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Sonnenbeschienene Straße in einem mallorquinischen Ort

Foto: Margo Evardson · Pexels

Inselguide · Region

Die Inselmitte

Die Inselmitte ist der Teil Mallorcas ohne Küste: die Ackerebene Es Pla und der Raiguer am landseitigen Fuß der Tramuntana. Hier stehen die Marktorte, die Weindörfer und die Werkstattstädte der Insel — Orte, die vom Tourismus wenig und von ihren Einwohnern viel haben. Dieses Kapitel ordnet sie ein, mit dem Unangenehmen dazu.

Die Inselmitte kommt ohne Meer aus, und sie besteht aus zwei Landschaften, die meist in einen Topf geworfen werden. Es Pla ist die weite Ebene mit Mandeln, Johannisbrot, Getreide und Reben, aus der nur einzelne Kuppen wie der Puig de Randa oder der Puig de Bonany herausragen; verwaltungsmäßig fassen sich vierzehn Gemeinden in der Mancomunitat Pla de Mallorca zusammen — Algaida, Ariany, Costitx, Lloret, Llubí, Maria de la Salut, Montuïri, Petra, Porreres, Sant Joan, Santa Eugènia, Sencelles, Sineu und Vilafranca. Der Raiguer ist der schmale Streifen am Fuß der Tramuntana, entlang dem alten Königsweg Palma–Inca–Alcúdia, auf dem heute die Autobahn Ma-13 und die Bahnlinie liegen. Die Dörfer sind aus Marès gebaut, dem gelben Sandstein der Insel, und sitzen auf kleinen Erhebungen, sodass man die Kirchtürme von weit her sieht.

Wirtschaftlich ist das Wein- und Werkstattland. Die DO Binissalem im Raiguer wurde 1990 anerkannt, als erste Herkunftsbezeichnung Mallorcas; balearenweit war nur der Käse Mahón-Menorca früher dran. Zu ihr gehören fünf Gemeinden: Binissalem, Consell, Santa Maria del Camí, Santa Eugènia und Sencelles. Die DO Pla i Llevant kam 1999 dazu und deckt Gemeinden der Ebene und des Ostens ab, darunter Petra, Sineu, Montuïri, Algaida, Porreres und Llucmajor. In Inca standen Gerbereien und Schuhfabriken, in Llucmajor ebenfalls; beides sind bis heute Städte, in denen gearbeitet wird, und keine Ferienorte.

Die Orte hängen an zwei Achsen. Die Ma-13 mit der Bahnlinie fädelt den Raiguer auf — Santa Maria del Camí, Consell, Binissalem, Lloseta, Inca —, ein fast durchgehendes Siedlungsband, in dem man nie weit von Autobahn oder Gleis wohnt. Die Ma-15 zieht durch die Ebene nach Manacor, mit Abzweigen zu Dörfern, die einzeln in der Fläche liegen und jedes seinen eigenen Markttag haben. Llucmajor steht in diesem Kapitel als Grenzfall: Es gehört zur Comarca Migjorn, nicht zu Es Pla und nicht zum Raiguer, und ist auch nicht Mitglied der Mancomunitat — funktioniert aber als Markt- und Versorgungsstadt für den Süden der Ebene und zählt zur DO Pla i Llevant.

Unterwegs ist hier vor allem, wer hier wohnt. Die Läden bedienen Einwohner, die Wochenmärkte sind älter als der Tourismus, und die Öffnungszeiten richten sich nach Schule und Feierabend, nicht nach Hotelbussen. Im Sommer ist es in der Ebene heißer und windstiller als an der Küste, im August spürbar; dafür macht der Winter hier weniger zu als am Meer, und der Festkalender ist zwischen Sant Antoni im Januar, der Mandelblüte ab Ende Januar und dem Dijous Bo im November dichter besetzt als der Sommer. Was im Winter fehlt, sind die Agroturismos und Landrestaurants außerhalb der Dörfer — die schließen.

Für wen
Für Leute, die mehrere Monate oder das ganze Jahr hier sind: Sie wohnen in einem Ort mit Schule, Arzt, Apotheke und Vereinsleben, Palma und Flughafen liegen in etwa einer halben Stunde, ans Wasser sind es je nach Küste 20 bis 40 Minuten, Meerblick gibt es nicht. Nicht geeignet für reine Augustgäste — die Ebene staut die Hitze, Wind gibt es kaum — und nicht für Leute, die anonym bleiben wollen; im Dorf kennt man einander.
Anreise
Zwei Achsen ab Palma: die Ma-13 mit der Bahnlinie in den Raiguer (Santa Maria del Camí, Consell, Binissalem, Lloseta, Inca) und die Ma-15 in die Ebene (Algaida, Montuïri, Vilafranca), mit Abzweigen nach Randa, Sineu und Petra. Rechnen Sie ab Flughafen mit gut einer halben Stunde in den Raiguer und etwas mehr in die Ebene — die letzten Kilometer von der Ausfahrt ins Dorf sind einspurig, mit Mauern links und rechts, und kosten oft so viel Zeit wie die Autobahn davor. Zum Flughafen selbst fährt kein Zug.
Im Winter
Die Inselmitte macht im Winter deutlich weniger zu als die Küste, weil Bars, Bäckereien und Läden von Einwohnern leben: Die Wochenmärkte laufen ganzjährig, und zwischen Sant Antoni mit Feuern und Dimonis im Januar, der Mandelblüte ab Ende Januar und dem Dijous Bo in Inca im November ist mehr los als im Hochsommer. Was zumacht, sind viele Agroturismos und Landrestaurants außerhalb der Dörfer; dazu fällt der Regen im Herbst und Winter — wer in dieser Zeit besichtigt, erfährt über ein Marès-Haus mehr als im Juli.
Enge Gasse mit traditionellen Häusern
Enge Gasse mit traditionellen HäusernFoto: Esther Höfling · Pexels

Orte im Die Inselmitte

Café unter freiem Himmel vor einer Steinfassade
Café unter freiem Himmel vor einer SteinfassadeFoto: Alex Staudinger · Pexels

Wohnen und kaufen in der Inselmitte

Es sind zwei Teilmärkte, die gern in einen Topf geworfen werden. Der Raiguer — Santa Maria del Camí, Consell, Binissalem, Alaró, Lloseta, Inca — liegt am Fuß der Tramuntana, hat Autobahn und Bahnanschluss, Berg im Rücken und Ebene vor der Tür; hier ist der Weg nach Palma am kürzesten und die Nachfrage entsprechend groß. Es Pla — Sineu, Petra, Montuïri, Algaida und die kleineren Dörfer ringsum — liegt weiter draußen, ist stiller, und man bekommt mehr Grundstück, bezahlt das aber mit Fahrzeit. Zwei Bauweisen prägen beide Teilmärkte: das Dorfhaus, casa de poble, in der Reihe — schmale Front aus Marès, tiefer Grundriss, oft ein Innenhof hinten, gemeinsame Wände mit den Nachbarn, meist ohne Garten und ohne Stellplatz — und die Finca draußen auf rústico, dem Landboden.

Bei rústico ist die entscheidende Frage nicht, wie das Haus aussieht, sondern ob überhaupt gebaut, erweitert oder nachträglich legalisiert werden darf. Das hängt an Gemeinde und Bodeneinstufung: Mindestgrundstücksgrößen, zulässige bebaute Fläche und Schutzkategorien sind je Gemeinde geregelt und haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert — Zahlen aus einem Portal oder einem älteren Ratgeber sind deshalb wenig wert. Verbindlich ist allein die schriftliche Auskunft der Gemeinde zum konkreten Grundstück, und die holt man vor dem Kauf ein, nicht danach. Bei Bestandsbauten, die irgendwann ohne Genehmigung erweitert wurden, legt man Katasterplan, Grundbuchbeschreibung und das, was tatsächlich dasteht, nebeneinander. Dazu gehören zwei Punkte, die draußen in der Ebene regelmäßig unterschätzt werden: die Versorgung — hängt das Haus am Ortsnetz oder an Zisterne und Brunnen, ist der Brunnen angemeldet, wie geht das Abwasser weg, und taugt das Wasser zum Trinken oder nur zum Gießen — und die Zufahrt: ob der Weg öffentlich ist oder über Nachbargrund führt und ob das Wegerecht eingetragen ist.

Vor Ort prüft man in dieser Reihenfolge: die Lage zur Ma-13 beziehungsweise Ma-15 und zur Bahnlinie, denn im Raiguer laufen Autobahn und Gleis mitten durch das Siedlungsband; die Ausrichtung des Innenhofs, weil er im Sommer über die Bewohnbarkeit entscheidet; Heizung und Feuchtigkeit im Erdgeschoss, weil viele Marès-Häuser für den Sommer gebaut sind und der Regen im Winterhalbjahr fällt; und die Stellplatzfrage, die in engen Dorfgassen ein Dauerthema ist. Wer vermieten will, klärt die Ferienvermietlizenz vor der Kaufentscheidung: Sie hängt am Objekt, nicht am Eigentümer, ist genehmigungspflichtig und an Zonierung und Platzkontingent des Consell de Mallorca gebunden; eine mündliche Zusage ohne Lizenznummer ist nichts wert, und die Regeln unterscheiden sich nach Gemeinde und Bodenart. Preise nenne ich hier bewusst keine — die Spannen zwischen Alaró und einem Dorf im mittleren Pla sind zu groß, um sie mit einer Zahl abzubilden, und belastbare, datierte Angaben habe ich für diesen Text nicht.

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Woher die Angaben stammen

  • Museu Arqueològic de Son Fornés, Montuïri (Öffnungszeiten und Lage)
  • Ajuntament de Montuïri
  • Consell Regulador DO Binissalem
  • Consell Regulador DO Pla i Llevant
  • Mancomunitat Pla de Mallorca (Mitgliedsgemeinden)
  • Agentur für Tourismus der Balearen, illesbalears.travel (Weinbau Pla i Llevant)
  • TIB — Transport de les Illes Balears, Bahnlinien Palma–Inca–Sa Pobla/Manacor
  • Wikipedia (deutsch, englisch, katalanisch) zu Inca, Binissalem, Consell, Santa Maria del Camí, Alaró, Sineu, Petra, Montuïri, Algaida, Randa, Llucmajor und Puig de Randa
  • Mallorca Magazin (Cellers in Inca; Flohmarkt Consell)
  • Celler Can Ripoll, Inca (Hausgeschichte)
  • Climbfinder (Auffahrt Puig de Randa–Santuari de Cura)
  • Vidrierias Gordiola, Algaida (Besuchsinformationen)

Bildnachweis

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  • Alex Staudinger
  • Esther Höfling
  • Margo Evardson

Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.