Foto: Andreas Geissler · Pexels
Inselguide · Region
Der Nordosten
Zwischen Artà und Cala Millor liegen zwei Mallorcas: eine dicht bebaute Badeküste und ein fast leerer Norden, der seit 2023 wieder Naturpark ist. Dazwischen stehen drei Orte, in denen das ganze Jahr über gewohnt wird. Dieses Kapitel ordnet die Gegend ein und sagt auch, was daran unbequem ist.
Im Nordosten laufen die Serres de Llevant ans Meer. Das sind Hügel zwischen 200 und gut 550 Metern, bewachsen mit Kiefer, Zwergpalme und Ginster, dazwischen Trockenmauern und Mandelfelder; höchster Punkt der Gegend ist die Talaia Freda mit 562 Metern im Gemeindegebiet von Artà. Wer aus der Inselmitte kommt, merkt den Wechsel an der Straße: Die Ebene um Manacor hört auf, die Kurven fangen an.
Die Küste ist zweigeteilt, und zwar deutlich. Zwischen Cala Rajada — amtlich katalanisch so geschrieben, im Deutschen meist Cala Ratjada — und Cala Millor steht der Pauschaltourismus der sechziger bis achtziger Jahre dicht an der Wasserlinie; allein in der Gemeinde Capdepera zählt man rund 78 Hotels mit gut 15.500 Zimmern, und Cala Millor ist eines der größten Bettenzentren der Balearen. Nördlich von Capdepera und Artà hört die Bebauung fast schlagartig auf: Cap de Ferrutx, Cala Torta, s'Arenalet des Verger — dort gibt es keine Hotelzeile, keine Strandbar und streckenweise keinen Asphalt.
Dieser leere Teil ist seit 2023 wieder ein großes Schutzgebiet. Der Parc natural de la península de Llevant, 2001 ausgewiesen, 2003 nach Einsprüchen von Grundeigentümern um über neunzig Prozent auf gut 1.600 Hektar zusammengestrichen, wurde im Februar 2023 per Dekret der Balearenregierung auf rund 17.000 Hektar erweitert, davon etwa 10.900 Hektar Land und 6.200 Hektar Meeresfläche. Das ist kein Verwaltungsdetail, sondern im Alltag spürbar: Die Anfahrt mit dem Auto zu Cala Torta, Cala Mitjana und Cala Estreta ist inzwischen untersagt, und die Parkplatzfrage an der Cala Agulla hängt unmittelbar damit zusammen.
Die Orte sind schnell sortiert. Artà und Capdepera liegen im Land, jeder an einem Hügel, über dem einen eine ummauerte Wallfahrtskirche, über dem anderen eine Burganlage; Son Servera liegt weiter südlich am Fuß des Puig de sa Font. An der Küste hängen daran Cala Rajada, Cala Mesquida, Canyamel, Cala Millor mit Cala Bona und sa Coma sowie, auf der anderen Seite des Gebirges an der Bucht von Alcúdia, die Colònia de Sant Pere. Verwaltungsgeschichtlich war das lange eine Einheit: Bis ins 19. Jahrhundert gehörte alles zu Artà. Son Servera löste sich zuerst — 1812 unter der Verfassung von Cádiz, 1820 erneut, 1824 wieder verloren, endgültig eigenständige Gemeinde ab 1837. Capdepera folgte 1858 und trennte sich dabei sowohl von Artà als auch von Son Servera.
Wer hier unterwegs ist, wechselt mit der Jahreszeit. Von Mai bis Oktober sind es Badegäste, dazu Radfahrer und Wanderer, im Hochsommer Mietwagenkolonnen auf der Ma-15. Von November bis März bleiben in den Badeorten die Dauerbewohner und ein paar offene Bars, während Artà, Capdepera und Son Servera mit Markt, Schule und Arzt weiterlaufen. Wirtschaftlich lebt der Nordosten vom Tourismus, daneben von Landwirtschaft und in Artà bis heute vom Flechten mit Zwergpalmblättern, der llata.
- Für wen
- Für Käufer, die einen Ort mit Alltag wollen: Artà, Capdepera und Son Servera haben Markt, Schule und Arzt und laufen auch im Februar, ans Wasser sind es von dort zehn bis fünfzehn Autominuten. Nicht geeignet für Leute, die abends Auswahl brauchen oder im Hochsommer Ruhe direkt an Cala Agulla, Cala Mesquida oder der Promenade von Cala Rajada erwarten; nach Palma ist es gut eine Stunde pro Richtung.
- Anreise
- Vom Flughafen über die Ma-19 auf die Ma-15, die einzige durchgehende Verbindung nach Osten: vierspurig nur bis Manacor bei Kilometer 47, danach Landstraße mit Ortsdurchfahrten und rund achtzehn Kreisverkehren — nach Cala Millor etwa 60 bis 75 Minuten, nach Cala Rajada eher 70 bis 80. Eine Bahn gibt es nicht; die Strecke Manacor–Artà fuhr von 1921 bis 1977, ihre Trasse ist seit 2014 die Vía Verde, ein rund 29 Kilometer langer Rad- und Wanderweg.
- Im Winter
- In den Badeorten schließt zwischen November und März das meiste, in Cala Rajada bleiben außerhalb der Saison nur wenige Bars an der Promenade offen; Artà, Capdepera und Son Servera laufen mit Wochenmärkten, Schulen und Ärzten weiter, ebenso die beiden Häuser Teatre d'Artà und Auditòrium Sa Màniga. Der wichtigste Termin des Winters ist Sant Antoni Abat am 17. Januar, in Artà und Capdepera ein Fest der Einheimischen und kein Touristenprogramm — und wer hier kaufen will, sollte den Ort im Januar gesehen haben, nicht nur im August.

Orte im Der Nordosten
Artà
StadtDer gewachsene Hauptort der Region, an einen Hügel gebaut, mit einer ummauerten Wallfahrtskirche obendrauf.
Artà hat 8.629 Einwohner (2025) und mit 139,79 Quadratkilometern die größte Gemeindefläche der Region; sie reicht von den Bergen bis an zwei Küsten, an die Badia d'Alcúdia im Nordwesten und an die unbebaute Ostküste. Entsprechend dünn besiedelt ist das Land dazwischen.
Vom Plaça und der spätgotischen Pfarrkirche Transfiguració del Senyor führt eine überdachte Zypressentreppe hinauf zum Santuari de Sant Salvador, einer Wallfahrtskirche innerhalb einer mittelalterlichen Festungsmauer; von oben sieht man über die Ebene bis in die Bucht von Alcúdia. Südöstlich des Ortes liegt Ses Païsses, eine talayotische Siedlung aus der Zeit um 1000 v. Chr. und eine der größten erhaltenen der Insel.
Artà funktioniert ganzjährig: Dienstagsmarkt am Plaça del Conqueridor, Schulen, Ärzte, dazu das 2001 eröffnete Teatre d'Artà mit 460 Plätzen, das auch im Winter spielt. Neben Tourismus und Landwirtschaft wird hier weiterhin mit Zwergpalmblättern geflochten.
- Bekannt für
- Das Santuari de Sant Salvador, die talayotische Siedlung Ses Païsses und den Dienstagsmarkt.
- Gut zu wissen
- Der Aufstieg zu Sant Salvador geht über rund 180 Stufen, ohne Schatten — im Sommer eine Sache für den frühen Morgen. Ses Païsses kostet Eintritt und ist an Sonn- und Feiertagen geschlossen, im Winter zudem nur vormittags; Zeiten und Preis vorher nachsehen, beides wird regelmäßig geändert.

Küstenlinie der Halbinsel LlevantFoto: Andreas Geissler · Pexels Capdepera
DorfNaturstein in engen Gassen unter einer der größten Burganlagen der Insel.
Die Gemeinde Capdepera zählt 13.135 Einwohner (2025) auf 54,92 Quadratkilometern; im Dorf selbst leben davon rund 3.800, der Rest verteilt sich auf Cala Rajada, Cala Mesquida, Canyamel, Cala Lliteres und weitere Siedlungen. Das Dorf liegt gut drei Kilometer vom Wasser entfernt und einen Hügel höher — das ist der ganze Unterschied im Winter.
Das Castell de Capdepera wurde ab 1300 unter Jaume II. angelegt, nicht als Schloss, sondern als befestigtes Dorf, in das sich die Bevölkerung bei Piratenangriffen zurückzog. Die Kapelle stammt von 1323, die Ringmauer wurde erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts fertig. 1856 wurde die Anlage versteigert, seit 1983 gehört sie wieder der Gemeinde.
Der Ortskern darunter besteht aus engen, teils gestuften Gassen mit Natursteinfassaden, mit Bäcker, Bars und Wochenmarkt, aber ohne Souvenirmeile. Zum östlichsten Punkt Mallorcas, dem Leuchtturm Far de Capdepera von 1861, sind es wenige Kilometer.
- Bekannt für
- Das Castell, den mittelalterlichen Markt im Mai und den Ortskern aus Naturstein.
- Gut zu wissen
- Der Mercat Medieval füllt an drei Tagen im Mai Burg und Altstadt komplett; die Zufahrt in den Kern ist dann gesperrt, aus Cala Rajada, Canyamel und Cala Mesquida fahren Sonderbusse. Die Termine wechseln jährlich, wer im Ort wohnt, sollte sie vorher kennen. Wochenmarkt ist mittwochs. Parken im Kern ist knapp, und mehrere Gassen sind für größere Wagen nicht gemacht.

Der Leuchtturm von CapdeperaFoto: Margo Evardson · Pexels Cala Rajada
HafenortFischereihafen und Ferienort in einem, mit klarer Hochsaison und ebenso klarem Winterschlaf.
Cala Rajada — im Deutschen meist Cala Ratjada geschrieben — gehört zu Capdepera und hat 7.160 Einwohner (2025). Der Hafen ist nach Palma der zweitwichtigste Fischereihafen Mallorcas und arbeitet morgens noch als solcher; daneben liegt eine Marina.
Um den Ort reihen sich Buchten: Son Moll und sa Pedruscada direkt am Ort, Cala Gat und Cala Lliteres in Gehweite, Cala Agulla und Cala Mesquida ein Stück nördlich. Über dem Hafen liegt Sa Torre Cega, der Sommersitz der Bankiersfamilie March, dessen Garten über vierzig Skulpturen zeitgenössischer Künstler zeigt.
Der Ort ist stark deutsch geprägt. Tagsüber bestimmen Souvenirläden und Lokale das Zentrum, im Sommer kommt rund um die Diskotheken ein ausgeprägter Partybetrieb dazu. Von November bis März kippt das ins Gegenteil: Ein großer Teil der Promenade steht leer. Wer das Bild vom stillen Fischerdorf im Kopf hat, sollte im August hinfahren, bevor er kauft.
- Bekannt für
- Den Fischereihafen, die Gärten der Villa March und die Buchten Cala Gat, Cala Agulla und Cala Mesquida.
- Gut zu wissen
- Die Gärten von Sa Torre Cega sind nur zu festen Terminen und nach Voranmeldung zu sehen, und Führungen fallen aus, wenn zu wenige Anmeldungen zusammenkommen; Termine erfragt man vorab beim Tourismusbüro. Wer eine Wohnung im Zentrum ansieht, sollte das an einem Abend im Juli oder August tun und nicht an einem Vormittag im Mai.

Felsen an der Küste bei Cala RatjadaFoto: Joerg Hartmann · Pexels Cala Mesquida und Cala Agulla
StrandDie beiden großen Sandbuchten nördlich von Cala Rajada, mit Dünen, Kiefernwald und einer seit 2025 ungelösten Parkplatzfrage.
Cala Agulla liegt gut zwei Kilometer nördlich von Cala Rajada hinter einem Kiefernwald, Cala Mesquida weiter nordwestlich am Ende einer Stichstraße von Capdepera aus. Beide gehören zur Gemeinde Capdepera, beide haben breiten hellen Sand, und beide ziehen zwischen Cala Rajada und dem Naturpark die meisten Besucher.
Hinter Cala Mesquida liegt ein Dünensystem, das nicht betreten werden darf; die Holzstege sind kein Komfort, sondern der Grund, warum die Dünen noch da sind. Die Bucht öffnet sich nach Nordosten und bekommt bei Nordwind kurze, harte Wellen — an solchen Tagen ist sie für Kinder nichts und für Surfer alles. Der Küstenstreifen dahinter gehört zu dem Gebiet, das mit der Parkerweiterung von 2023 unter Schutz gestellt wurde; die Schließung des alten Parkplatzes an der Cala Agulla wird in der Berichterstattung ausdrücklich damit begründet.
Dieser jahrzehntelang informell genutzte Parkplatz ist seit Februar 2025 dicht. Als Übergang dient der ehemalige Steinbruch Clot de sa Grava, der an Sonnentagen nicht reicht; ein größerer Ersatzplatz steckt im Enteignungsverfahren und war zuletzt weder genehmigt noch gebaut. Praktisch heißt das: früh da sein, zu Fuß gehen oder den Bus nehmen.
- Bekannt für
- Breite Sandstrände mit Dünen und Kiefernwald — und für den Streit um die Zufahrt.
- Gut zu wissen
- Prüfen Sie die aktuelle Park- und Zufahrtsregelung vor der Fahrt, statt sich auf ältere Reiseberichte zu verlassen; sie hat sich in den letzten Saisons mehrfach geändert. Ein Fußweg verbindet beide Buchten über den bewaldeten Rücken dazwischen, Wasser gibt es unterwegs keins.

Klares Wasser an der Felsküste von Cala RatjadaFoto: Joerg Hartmann · Pexels Canyamel
StrandEine ruhige Bucht am Ende eines Tals, geteilt durch einen Sturzbach: unten Hotels, oben Villen und Golf.
Canyamel liegt etwa sechs Kilometer südlich von Cala Rajada und gehört zu Capdepera. Der Torrent de Canyamel teilt den Ort in zwei Hälften: südlich die Hotelzeile mit Fußgängerbereich, nördlich Villenbebauung und ein 1988 eröffneter 18-Loch-Golfplatz. Der Sandstrand ist rund 300 Meter lang und liegt zwischen bewaldeten Hügeln von 200 bis 300 Metern.
Am Taleingang steht die Torre de Canyamel, ein 23 Meter hoher gotischer Wehrturm mit quadratischem Grundriss aus dem 13. Jahrhundert, heute mit kleinem Museum und Gastronomie. Das Mündungsgebiet des Sturzbachs ist Feuchtzone und steht unter Naturschutz.
Wer hier wohnt, wohnt ruhig und zugleich eingeschränkt: Die Auswahl an Läden und Lokalen ist klein, abends fährt man nach Capdepera oder Cala Rajada, und außerhalb der Saison ist der untere Ortsteil weitgehend geschlossen.
- Bekannt für
- Die Torre de Canyamel, den Golfplatz und einen vergleichsweise ruhigen Sandstrand.
- Gut zu wissen
- Die Bucht öffnet sich nach Südosten und ist bei kräftigem Wind schlecht geschützt; dann ist das Wasser deutlich bewegter, als die Bilder vermuten lassen. Wie viele Menschen hier ganzjährig gemeldet sind, geben die Quellen unterschiedlich an — aussagekräftiger ist ohnehin, wie viele Häuser im Januar Licht haben.
Coves d'Artà
NaturTropfsteinhöhle im Kliff am Cap Vermell, ohne Lichtshow und ohne Bootsfahrt, mit einem rund 25 Meter hohen Portal über einer Freitreppe von 1860.
Die Höhle liegt trotz ihres Namens auf dem Gemeindegebiet von Capdepera, am Cap Vermell oberhalb von Canyamel. Das begehbare System ist rund 400 Meter lang. Der Eingang öffnet sich in der Steilwand unter etwa 100 Metern Fels; das Portal wölbt sich rund 25 Meter hoch, hinauf führt eine Freitreppe, die 1860 für den Besuch von Königin Isabel II. in den Fels gebaut wurde.
1229 versteckten sich hier maurische Kämpfer vor den Truppen Jaumes I. Im Gästebuch, das seit 1869 geführt wird, stehen unter anderem Jules Verne und Victor Hugo. Die Route führt durch den Saal der tausend Säulen, den Saal der Säulenkönigin mit einem 22 Meter hohen Tropfstein, die Hölle und das Paradies; der höchste Saal misst 54 Meter.
Anders als in den Coves del Drac gibt es keine Musik- und Lichtinszenierung und keine Bootsfahrt. Wer das erwartet, ist hier falsch; wer Gestein sehen will, ist richtig.
- Bekannt für
- Das Portal im Kliff, die Freitreppe von 1860 und das Gästebuch mit prominenten Einträgen.
- Gut zu wissen
- Die Führung dauert etwa vierzig Minuten und geht über viele, teils feuchte Stufen; festes Schuhwerk hilft. Öffnungszeiten und Eintrittspreise unterscheiden sich zwischen Sommer und Winter und werden regelmäßig angepasst — beides sieht man am Besuchstag beim Betreiber nach. Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt.

Tropfsteinformationen in einer Höhle auf MallorcaFoto: Artem Zhukov · Pexels Son Servera
DorfArbeitsort am Fuß des Puig de sa Font mit einer Kirche, die nie fertig wurde.
Son Servera hat 12.417 Einwohner (2025) auf 42,56 Quadratkilometern und liegt rund 60 Kilometer von Palma entfernt am Fuß des Puig de sa Font (271 Meter). Die Gemeinde ist Verwaltungssitz für Cala Millor, Cala Bona und Costa dels Pins und lebt entsprechend zweigleisig: oben das Dorf mit Alltag, unten die Küste mit Saison.
Die Pfarrkirche Sant Joan Baptista stammt von 1622. Bekannter ist die Església Nova, ab 1905 von einem Schüler Gaudís begonnen, 1929 unvollendet eingestellt; der dachlose Bau dient heute als Veranstaltungsort. Die Ortsgeschichte hat eine harte Zäsur: Bei der Pest von 1820 starben von 1.684 Einwohnern 1.040.
Costa dels Pins im Norden der Gemeinde ist die Villenlage der Gegend, mit dem 1967 eröffneten Club de Golf Son Servera, dem zweitältesten Platz der Insel. Zwischen Dorf und Küste liegen wenige Autominuten — im Winter aber zwei verschiedene Welten.
- Bekannt für
- Die unvollendete Església Nova, den Freitagsmarkt und die Villenlage Costa dels Pins.
- Gut zu wissen
- Wochenmarkt ist freitags rund um den Plaça de Sant Joan. Sant Joan am 24. Juni wird eine Woche lang gefeiert, mit traditionellem Tanz; im Ortskern ist dann kaum ein Stellplatz frei. Wer Nähe zum Strand will, ohne im Saisonbetrieb zu wohnen, ist hier oben besser aufgehoben als unten in Cala Millor.
Cala Millor
Stadt1,8 Kilometer Sandstrand mit durchgehender Promenade, gebaut für den Pauschaltourismus und ehrlich darin.
Cala Millor hat rund 5.400 Einwohner (2025) und liegt in zwei Gemeinden gleichzeitig: Der nördliche Teil gehört zu Son Servera, der südliche zu Sant Llorenç des Cardassar. Das ist kein Detail für Statistiker — Zuständigkeiten, Gebühren und örtliche Vorschriften hängen davon ab, in welcher der beiden Gemeinden ein Haus steht.
Der Sandstrand ist 1.800 Meter lang und 30 bis 35 Meter breit, der Einstieg ins Wasser flach. Gewachsen ist der Ort seit den dreißiger Jahren: Das erste Hotel entstand 1934, die Promenade wurde 1962 angelegt und ist bis heute die Achse. Heute ist Cala Millor eines der größten Bettenzentren der Balearen; die Zahlen dazu gehen je nach Quelle weit auseinander, die Größenordnung sieht man von der Promenade aus.
Architektonisch ist das kein schöner Ort, aber ein funktionierender: alles fußläufig, Versorgung vorhanden, Ärzte und Apotheken in Gehweite. Das 1999 eröffnete Auditòrium Sa Màniga mit 472 Plätzen ist das kulturelle Gegengewicht und spielt auch im Winter.
- Bekannt für
- Den 1.800 Meter langen Strand, die autofreie Promenade und das Auditòrium Sa Màniga.
- Gut zu wissen
- Wochenmarkt ist montags. Zwischen November und März schließen die meisten Hotels und Restaurants, nur einzelne Häuser bleiben durchgehend offen — wer hier eine Wohnung kauft, sollte wissen, dass der Ort im Februar weitgehend leer ist. Am südlichen Ende beginnt das Schutzgebiet Punta de n'Amer, der schnellste Weg aus dem Betrieb heraus.

Strand von Cala Millor am frühen MorgenFoto: Joerg Hartmann · Pexels Cala Bona und sa Coma
KüsteDie Fortsetzung von Cala Millor nach Norden und Süden: ein kleiner Hafen, ein zweiter großer Strand, derselbe Saisontakt.
Cala Bona schließt im Norden an Cala Millor an und gehört zu Son Servera. Aus dem alten Fischerhafen ist ein kleiner Hafen mit Promenade geworden; die Badestellen sind kleiner und teils felsig, dafür ist es ruhiger als ein paar hundert Meter weiter südlich. Fußläufig sind beide Orte längst einer.
Sa Coma liegt auf der anderen Seite, südlich von Cala Millor und schon in der Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar. Dazwischen schiebt sich die Halbinsel Punta de n'Amer ins Meer, ein Schutzgebiet mit einem Wehrbau aus dem 17. Jahrhundert auf der Höhe und Wegen durch Kiefern und Garrigue. Sa Coma selbst ist ein Hotelort der siebziger und achtziger Jahre mit breitem Sandstrand und flachem Wasser; weiter südlich folgt s'Illot.
Für Käufer zählt vor allem, dass die drei Orte denselben Takt haben: Von November bis März ist der Betrieb heruntergefahren, die Nachbarschaft besteht dann aus Dauerbewohnern, und wer eine Wohnung zwischen Hotels kauft, hat im Sommer die Hotelanlieferung vor dem Fenster.
- Bekannt für
- Den Hafen von Cala Bona, den Strand von sa Coma und die Halbinsel Punta de n'Amer dazwischen.
- Gut zu wissen
- Die Promenade lässt sich von Cala Bona bis zum Fuß der Punta de n'Amer durchgehen; auf der Halbinsel gibt es Schatten, aber kaum Versorgung. Achten Sie beim Vergleich auf die Gemeindegrenze: Cala Bona gehört zu Son Servera, sa Coma zu Sant Llorenç des Cardassar, und damit unterscheiden sich Ansprechpartner und örtliche Regeln.
Colònia de Sant Pere
HafenortKleiner Hafen an der Bucht von Alcúdia, 1880 als Bauernkolonie gegründet, heute ein Ort in Sackgassenlage mit einem einzigen Hotel.
Die Colònia gehört zu Artà, liegt aber auf der anderen Seite des Gebirges an der Ostseite der Badia d'Alcúdia und hat 763 Einwohner (2025). Gegründet wurde sie am 16. August 1880 als landwirtschaftliche Kolonie nach dem Kolonisationsgesetz von 1868; 108 Familien aus ganz Mallorca teilten sich ein quadratisch angelegtes Ortsgebiet, das man dem Grundriss bis heute ansieht.
Aus dem Fischerhafen wurde in den achtziger Jahren ein Sporthafen mit heute rund 300 Liegeplätzen; auf den Felsen am Ufer stehen noch die alten Fischbehälter, die Vivers. Der Ortsstrand ist nur etwa 80 Meter lang und liegt hinter einem Wellenbrecher, dafür beginnt wenige Kilometer weiter mit s'Arenal de sa Canova ein rund zwei Kilometer langer Naturstrand ohne Bebauung.
Es gibt genau ein Hotel, vermietet wird sonst privat, und Durchgangsverkehr gibt es nicht: Drei Kilometer weiter endet die Ma-3331 in der Urbanisation Betlem. Von dort führt der Weg hinauf zur Ermita de Betlem, einer Einsiedelei von 1805 auf rund 280 Metern, die seit 2010 nicht mehr von Mönchen bewohnt ist. Der Blick geht über die Bucht bis zur Tramuntana.
- Bekannt für
- Den Sporthafen, den Naturstrand s'Arenal de sa Canova und die Ermita de Betlem.
- Gut zu wissen
- Die Straße nach Betlem ist eine Sackgasse; am Ende ist im Sommer kaum Platz zum Parken und Wenden. Der Aufstieg zur Ermita misst von Betlem aus etwa fünf bis sechs Kilometer mit rund 250 Höhenmetern, markiert mit roten Punkten und Steinmännchen — zwei bis drei Stunden einplanen und Wasser mitnehmen, oben gibt es keins.
Parc natural de la península de Llevant
NaturDer unbebaute Norden hinter Artà: Garrigue, Schotterpisten, Buchten ohne Straße — seit 2023 wieder der größte Naturpark der Insel.
Der Park wurde am 9. November 2001 ausgewiesen und umfasste zunächst 21.507 Hektar. Nach Einsprüchen von Grundeigentümern wurde er im Dezember 2003 um gut 92 Prozent verkleinert; übrig blieben gut 1.600 Hektar in öffentlicher Hand. Im Februar 2023 kehrte sich das um: Ein Dekret der Balearenregierung erweiterte den Park auf rund 17.000 Hektar, davon etwa 10.900 Hektar Land und 6.200 Hektar Meeresfläche. Damit ist er heute der größte Naturpark Mallorcas, und viel Fläche, die bis dahin außerhalb lag, liegt jetzt innerhalb der Grenze.
Das Gebiet liegt in den Gemeinden Artà, Capdepera und Son Servera und endet im Norden am Cap de Ferrutx; markant sind der Puig de sa Tudossa und die Rücken dahinter. Die Vegetation ist Garrigue aus Zwergpalme und Espartogras, an Tieren kommen Balearen-Grasmücke, Landschildkröten, Korallenmöwen und Kormorane vor. Zu den Stränden im Gebiet gehören s'Arenalet des Verger, Cala Torta, Cala Mitjana und Cala Estreta — Buchten ohne Hotel und ohne Strandbar.
Die Zufahrt ist der Punkt, an dem die meisten Reiseberichte im Netz überholt sind. Die zuständige Conselleria d'Agricultura, Pesca i Medi Natural hat die Anfahrt mit dem Auto zur Cala Torta 2023 und zu Cala Mitjana und Cala Estreta im April 2024 untersagt; erlaubt sind der Zugang zu Fuß, mit dem Rad und per Boot, Ausnahmen gelten für Rettungs- und Verwaltungsfahrzeuge. Ein geordneter Parkplatz an der Wegkreuzung der drei Buchten, von dem aus man 15 bis 20 Minuten zu Fuß geht, war angekündigt, zuletzt aber nicht gebaut.
- Bekannt für
- Cala Torta und Cala Mitjana, die Wanderwege ab s'Alqueria Vella und den Cap de Ferrutx.
- Gut zu wissen
- Haupteinstieg ist der Parkplatz s'Alqueria Vella an der Ma-3333 nördlich von Artà; dort liegt das Infozentrum, dort beginnen die markierten Routen. Für die Übernachtung in den Schutzhütten braucht es eine Voranmeldung. Schatten gibt es unterwegs kaum, Verpflegung nirgends — und da sich die Regeln seit der Erweiterung mehrfach geändert haben, fragt man Wege und Zufahrten besser beim Park nach als in einem Reiseblog.
Ortskern, Umland, Küste: drei Märkte, die wenig miteinander zu tun haben
Die erste Schicht sind die alten Ortskerne von Artà und Capdepera: Reihen- und Stadthäuser aus Naturstein, oft alt, oft sanierungsbedürftig, häufig ohne eigenen Stellplatz und über Gassen erschlossen, in die ein größerer Wagen nicht passt. Wer hier kauft, sollte vor dem Notartermin wissen, was am Gebäude unter Ortsbild- oder Denkmalschutz fällt; das betrifft in der Regel Fassade, Fenster und Dach und entscheidet darüber, wie lange eine Genehmigung dauert und was eine Sanierung überhaupt zulässt. Fragen Sie außerdem konkret nach, wo der nächste dauerhafte Stellplatz ist — nicht theoretisch, sondern an einem Dienstagvormittag mit Markt.
Die zweite Schicht ist das Umland, vor allem in der flächengroßen Gemeinde Artà: Fincas mit großen Grundstücken, Natursteinfassaden und entsprechendem Unterhalt. Auf Landflächen entscheidet nicht das Exposé, sondern die Genehmigungslage — ob das Haus vollständig eingetragen und als bewohnbar erklärt ist, ob Anbauten legalisiert sind, woher das Wasser kommt und ob der Brunnen angemeldet ist, wie Strom und Abwasser gelöst sind, und ob die Zufahrt über eigenen Grund führt oder über ein Wegerecht, das schriftlich bestehen muss. Seit der Parkerweiterung von 2023 liegt zudem deutlich mehr Fläche im Norden innerhalb der Parkgrenze; was dort baulich und bei der Nutzung möglich ist, hängt am Schutzstatus der jeweiligen Zone und gehört vor dem Kauf geklärt, nicht danach.
Die dritte Schicht ist die Küste, und sie ist in sich sehr verschieden. Costa dels Pins und der Nordteil von Canyamel sind Villenlagen mit Golfplatz; Cala Millor, Cala Bona, sa Coma und Cala Rajada sind Wohnungsmärkte mit hoher Hoteldichte in direkter Nachbarschaft, mit allem, was dazugehört: Saisonbetrieb, Lieferverkehr am frühen Morgen, Lärm bis in die Nacht und älterer Bestand, dessen Zustand man an den Protokollen und Rücklagen der Eigentümergemeinschaft abliest, bevor man über den Preis spricht. Die Colònia de Sant Pere ist der Sonderfall — ein Ort mit einem einzigen Hotel, Sackgassenlage, wenig Durchgangsverkehr und dünner Versorgung im Winter. Eine Ferienvermietlizenz gehört nirgends automatisch zum Objekt: Sie hängt an Zone, Gebäudeart und, bei Wohnungen, an der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft, und sie ist amtlich nachprüfbar — tun Sie das vor dem Kauf. Und rechnen Sie damit, dass kommunale Entscheidungen eine Lage schneller verändern als jede Marktprognose: Der geschlossene Parkplatz an der Cala Agulla hat für die Nachbarschaft mehr bewegt als alles, was in Maklerberichten über den Nordosten steht.
Objekte ansehenFrage stellenSuchanfrage anlegenWoher die Angaben stammen
- Ajuntament de Capdepera, Darstellung der Gebietsteilung des Terme d'Artà 1812 bis 1858
- Ajuntament de Son Servera
- Ajuntament d'Artà
- Govern de les Illes Balears, Dekret 8/2023 zur Erweiterung des Parc natural de la península de Llevant
- Conselleria d'Agricultura, Pesca i Medi Natural, Zufahrtsverbote für Cala Torta, Cala Mitjana und Cala Estreta
- Parc natural de la península de Llevant, Infozentrum s'Alqueria Vella
- Agència d'Estratègia Turística de les Illes Balears (illesbalears.travel) zu Ses Païsses und zum Garten Sa Torre Cega
- Betreiber der Coves d'Artà
- Spain.info, Tourismusportal Spaniens, zur Torre de Canyamel
- Visit Capdepera, Gemeindeportal zum Mercat Medieval
- Teatre d'Artà und Auditòrium Sa Màniga
- Club de Golf Son Servera
- Mallorca Magazin, Berichterstattung zum Parkplatz an der Cala Agulla
- Wikipedia auf Katalanisch, Spanisch, Deutsch und Englisch zu den Orten, zur Ma-15 und zum Naturpark, als Einstieg und mit den vorgenannten Stellen abgeglichen
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- Andreas Geissler
- Artem Zhukov
- Joerg Hartmann
- Margo Evardson
Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.