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Der Caló des Moro von oben

Foto: Jimmy Ramírez · Pexels

Inselguide · Region

Der Südosten

Zwischen Campos und Cala d'Or liegt der flachste Teil Mallorcas: Felder mit Trockenmauern, eine Küste aus schmalen Felseinschnitten, im Süden die Salinen und der längste unbebaute Strand der Insel. Die Gegend ist seit Jahrzehnten erschlossen, an einzelnen Buchten inzwischen überlaufen, und im Winter fallen die reinen Küstenorte fast vollständig aus. Dieses Kapitel nennt beides.

Der Südosten ist der flache, helle Teil der Insel. Keine Berge, dafür Steinmauern, Mandel- und Johannisbrotbäume und Windräder über alten Brunnen. Die Küste fällt nicht ab, sie reißt auf: schmale Felseinschnitte, in denen das Wasser weit ins Land steht, dazwischen Klippen ohne Zugang. Den Eindruck prägt aber vor allem der Baustoff. Der marès aus den Brüchen um Santanyí ist beim Brechen fast weiß und wird mit den Jahren ockergolden; er steckt in den Dorfkirchen hier ebenso wie in der Kathedrale und der Llotja in Palma.

Die Orte liegen in zwei Reihen. Landeinwärts die Arbeitsorte — Santanyí als Verwaltungssitz, Campos als Marktstadt der Ebene, dazu Ses Salines, s'Alqueria Blanca, Calonge und es Llombards. An der Küste die Hafen- und Ferienorte, von Portocolom im Norden über Cala d'Or, Portopetro und Cala Figuera bis Colònia de Sant Jordi im Südwesten. Die Wege dazwischen sind kurz: Von Santanyí ist man in drei Richtungen in zehn bis fünfzehn Minuten am Wasser. Im Süden schließt die Ebene mit den Salinen bei Ses Salines ab, wo seit 1850 industriell Meersalz gewonnen wird, und mit Es Trenc, rund sechs Kilometer Sand ohne Hotelzeile.

Wer hier unterwegs ist, wechselt mit dem Monat. Im Februar und März sind es Radfahrer; das flache Land zwischen Campos, Santanyí und Ses Salines ist Trainingsgebiet, auf den Landstraßen fahren Gruppen in Kolonne. Im Sommer kommen Tagesbesucher und Bustouren an die bekannten Punkte, und an zwei Buchten ist daraus ein handfester Konflikt geworden: An Caló des Moro und Cala s'Almunia zählt die Gemeinde Santanyí im Sommer rund 4.000 Besucher am Tag, die mit etwa 1.200 Fahrzeugen anreisen. Die Antwort der Gemeinde bestand darin, keine Parkflächen mehr auszuweisen, Schilder abzubauen und Anliegerzonen einzurichten. Santanyí und Cala d'Or sind daneben seit Jahrzehnten deutsch und britisch geprägt, mit allem, was das für Ladenzeilen und Speisekarten bedeutet.

Zwischen Sommer und Winter liegt hier ein größerer Unterschied als in anderen Teilen der Insel, weil die Küstenorte fast ausschließlich vom Tourismus leben. In Cala d'Or schließt von November bis März der Großteil der Hotels und Restaurants; Cala Figuera und Portopetro sind kleiner und fallen deshalb weniger auf. Die Binnendörfer laufen dagegen durch: In es Llombards oder s'Alqueria Blanca strukturieren im Februar ein Bäcker, ein Metzger und zwei Bars den Tag, der Markt in Santanyí findet das ganze Jahr statt, und die Mandelblüte ist die einzige Saison, die in den Winter fällt.

Praktisch heißt das: Auto. Die Buslinien fahren, aber dünn, und einzelne Linien nur im Sommer; wer ohne Auto hier wohnt, ist auf Nachbarn angewiesen. Der Verkehr sammelt sich an wenigen Stellen. Die Ma-19 endet bei Campos als vierspurige Schnellstraße und geht dort in eine Landstraße über, und die Zufahrten nach Es Trenc, zur Colònia de Sant Jordi und nach Santanyí laufen alle über diesen Punkt. Zwischen Mai und Oktober steht dort vormittags die Kolonne Richtung Strand und am späten Nachmittag die Gegenrichtung.

Für wen
Für Leute, die flaches Land, kurze Wege und die Nähe zu Palma mögen, ohne in Palma zu wohnen, und für Familien: geschützte Buchten, überschaubare Orte, Alltag in den Binnendörfern. Nichts für Berge, Wald und Nachtleben — und nichts für alle, die im August spontan ans Wasser wollen.
Anreise
Vom Flughafen führt die Ma-19 nach Süden, ohne dass man Palma durchqueren muss: rund 37 Kilometer vierspurig bis Campos, danach etwa 23 Kilometer Landstraße mit Kreisverkehren bis Santanyí und Portopetro. Außerhalb der Saison ist man in knapp einer Stunde da, zwischen Mai und Oktober hinter Mietwagen und Radgruppen deutlich länger.
Im Winter
Die Binnendörfer laufen durch, die reinen Küstenorte schließen: In Cala d'Or haben von November bis März die meisten Hotels und Restaurants zu, offen bleiben ein paar Bars und einzelne Lokale am Hafen. Wer hier kaufen will, sollte den Ort einmal im Januar gesehen haben, nicht nur im Juli.
Der Felsbogen Es Pontàs im Sonnenuntergang
Der Felsbogen Es Pontàs im SonnenuntergangFoto: Petr Slováček · Pexels

Orte im Der Südosten

Sitzplätze vor einem Café in Santanyí
Sitzplätze vor einem Café in SantanyíFoto: Guerrero De la Luz · Pexels

Drei Lagen, die man nicht verwechseln sollte

Erstens die Binnendörfer — Santanyí, Ses Salines, Campos, s'Alqueria Blanca, Calonge, es Llombards. Dort stehen Dorfhäuser aus marès, oft schmal und tief, direkt an der Straße, mit Innenhof statt Garten und Wand an Wand mit dem Nachbarn, was für Ruhe wie für Umbauten Folgen hat. Das sind die Orte mit Jahresbetrieb, mit Schule, Arzt und Bäcker. Zweitens das offene Land dazwischen: Fincas auf Feldern mit Trockenmauern, still, aber abhängig von Auto, eigener Zufahrt und eigener Wasserversorgung. Drittens die Küstenorte, überwiegend zwischen den 1930er und den 1980er Jahren entstanden — Cala d'Or als geplante weiße Siedlung, Cala Llombards dagegen als schlecht geordnete Bebauung der siebziger und achtziger Jahre, was man dort auch sieht. Die ärztliche Grundversorgung läuft über die örtlichen Gesundheitszentren, zuständiges Krankenhaus ist das Hospital de Manacor; Palma und der Flughafen sind über die Ma-19 erreichbar, ohne die Stadt zu durchqueren.

Zwei Rahmenbedingungen prägen den Markt stärker als jede Lagebeschreibung. Die erste ist der Flächenschutz: Der Naturpark Mondragó (seit 1992) und der Parc natural es Trenc–Salobrar de Campos (seit dem Gesetz 2/2017) binden große Teile der Küste. In Mondragó sind rund 88 Prozent der Fläche in Privatbesitz und trotzdem in der Nutzung beschränkt — Eigentum heißt dort nicht Baurecht. Lassen Sie sich vor jedem Kauf im offenen Land die Einstufung des Grundstücks zeigen und vergleichen Sie, was gebaut ist, mit dem, was eingetragen ist; nicht legalisierte Anbauten sind in dieser Gegend keine Seltenheit. Dazu kommen die unspektakulären Fragen, an denen später alles hängt: Wie kommt man auf das Grundstück, und steht das Wegerecht schriftlich fest? Woher kommt das Wasser — Anschluss, Brunnen oder Zisterne —, und ist es untersucht? Wie wird das Abwasser entsorgt?

Die zweite ist die Ferienvermietung. Für die touristische Vermietung braucht es eine ETV-Lizenz; die balearischen Regeln dazu werden laufend geändert, weshalb hier bewusst kein Stand zitiert wird, der in zwei Jahren falsch ist. Entscheidend ist ohnehin die konkrete Frage: Hängt am Objekt eine gültige Lizenz, ist sie übertragbar, und was genau deckt sie ab? Wer mit einer späteren Beantragung plant, plant mit einem Verfahren, das er nicht in der Hand hat — das gehört vor dem Kauf zu einem Anwalt. Und rechnen Sie die Saison mit: Eine Wohnung in Cala d'Or steht von November bis März in einem Ort, der zum großen Teil geschlossen ist; ein Dorfhaus in Santanyí oder Campos hat dieses Problem nicht, dafür im Sommer den Markt- und Durchgangsverkehr vor der Tür. Lärm ist hier eine Frage von hundert Metern: Hafenpromenade oder Seitengasse, Durchfahrtsstraße oder Innenhof. Preise nenne ich in diesem Kapitel nicht — die auffindbaren Quadratmeterzahlen stammen von Portalen und Maklerseiten, sind unterschiedlich abgegrenzt und nicht belastbar genug für einen Guide.

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Woher die Angaben stammen

  • Wikipedia, Ortsartikel zu Santanyí, Cala Figuera, Caló des Moro, Cala Llombards, Cala d'Or, Portopetro, Portocolom, Ses Salines, Colònia de Sant Jordi, Campos, Es Trenc und Cabrera (deutsch, katalanisch, englisch, spanisch)
  • Ajuntament de Santanyí, Angaben zu Besucherzahlen, Parkregelung und Anliegerzonen an Caló des Moro, Cala s'Almunia und Cala Llombards
  • Balearisches Gesetz 2/2017 vom 27. Juni über den Parc natural maritimoterrestre es Trenc–Salobrar de Campos
  • Govern de les Illes Balears, Parkverwaltung Parc natural de Mondragó
  • Nationalparkverwaltung Arxipèlag de Cabrera
  • Amtliche Melderegisterzahlen der Balearen (IBESTAT/INE), Stand 2025
  • Mallorca Magazin, Bericht über die Protestaktion an Caló des Moro im Juni 2024
  • Majorca Daily Bulletin, Bericht über die Verkehrsbeschränkungen an den Buchten von Santanyí, Mai 2022
  • TIB, Fahrplanauskunft des balearischen Nahverkehrs, sowie regionale Reiseportale zur Saison der Linie 517
  • Eigene Ortskenntnis aus der Maklerarbeit in der Gemeinde Santanyí und in der Ebene um Campos

Bildnachweis

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  • Carsten Ruthemann
  • Guerrero De la Luz
  • Jimmy Ramírez
  • Mike Art
  • Petr Slováček

Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.