Foto: Jimmy Ramírez · Pexels
Inselguide · Region
Der Südosten
Zwischen Campos und Cala d'Or liegt der flachste Teil Mallorcas: Felder mit Trockenmauern, eine Küste aus schmalen Felseinschnitten, im Süden die Salinen und der längste unbebaute Strand der Insel. Die Gegend ist seit Jahrzehnten erschlossen, an einzelnen Buchten inzwischen überlaufen, und im Winter fallen die reinen Küstenorte fast vollständig aus. Dieses Kapitel nennt beides.
Der Südosten ist der flache, helle Teil der Insel. Keine Berge, dafür Steinmauern, Mandel- und Johannisbrotbäume und Windräder über alten Brunnen. Die Küste fällt nicht ab, sie reißt auf: schmale Felseinschnitte, in denen das Wasser weit ins Land steht, dazwischen Klippen ohne Zugang. Den Eindruck prägt aber vor allem der Baustoff. Der marès aus den Brüchen um Santanyí ist beim Brechen fast weiß und wird mit den Jahren ockergolden; er steckt in den Dorfkirchen hier ebenso wie in der Kathedrale und der Llotja in Palma.
Die Orte liegen in zwei Reihen. Landeinwärts die Arbeitsorte — Santanyí als Verwaltungssitz, Campos als Marktstadt der Ebene, dazu Ses Salines, s'Alqueria Blanca, Calonge und es Llombards. An der Küste die Hafen- und Ferienorte, von Portocolom im Norden über Cala d'Or, Portopetro und Cala Figuera bis Colònia de Sant Jordi im Südwesten. Die Wege dazwischen sind kurz: Von Santanyí ist man in drei Richtungen in zehn bis fünfzehn Minuten am Wasser. Im Süden schließt die Ebene mit den Salinen bei Ses Salines ab, wo seit 1850 industriell Meersalz gewonnen wird, und mit Es Trenc, rund sechs Kilometer Sand ohne Hotelzeile.
Wer hier unterwegs ist, wechselt mit dem Monat. Im Februar und März sind es Radfahrer; das flache Land zwischen Campos, Santanyí und Ses Salines ist Trainingsgebiet, auf den Landstraßen fahren Gruppen in Kolonne. Im Sommer kommen Tagesbesucher und Bustouren an die bekannten Punkte, und an zwei Buchten ist daraus ein handfester Konflikt geworden: An Caló des Moro und Cala s'Almunia zählt die Gemeinde Santanyí im Sommer rund 4.000 Besucher am Tag, die mit etwa 1.200 Fahrzeugen anreisen. Die Antwort der Gemeinde bestand darin, keine Parkflächen mehr auszuweisen, Schilder abzubauen und Anliegerzonen einzurichten. Santanyí und Cala d'Or sind daneben seit Jahrzehnten deutsch und britisch geprägt, mit allem, was das für Ladenzeilen und Speisekarten bedeutet.
Zwischen Sommer und Winter liegt hier ein größerer Unterschied als in anderen Teilen der Insel, weil die Küstenorte fast ausschließlich vom Tourismus leben. In Cala d'Or schließt von November bis März der Großteil der Hotels und Restaurants; Cala Figuera und Portopetro sind kleiner und fallen deshalb weniger auf. Die Binnendörfer laufen dagegen durch: In es Llombards oder s'Alqueria Blanca strukturieren im Februar ein Bäcker, ein Metzger und zwei Bars den Tag, der Markt in Santanyí findet das ganze Jahr statt, und die Mandelblüte ist die einzige Saison, die in den Winter fällt.
Praktisch heißt das: Auto. Die Buslinien fahren, aber dünn, und einzelne Linien nur im Sommer; wer ohne Auto hier wohnt, ist auf Nachbarn angewiesen. Der Verkehr sammelt sich an wenigen Stellen. Die Ma-19 endet bei Campos als vierspurige Schnellstraße und geht dort in eine Landstraße über, und die Zufahrten nach Es Trenc, zur Colònia de Sant Jordi und nach Santanyí laufen alle über diesen Punkt. Zwischen Mai und Oktober steht dort vormittags die Kolonne Richtung Strand und am späten Nachmittag die Gegenrichtung.
- Für wen
- Für Leute, die flaches Land, kurze Wege und die Nähe zu Palma mögen, ohne in Palma zu wohnen, und für Familien: geschützte Buchten, überschaubare Orte, Alltag in den Binnendörfern. Nichts für Berge, Wald und Nachtleben — und nichts für alle, die im August spontan ans Wasser wollen.
- Anreise
- Vom Flughafen führt die Ma-19 nach Süden, ohne dass man Palma durchqueren muss: rund 37 Kilometer vierspurig bis Campos, danach etwa 23 Kilometer Landstraße mit Kreisverkehren bis Santanyí und Portopetro. Außerhalb der Saison ist man in knapp einer Stunde da, zwischen Mai und Oktober hinter Mietwagen und Radgruppen deutlich länger.
- Im Winter
- Die Binnendörfer laufen durch, die reinen Küstenorte schließen: In Cala d'Or haben von November bis März die meisten Hotels und Restaurants zu, offen bleiben ein paar Bars und einzelne Lokale am Hafen. Wer hier kaufen will, sollte den Ort einmal im Januar gesehen haben, nicht nur im Juli.

Orte im Der Südosten
Santanyí
StadtVerwaltungssitz der Gemeinde und die Marktstadt, in der die ganze Umgebung einkauft.
Santanyí ist Sitz einer Gemeinde, die 2025 rund 13.067 Einwohner zählt, 124,47 km² misst und etwa 35 Kilometer Küste umfasst — von Cala d'Or bis Cala Llombards gehört fast alles dazu. Der Ort selbst ist aus dem eigenen Stein gebaut: marès aus den Brüchen ringsum, hell gebrochen, über die Jahre ockergolden.
Von der Stadtbefestigung des 16. Jahrhunderts steht noch die Porta Murada; in der Pfarrkirche Sant Andreu hängt eine Barockorgel des königlichen Orgelbauers Jordi Bosch. In den Gassen dahinter sitzen Galerien, Werkstätten und Läden dicht nebeneinander — die Zahl der Galerien ist für einen Ort dieser Größe ungewöhnlich hoch.
Markt ist mittwochs und samstags rund um die Kirche und in die Seitengassen hinein. Weil hier auch das Rathaus und die Ämter der Gemeinde sitzen, ist Santanyí für die meisten Zugezogenen der Ort, an dem sie ihre Behördengänge erledigen — das prägt den Alltag stärker als die Galerien.
- Bekannt für
- Den Wochenmarkt am Mittwoch und Samstag, den goldenen marès-Sandstein und die Bosch-Orgel in Sant Andreu.
- Gut zu wissen
- An Markttagen ist der Kern im Lauf des Vormittags für Autos praktisch dicht; wer erst gegen Mittag kommt, sucht lange. Verlässlich sind die Parkplätze am Ortsrand, von dort sind es fünf Minuten zu Fuß. Mittwochs ist weniger los als samstags.

Café an der Kirche von SantanyíFoto: Guerrero De la Luz · Pexels Cala Figuera
HafenortSchmaler Naturhafen mit weißen Bootsgaragen, in dem noch gefischt wird.
Die Bucht ist eine der tiefsten und schmalsten der Insel: Die Einfahrt misst an der weitesten Stelle 400 Meter, wirksam eher 150, und nach rund 550 Metern teilt sie sich in zwei Arme, Caló d'en Boira und Caló d'en Busques. An den Ufern kleben die weiß gekalkten Bootsgaragen übereinander, dazwischen liegen Fischerboote.
Der Hafen ist öffentlich, der Kai kaum 30 Meter lang, und es arbeiten noch ein paar Fangboote von hier aus. Urkundlich erwähnt wurde die Bucht 1306, besiedelt ist sie erst seit dem späten 19. Jahrhundert; 2025 waren 744 Einwohner gemeldet. Maler kommen seit Jahrzehnten wegen des Lichts, das am späten Nachmittag in den Hafenarm fällt.
Ruhig ist es deshalb nicht automatisch. Im Sommer ist Cala Figuera eine feste Station von Bustouren und Tagesbesuchern; zur Mittagszeit stehen die Gruppen an den Aussichtspunkten über dem Hafen. Was hier fehlt, ist Hotelzeile und Strandbetrieb, nicht der Andrang. Wer den Hafen leer sehen will, kommt früh am Morgen oder außerhalb der Saison.
- Bekannt für
- Den Y-förmigen Naturhafen, die weißen Bootsgaragen und die Prozession zu Mare de Déu del Carme am 16. Juli.
- Gut zu wissen
- Cala Figuera hat keinen Strand; zum Baden fährt man nach Cala Santanyí oder in den Naturpark Mondragó. Die Sträßchen über dem Hafen sind eng und enden teils an Privatgrundstücken — besser oben im Ort parken und hinuntergehen.

Die Bucht von Cala Figuera aus der LuftFoto: Carsten Ruthemann · Pexels Caló des Moro
BuchtDie Bucht, die man von Fotos kennt, bevor man sie sieht — und der deutlichste Überlastungsfall im Südosten.
Der Einschnitt ist etwa 30 Meter lang und 10 bis 20 Meter breit, weißer Sand zwischen hohen Felswänden, direkt daneben die Felsbucht Cala s'Almunia mit ihren alten Bootshütten. Der Zugang führt über einen schmalen Pfad und Felsstufen; mit Kinderwagen, viel Gepäck oder schlechten Knien geht das nicht.
Im Sommer kommen nach Angaben der Gemeinde Santanyí täglich rund 4.000 Menschen mit etwa 1.200 Fahrzeugen in diese beiden Buchten. Die Folgen sind bekannt: zugeparkte Anliegerstraßen, Streit mit Anwohnern und im Juni 2024 eine Protestaktion der Bewegung Mallorca Platja Tour, an der über 300 Inselbewohner teilnahmen und die von der Guardia Civil aufgelöst wurde.
Die Gemeinde hat reagiert, indem sie keine Parkfläche mehr ausweist, Schilder entfernt und Parkverbote aufgestellt hat; in Cala Llombards gilt seit Mai 2022 in rund 20 Straßen eine Anliegerzone, in der auch tatsächlich verwarnt wird. Die Regelung wird von Saison zu Saison nachgeschärft — vor der Fahrt lohnt eine Nachfrage bei der Gemeinde Santanyí.
- Bekannt für
- Die Sandbucht zwischen den Klippen, das Foto davon und den Parkkonflikt, den es ausgelöst hat.
- Gut zu wissen
- Nicht mit dem Auto vorfahren. Ausgangspunkt ist der große Parkplatz am Eingang von Cala Llombards, von dort geht man zu Fuß. Die Buslinie 517 hält dort, fährt aber nur in der Sommersaison (Santanyí – Cala Llombards – Colònia de Sant Jordi); im Winter, wenn die Bucht leer ist, kommt man nur mit Auto oder Taxi hin. Im Hochsommer gilt: vor acht Uhr oder gar nicht.

Der Caló des Moro von obenFoto: Jimmy Ramírez · Pexels Parc natural de Mondragó
NaturKüstenpark mit zwei Sandbuchten, Dünen und Feuchtgebiet zwischen Santanyí und Portopetro.
Der Park wurde im Dezember 1992 unter Schutz gestellt und umfasst 765,69 Hektar. Die beiden großen Strände sind s'Amarador und ses Fonts de n'Alís, dazu kommt die kleine Caló des Borgit; dahinter liegen Dünen, Kiefern und ein Süßwasserbereich, in dem sich Vögel sammeln.
Der Weg zwischen den Buchten führt über die Klippen und ist auch außerhalb der Badesaison eine ordentliche Stunde wert. Bemerkenswert ist der Eigentumsstatus: rund 88 Prozent der Parkfläche sind in Privatbesitz, nur etwa 12 Prozent öffentlich. Geschützt ist die Nutzung, nicht das Grundbuch. Die Fischer aus Cala Figuera haben eine Sondergenehmigung, in den Gewässern des Parks zu fischen.
- Bekannt für
- Die Strände s'Amarador und ses Fonts de n'Alís und den Küstenweg dazwischen.
- Gut zu wissen
- Zwei getrennte Zufahrten mit je eigenem Parkplatz, eine von s'Alqueria Blanca her, eine von der Straße Santanyí–Cala Figuera. Wer die falsche nimmt, steht am anderen Strand, und über Land ist der Weg lang. Das Informationszentrum bei ses Fonts de n'Alís ist täglich geöffnet, geschlossen nur am 25. und am 31. Dezember; es schließt am Nachmittag, und Führungen muss man vorher anmelden.

Türkisfarbene Bucht mit Kiefern an der SüdostküsteFoto: Mike Art · Pexels Portopetro
HafenortKleiner Naturhafen, gut zwei Kilometer von Cala d'Or entfernt und trotzdem still.
Portopetro liegt am Ende einer schmalen Bucht, 2025 mit 812 gemeldeten Einwohnern. Am Eingang der Bucht steht ein Wehrturm aus dem 17. Jahrhundert; bis ins späte 19. Jahrhundert gab es hier eine Zollstation.
Heute ist es ein Fischerhafen mit Segelclub, ein paar Anlegern, wenigen Lokalen am Wasser und kleinen Sandstücken in den Seitenbuchten. Der Ort ist nicht mitgewachsen, und der Unterschied ist auf gut zwei Kilometern Luftlinie messbar: dort eine Marina mit mehreren hundert Liegeplätzen und eine Fußgängerzone voller Läden, hier ein Hafen ohne Ladenzeile.
- Bekannt für
- Den Naturhafen, den Wehrturm aus dem 17. Jahrhundert und den Segelclub.
- Gut zu wissen
- Ausflugsboote nach Cabrera fahren von hier nur im Sommerhalbjahr, etwa von Mai bis September, und brauchen länger als die ab Colònia de Sant Jordi, wo man in rund einer Stunde drüben ist. Abends ist die Auswahl an Lokalen klein; die große liegt in Cala d'Or.
Cala d'Or
StadtAm Reißbrett entworfener Ferienort im Ibiza-Weiß, mit der größten Marina der Gegend.
Cala d'Or ist keine gewachsene Siedlung, sondern ein Entwurf. Der aus Ibiza stammende Zeichner und Architekt Josep Costa Ferrer kaufte 1933 den Küstenstreifen — damals les Puntetes — und parzellierte ihn für 48 Villen samt Hotel, Kirche und Sportanlagen; 1935 eröffnete das Hotel Cala d'Or. Daher das durchgehende Weiß, die kubischen Formen und die flachen Dächer, die ibizenkisch sind und nicht mallorquinisch.
Heute leben hier 4.168 Menschen (2025). Der Ort verteilt sich auf mehrere Buchten — Cala Llonga, Cala Petita, Cala Gran, Cala Egos, dazu Cala Ferrera und Cala Serena schon auf Felanitxer Gebiet. Der Jachthafen bietet 563 Liegeplätze auf rund 30.000 m². Wer hier wohnt, wohnt an einer dieser Buchten und fährt zu den anderen; ein Zentrum im dörflichen Sinn gibt es nicht, sondern eine Ladenstraße.
- Bekannt für
- Die Marina mit 563 Liegeplätzen, die weiße Ibiza-Architektur und die Fußgängerzone.
- Gut zu wissen
- Von November bis März haben die meisten Hotels und Restaurants zu; offen bleiben ein paar Bars und einzelne Lokale am Hafen. Wer hier eine Wohnung als Erstwohnsitz erwägt, sollte im Januar hinfahren und zählen, was dann noch aufhat.
Portocolom
HafenortDer größte Naturhafen dieser Küste, an der Nordkante der Region und schon zur Gemeinde Felanitx gehörend.
Die Bucht ist weit und flach und öffnet sich nur durch eine schmale Einfahrt zum Meer; an der Einfahrt steht ein Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert. Rund ums Wasser liegen die alten, bunt gestrichenen Bootsgaragen, dahinter Viertel wie es Riuetó und sa Bassa Nova. Verwaltungstechnisch gehört der Ort zu Felanitx, nicht zu Santanyí — andere Gemeinde, andere Zuständigkeiten und andere Gebühren.
Im 19. Jahrhundert war der Hafen der Verladeplatz für den Wein aus Felanitx; als die Reblaus gegen Ende des Jahrhunderts die Rebflächen vernichtete, brach das Geschäft weg, und der Ort blieb lange klein. Heute stehen Lokale rund ums Wasser, am südlichen Rand liegt der Badestrand Cala Marçal mit Hotelbauten aus den siebziger und achtziger Jahren.
Für die Region ist Portocolom der Übergang zur Ostküste. Ein Teil des Orts ist ganzjährig bewohnt, und die Stadt Felanitx mit Ämtern, Schulen und Wochenmarkt liegt gut zehn Kilometer landeinwärts — das ist ein anderer Zuschnitt als in Cala d'Or, wo der nächste größere Ort weiter weg ist.
- Bekannt für
- Den weiten Naturhafen mit den bunten Bootsgaragen und den Leuchtturm an der Einfahrt.
- Gut zu wissen
- Der Hafen selbst hat keinen Sandstrand; gebadet wird an Cala Marçal oder von den Felsplatten aus. Die Uferstraße ist eng, und der Parkraum rund ums Wasser ist im Sommer knapp — das Auto besser in den Seitenstraßen abstellen.

Der Leuchtturm von Portocolom im AbendlichtFoto: Petr Slováček · Pexels Campos
StadtDie Marktstadt der südlichen Ebene: kein Ferienort, sondern der Ort, an dem die Gegend ihre Sachen erledigt.
Campos liegt gut zehn Kilometer vom Meer entfernt mitten in der Ebene und ist trotzdem eine Küstengemeinde: Es Trenc, der Salobrar, sa Ràpita und ses Covetes liegen auf ihrem Gebiet. Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt — Felder, Rinder, Gemüse, Mandeln —, und das sieht man am Verkehr: Traktoren, Viehanhänger, Baustoffhandel am Ortsrand.
Das Zentrum ist eng gebaut, die Häuser aus marès, die Pfarrkirche Sant Julià steht am Hauptplatz. Südlich des Orts, an der Straße Richtung Colònia de Sant Jordi, liegt die Font Santa, eine warme Salzquelle, die es auf Mallorca sonst nirgends gibt; ein Badehaus steht seit Langem daneben.
Für Zugezogene ist Campos vor allem Versorgungsort: Supermärkte, Banken, Werkstätten, Ärzte, Baustoffe. Wer zwischen Santanyí und der Südküste im offenen Land wohnt, fährt für den Alltag hierher und nicht nach Palma.
- Bekannt für
- Landwirtschaft, den Wochenmarkt und die Zufahrten nach Es Trenc und zum Salobrar, die alle durch die Stadt laufen.
- Gut zu wissen
- Campos ist das Nadelöhr der Region: Im Sommer schiebt sich der Strandverkehr vormittags hin und am späten Nachmittag zurück durch den Ort, und die Ma-19 endet hier als Schnellstraße. Wer es eilig hat, fährt außerhalb dieser Zeiten. Den Tag des Wochenmarkts sollte man vor Ort oder beim Rathaus nachsehen — die Angaben im Netz widersprechen sich.
Ses Salines
DorfSalzdorf im Flachland, ruhig, mit für seine Größe auffällig vielen Lokalen.
Die Gemeinde ist erst seit 1925 selbstständig, misst 39,12 km² und zählte 2025 insgesamt 5.248 Einwohner, davon rund 2.230 im Dorf selbst. Der Name ist Programm: In den Salinen wird seit 1850 industriell Meersalz gewonnen, etwa 8.000 Tonnen im Jahr; im Sommer wird die Flor de Sal von Hand abgeschöpft.
In den Becken leben Halobakterien, deren Carotinoide das Wasser rot-orange färben; rund 170 Vogelarten sind dort gezählt worden. Nördlich des Orts liegt Botanicactus, seit 1988 geöffnet, 150.000 m² mit über 1.000 Pflanzenarten.
Das Dorf selbst ist unspektakulär und genau deshalb ganzjährig bewohnbar. Die Fira am 1. Mai ist der Termin des Jahres, ansonsten passiert wenig — was für Käufer die entscheidende Eigenschaft sein kann.
- Bekannt für
- Die Salinen mit der Flor de Sal, den Kakteengarten Botanicactus und die Fira am 1. Mai.
- Gut zu wissen
- Rund neun Kilometer südlich endet die Ma-6110 am Leuchtturm Cap de ses Salines, dem südlichsten Punkt Mallorcas, in Betrieb seit dem 31. August 1863 und 1980 der erste solarbetriebene Leuchtturm Spaniens. Er gehört verwaltungstechnisch zu Santanyí, nicht zu Ses Salines. Ein Bus fährt nicht; die letzten Kilometer sind schmal und im Sommer beidseitig zugeparkt.
Colònia de Sant Jordi
HafenortSüdlichster Hafen der Insel und Abfahrtsort nach Cabrera, halb Badeort, halb Dorf.
Der Ort war ursprünglich Fischersiedlung und Hafen von Campos und wurde 1879 als landwirtschaftliche Kolonie gegründet; der Name geht auf den Förderer Jordi Descatlar, Marquès del Palmer, zurück. 2025 sind 2.971 Einwohner gemeldet, womit er der größte Ort der Gemeinde Ses Salines ist — genug für einen Grundbetrieb im Winter, aber deutlich stiller als im Sommer.
Vom Hafen aus erreicht man in rund einer Stunde Cabrera: ein Archipel aus 18 Inseln, seit April 1991 Nationalpark, die Hauptinsel 15,69 km² groß, mit einer Burg aus dem 14. Jahrhundert und rund 20 Bewohnern, im Wesentlichen einer Garnison. Zwischen 1809 und 1814 starben dort mehrere Tausend der etwa 12.000 internierten französischen Kriegsgefangenen; ein Denkmal erinnert daran.
Entlang der Küste stehen noch zehn Bunker aus dem Bürgerkrieg. Die Strände es Dolç und es Carbó liegen außerhalb des Orts; es Carbó erreicht man zu Fuß, und das hält die Zahl der Leute dort unten.
- Bekannt für
- Die Boote nach Cabrera, die Strände es Dolç und es Carbó und die Bunker aus dem Bürgerkrieg.
- Gut zu wissen
- Die Cabrera-Fahrten gehen nur im Sommerhalbjahr, etwa von April bis Oktober, und die Zahl der Besucher auf der Insel ist gedeckelt — im Sommer sind die Plätze früh weg, also vorher buchen. Auf Cabrera gibt es nur eine kleine Hafenbar mit schmalem Angebot, saisonal geöffnet: Wasser, Essen und feste Schuhe gehören ins Gepäck. Wer mit dem eigenen Boot fahren will, braucht eine Genehmigung der Nationalparkverwaltung; die Zahl der Tagesplätze ist begrenzt.
Es Trenc
StrandRund sechs Kilometer Sand ohne Hotelzeile, seit 2017 Teil eines Naturparks.
Es Trenc liegt in der Gemeinde Campos und zieht sich von sa Ràpita im Nordwesten bis kurz vor Colònia de Sant Jordi. Hinter dem Strand liegen Dünen und dahinter der Salobrar de Campos, ein Salzfeuchtgebiet.
Seit dem Gesetz 2/2017 vom 27. Juni ist beides Teil des Parc natural maritimoterrestre es Trenc–Salobrar de Campos: 3.768,26 Hektar insgesamt, davon 1.441,06 an Land und 2.327,20 im Meer, mit Posidonia-Wiesen vor der Küste. Dass hier kein Hotel steht, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelangen Streits um Bebauungspläne.
FKK ist verbreitet, vor allem in den mittleren Abschnitten. Bei Südwestwind steht Welle, und angespülte Posidonia liegt in Bänken am Ufer — das ist kein Schmutz, sondern Küstenschutz und wird hier bewusst liegen gelassen.
- Bekannt für
- Die unbebaute Dünenküste, den Salobrar de Campos dahinter und FKK in den mittleren Abschnitten.
- Gut zu wissen
- Es gibt mehrere kostenpflichtige Parkplätze mit unterschiedlichen Zufahrten; von Campos aus sind zwei ausgeschildert, Es Trenc–Ses Covetes und Es Trenc–Ses Salines. Die Gebühren unterscheiden sich je nach Platz und Saison, deshalb nenne ich hier keine — Kleingeld oder Karte mitnehmen. Wer in Ses Covetes parkt, läuft etwa anderthalb Kilometer auf einem von der Fahrbahn getrennten Weg. Im Sommer sind die Plätze am Vormittag voll, Schatten gibt es am Strand keinen.

Drei Lagen, die man nicht verwechseln sollte
Erstens die Binnendörfer — Santanyí, Ses Salines, Campos, s'Alqueria Blanca, Calonge, es Llombards. Dort stehen Dorfhäuser aus marès, oft schmal und tief, direkt an der Straße, mit Innenhof statt Garten und Wand an Wand mit dem Nachbarn, was für Ruhe wie für Umbauten Folgen hat. Das sind die Orte mit Jahresbetrieb, mit Schule, Arzt und Bäcker. Zweitens das offene Land dazwischen: Fincas auf Feldern mit Trockenmauern, still, aber abhängig von Auto, eigener Zufahrt und eigener Wasserversorgung. Drittens die Küstenorte, überwiegend zwischen den 1930er und den 1980er Jahren entstanden — Cala d'Or als geplante weiße Siedlung, Cala Llombards dagegen als schlecht geordnete Bebauung der siebziger und achtziger Jahre, was man dort auch sieht. Die ärztliche Grundversorgung läuft über die örtlichen Gesundheitszentren, zuständiges Krankenhaus ist das Hospital de Manacor; Palma und der Flughafen sind über die Ma-19 erreichbar, ohne die Stadt zu durchqueren.
Zwei Rahmenbedingungen prägen den Markt stärker als jede Lagebeschreibung. Die erste ist der Flächenschutz: Der Naturpark Mondragó (seit 1992) und der Parc natural es Trenc–Salobrar de Campos (seit dem Gesetz 2/2017) binden große Teile der Küste. In Mondragó sind rund 88 Prozent der Fläche in Privatbesitz und trotzdem in der Nutzung beschränkt — Eigentum heißt dort nicht Baurecht. Lassen Sie sich vor jedem Kauf im offenen Land die Einstufung des Grundstücks zeigen und vergleichen Sie, was gebaut ist, mit dem, was eingetragen ist; nicht legalisierte Anbauten sind in dieser Gegend keine Seltenheit. Dazu kommen die unspektakulären Fragen, an denen später alles hängt: Wie kommt man auf das Grundstück, und steht das Wegerecht schriftlich fest? Woher kommt das Wasser — Anschluss, Brunnen oder Zisterne —, und ist es untersucht? Wie wird das Abwasser entsorgt?
Die zweite ist die Ferienvermietung. Für die touristische Vermietung braucht es eine ETV-Lizenz; die balearischen Regeln dazu werden laufend geändert, weshalb hier bewusst kein Stand zitiert wird, der in zwei Jahren falsch ist. Entscheidend ist ohnehin die konkrete Frage: Hängt am Objekt eine gültige Lizenz, ist sie übertragbar, und was genau deckt sie ab? Wer mit einer späteren Beantragung plant, plant mit einem Verfahren, das er nicht in der Hand hat — das gehört vor dem Kauf zu einem Anwalt. Und rechnen Sie die Saison mit: Eine Wohnung in Cala d'Or steht von November bis März in einem Ort, der zum großen Teil geschlossen ist; ein Dorfhaus in Santanyí oder Campos hat dieses Problem nicht, dafür im Sommer den Markt- und Durchgangsverkehr vor der Tür. Lärm ist hier eine Frage von hundert Metern: Hafenpromenade oder Seitengasse, Durchfahrtsstraße oder Innenhof. Preise nenne ich in diesem Kapitel nicht — die auffindbaren Quadratmeterzahlen stammen von Portalen und Maklerseiten, sind unterschiedlich abgegrenzt und nicht belastbar genug für einen Guide.
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- Wikipedia, Ortsartikel zu Santanyí, Cala Figuera, Caló des Moro, Cala Llombards, Cala d'Or, Portopetro, Portocolom, Ses Salines, Colònia de Sant Jordi, Campos, Es Trenc und Cabrera (deutsch, katalanisch, englisch, spanisch)
- Ajuntament de Santanyí, Angaben zu Besucherzahlen, Parkregelung und Anliegerzonen an Caló des Moro, Cala s'Almunia und Cala Llombards
- Balearisches Gesetz 2/2017 vom 27. Juni über den Parc natural maritimoterrestre es Trenc–Salobrar de Campos
- Govern de les Illes Balears, Parkverwaltung Parc natural de Mondragó
- Nationalparkverwaltung Arxipèlag de Cabrera
- Amtliche Melderegisterzahlen der Balearen (IBESTAT/INE), Stand 2025
- Mallorca Magazin, Bericht über die Protestaktion an Caló des Moro im Juni 2024
- Majorca Daily Bulletin, Bericht über die Verkehrsbeschränkungen an den Buchten von Santanyí, Mai 2022
- TIB, Fahrplanauskunft des balearischen Nahverkehrs, sowie regionale Reiseportale zur Saison der Linie 517
- Eigene Ortskenntnis aus der Maklerarbeit in der Gemeinde Santanyí und in der Ebene um Campos
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Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.