung; eingekauft wird in Algaida selbst oder in Llucmajor. Wer auf den Berg will, nimmt die Abzweigung nach Randa und nicht die Ortsdurchfahrt von Algaida.
Puig de Randa
NaturDer einzige richtige Berg mitten in der Ebene, mit drei Klöstern übereinander.
Mit über 500 Metern ist der Puig de Randa die höchste Erhebung der Inselmitte und von halb Mallorca aus an der ballonförmigen Radarkuppel auf dem Gipfel zu erkennen. Er gehört zur Gemeinde Algaida.
Auf drei Höhenstufen liegen drei Anlagen: Nostra Senyora de Gràcia unter einer Felswand, die Ermita de Sant Honorat von 1394 und ganz oben das Santuari de Cura, in das sich Ramon Llull 1273 zurückgezogen haben soll. Nach Lluc ist der Berg der zweitwichtigste Wallfahrtsort der Insel. Oben gibt es Restaurant, kleines Museum, Laden und einfache Zimmer; der Blick reicht über die Ebene bis zur Bucht von Alcúdia und nach Süden bis Cabrera.
Vom Weiler Randa führt eine knapp fünf Kilometer lange Serpentinenstraße hinauf, im Mittel gut fünf Prozent Steigung. Sie ist eine bekannte Rennradstrecke; im Frühjahr teilt man die schmale Fahrbahn mit Radgruppen, und Gegenverkehr in den Kehren ist die Regel, nicht die Ausnahme.
- Bekannt für
- Das Santuari de Cura, Ramon Llull, die Serpentinenauffahrt und die Aussicht über Es Pla.
- Gut zu wissen
- Oben gibt es nur wenige Stellplätze; an Wochenenden und Feiertagen wird es eng — früh fahren oder unten in Randa parken und laufen. Ob die drei Anlagen tatsächlich geöffnet sind, wechselt mit Jahreszeit und Gottesdienstplan; verlassen Sie sich nicht darauf, überall hineinzukommen. Randa selbst ist ein Weiler mit ein paar Restaurants und keiner Einkaufsmöglichkeit.
Llucmajor
StadtMarktstadt am Südrand der Ebene — verwaltungsmäßig Migjorn, im Alltag der Ebene zugewandt.
40.502 Einwohner (Stand 2025) auf 327 Quadratkilometern, flächenmäßig die größte Gemeinde Mallorcas. Zur Einordnung, weil es oft falsch dargestellt wird: Llucmajor gehört zur Comarca Migjorn, nicht zu Es Pla und nicht zum Raiguer, und ist kein Mitglied der Mancomunitat Pla de Mallorca. Es steht in diesem Kapitel, weil es als Markt- und Versorgungsstadt für den Süden der Ebene funktioniert und zur DO Pla i Llevant zählt.
In der Größe liegt der Haken: Zum Gemeindegebiet gehören s'Arenal mit seinem Hotelband an der Bucht von Palma, dazu Cala Blava, Bahia Grande und Cala Pi, während die Stadt selbst im Landesinneren liegt und mit alldem wenig zu tun hat. Zwischen beiden Teilen liegen mehr als nur Kilometer.
1349 fiel hier Jaume III. in der Schlacht, die das eigenständige Königreich Mallorca beendete; 1543 gab Karl V. das Marktprivileg, gegen den Widerstand von Inca. Im 20. Jahrhundert lebte Llucmajor von der Schuhproduktion. Markt ist mittwochs, freitags und sonntags vormittags auf der Plaça d'Espanya, freitags zusätzlich ein Trödelmarkt in den Straßen Jaume III und Bisbe Taixequet.
- Bekannt für
- Markt an drei Tagen der Woche, die Schlacht von 1349, die Schuhindustrie und das größte Gemeindegebiet der Insel.
- Gut zu wissen
- Wer „Llucmajor“ in einem Immobilienangebot liest, sieht zuerst auf die Karte: Die Altstadt im Landesinneren und die Küstensiedlungen des Gemeindegebiets unterscheiden sich in Bebauung, Nachbarschaft und Saison grundlegend — das eine ist ein Landstädtchen, das andere Ferienbebauung. Die Stadt selbst ist werktags lebendig und abends früh still.

Wohnen und kaufen in der Inselmitte
Es sind zwei Teilmärkte, die gern in einen Topf geworfen werden. Der Raiguer — Santa Maria del Camí, Consell, Binissalem, Alaró, Lloseta, Inca — liegt am Fuß der Tramuntana, hat Autobahn und Bahnanschluss, Berg im Rücken und Ebene vor der Tür; hier ist der Weg nach Palma am kürzesten und die Nachfrage entsprechend groß. Es Pla — Sineu, Petra, Montuïri, Algaida und die kleineren Dörfer ringsum — liegt weiter draußen, ist stiller, und man bekommt mehr Grundstück, bezahlt das aber mit Fahrzeit. Zwei Bauweisen prägen beide Teilmärkte: das Dorfhaus, casa de poble, in der Reihe — schmale Front aus Marès, tiefer Grundriss, oft ein Innenhof hinten, gemeinsame Wände mit den Nachbarn, meist ohne Garten und ohne Stellplatz — und die Finca draußen auf rústico, dem Landboden.
Bei rústico ist die entscheidende Frage nicht, wie das Haus aussieht, sondern ob überhaupt gebaut, erweitert oder nachträglich legalisiert werden darf. Das hängt an Gemeinde und Bodeneinstufung: Mindestgrundstücksgrößen, zulässige bebaute Fläche und Schutzkategorien sind je Gemeinde geregelt und haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert — Zahlen aus einem Portal oder einem älteren Ratgeber sind deshalb wenig wert. Verbindlich ist allein die schriftliche Auskunft der Gemeinde zum konkreten Grundstück, und die holt man vor dem Kauf ein, nicht danach. Bei Bestandsbauten, die irgendwann ohne Genehmigung erweitert wurden, legt man Katasterplan, Grundbuchbeschreibung und das, was tatsächlich dasteht, nebeneinander. Dazu gehören zwei Punkte, die draußen in der Ebene regelmäßig unterschätzt werden: die Versorgung — hängt das Haus am Ortsnetz oder an Zisterne und Brunnen, ist der Brunnen angemeldet, wie geht das Abwasser weg, und taugt das Wasser zum Trinken oder nur zum Gießen — und die Zufahrt: ob der Weg öffentlich ist oder über Nachbargrund führt und ob das Wegerecht eingetragen ist.
Vor Ort prüft man in dieser Reihenfolge: die Lage zur Ma-13 beziehungsweise Ma-15 und zur Bahnlinie, denn im Raiguer laufen Autobahn und Gleis mitten durch das Siedlungsband; die Ausrichtung des Innenhofs, weil er im Sommer über die Bewohnbarkeit entscheidet; Heizung und Feuchtigkeit im Erdgeschoss, weil viele Marès-Häuser für den Sommer gebaut sind und der Regen im Winterhalbjahr fällt; und die Stellplatzfrage, die in engen Dorfgassen ein Dauerthema ist. Wer vermieten will, klärt die Ferienvermietlizenz vor der Kaufentscheidung: Sie hängt am Objekt, nicht am Eigentümer, ist genehmigungspflichtig und an Zonierung und Platzkontingent des Consell de Mallorca gebunden; eine mündliche Zusage ohne Lizenznummer ist nichts wert, und die Regeln unterscheiden sich nach Gemeinde und Bodenart. Preise nenne ich hier bewusst keine — die Spannen zwischen Alaró und einem Dorf im mittleren Pla sind zu groß, um sie mit einer Zahl abzubilden, und belastbare, datierte Angaben habe ich für diesen Text nicht.
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- Museu Arqueològic de Son Fornés, Montuïri (Öffnungszeiten und Lage)
- Ajuntament de Montuïri
- Consell Regulador DO Binissalem
- Consell Regulador DO Pla i Llevant
- Mancomunitat Pla de Mallorca (Mitgliedsgemeinden)
- Agentur für Tourismus der Balearen, illesbalears.travel (Weinbau Pla i Llevant)
- TIB — Transport de les Illes Balears, Bahnlinien Palma–Inca–Sa Pobla/Manacor
- Wikipedia (deutsch, englisch, katalanisch) zu Inca, Binissalem, Consell, Santa Maria del Camí, Alaró, Sineu, Petra, Montuïri, Algaida, Randa, Llucmajor und Puig de Randa
- Mallorca Magazin (Cellers in Inca; Flohmarkt Consell)
- Celler Can Ripoll, Inca (Hausgeschichte)
- Climbfinder (Auffahrt Puig de Randa–Santuari de Cura)
- Vidrierias Gordiola, Algaida (Besuchsinformationen)
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- Alex Staudinger
- Esther Höfling
- Margo Evardson
Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.