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Inselguide · Region
Der Osten
Der Osten ist die flachere Hälfte Mallorcas: niedrige Berge, weite Felder, eine Felsküste mit engen Buchten. Zwischen Artà und Felanitx liegen Landstädte mit ganzjährigem Leben, an der Küstenkante Ferienorte, die von November bis März weitgehend schließen. Dieses Kapitel nennt beides.
Der Osten ist die flachere Hälfte der Insel. Statt eines Gebirges gibt es die Serres de Llevant, einen Höhenzug mit Gipfeln zwischen 400 und gut 550 Metern; der höchste ist die Talaia Freda im Massís d'Artà mit 562 Metern, danach kommen der Bec de Ferrutx mit 522 und der Puig de Sant Salvador über Felanitx mit 510 Metern. Dahinter liegt eine Ebene aus Mandel- und Getreidefeldern, Trockenmauern und alten Windrädern, die einmal Wasser gefördert haben. Die Küste ist kein durchgehender Strand, sondern eine Felskante mit Einschnitten: enge Calas, dazwischen kilometerweit nichts.
Verwaltungstechnisch heißt der Osten Llevant und besteht aus Artà, Capdepera, Manacor, Sant Llorenç des Cardassar und Son Servera. Dieses Kapitel nimmt Felanitx und Portocolom dazu, obwohl beide zum Migjorn gerechnet werden — wer von Manacor nach Süden fährt, merkt an der Landschaft keinen Bruch. Die Orte liegen in zwei Reihen: die Landstädte im Inneren, ihre Häfen und Ferienorte an der Küste, jeweils fünf bis fünfzehn Kilometer entfernt. Manacor allein verwaltet 27 Kilometer Küstenlinie.
Wirtschaftlich hängt die Gegend an drei Dingen, die wenig miteinander zu tun haben: Landwirtschaft im Hinterland, Möbelbau und Kunstperlen in Manacor, Tourismus an der Kante. Das Nebeneinander kann man sehen. Manacor ist eine Arbeitsstadt mit Gewerbegebieten und Kreisverkehren, vierzehn Kilometer weiter liegt Porto Cristo mit Fischereihafen und Reisebussen. Artà im Norden ist der Gegenpol zu Manacor: kleiner, steiler gebaut, mit Galerien und Werkstätten statt Lagerhallen.
Unterwegs sind hier drei Gruppen, die sich kaum begegnen. An der Ostspitze um Cala Ratjada und in Cala Millor stehen die größten Hotelorte der Küste, überwiegend deutschsprachig belegt und auf Halbpension eingestellt. In den Höhlen bei Porto Cristo und Canyamel wird der Tagesausflugsverkehr der halben Insel abgewickelt, mit Reisebussen, die sich vormittags vor den Eingängen stauen. Und im Hinterland zwischen Felanitx, Manacor und Artà fahren im Frühjahr und Herbst Rennradgruppen, weil die Ebene lange Runden erlaubt und Sant Salvador und Santueri zwei ernsthafte Anstiege sind.
Zwischen August und Januar ist das nicht dieselbe Gegend. Orte mit Einwohnern laufen durch, reine Ferienorte machen zu — nicht nur die Hotels, sondern die Läden, Bars und Mietwagenschalter gleich mit. Wer aus der Serra de Tramuntana kommt, findet den Osten unspektakulärer. Wer aus Palma kommt, findet ihn leerer. Beides stimmt.
- Für wen
- Passt für Leute, die Alltagsinfrastruktur ohne Großstadt wollen: Manacor hat Krankenhaus, weiterführende Schulen, Baumärkte und Bahnanschluss, ans Meer sind es zwanzig Minuten, und für Segler ist Portocolom ganzjährig nutzbar. Passt nicht für alle, die abends häufig in Palma sein wollen oder im Winter Betrieb erwarten.
- Anreise
- Vom Flughafen Palma führt die Ma-15 quer über die Insel nach Manacor, rund 50 Kilometer; bis an die Küste sind es je nach Ort 65 bis 80 Kilometer, und die letzte Etappe auf den einspurigen Küstenstraßen ist in der Hochsaison die langsamste. Ohne Auto geht es nur eingeschränkt: Die Bahnlinie T3 endet in Manacor, weiter fährt der Bus, die alte Strecke nach Artà ist seit Jahrzehnten stillgelegt.
- Im Winter
- Orte mit Einwohnern laufen durch — Manacor, Felanitx, Artà, Capdepera, Porto Cristo, Portocolom —, reine Ferienorte wie Cales de Mallorca, Cala Romàntica oder Sa Coma schließen von November bis März fast vollständig, samt Läden, Bars und Mietwagenschaltern. Wer hier kaufen will, sollte den Ort einmal im Januar gesehen haben, nicht nur im August.

Orte im Der Osten
Artà
StadtDie Landstadt im Norden des Ostens, mit einem ummauerten Wallfahrtsberg über der Altstadt und einer prähistorischen Siedlung vor den Toren.
Artà liegt am Fuß des Massís d'Artà, gut zehn Kilometer vom Meer, und ist steiler gebaut als die übrigen Landstädte des Ostens. Von der Pfarrkirche Transfiguració del Senyor führt eine gestufte, von Zypressen gesäumte Treppe hinauf zum Santuari de Sant Salvador, dessen Kirche in einem zinnenbewehrten Mauerring mittelalterlichen Ursprungs steht. Der Weg ist kurz, aber durchgehend bergauf; oben überblickt man den Nordosten vom Höhenzug bis zur Bucht von Alcúdia.
Vor der Stadt liegt Ses Païsses, eine talayotische Siedlung aus der Bronze- und Eisenzeit, mit einem Ringwall aus unbehauenen Blöcken und einem Tor, das bis heute steht. Die Anlage ist eingezäunt, wird bewirtschaftet und liegt unter Steineichen, was sie im Sommer erträglich macht. Sie gehört zu den besser erhaltenen prähistorischen Plätzen der Insel und ist trotzdem selten voll.
Dienstags ist Markt. Artà zieht ein anderes Publikum an als Manacor: Zugezogene, die Finca und Werkstatt verbinden, dazu Galerien und Handwerksläden in der Altstadt. Nördlich der Stadt beginnt der Naturpark der Halbinsel Llevant, ein weitgehend unbebauter Küstenabschnitt mit Colònia de Sant Pere als einziger Siedlung.
- Bekannt für
- Sant Salvador über der Altstadt, die talayotische Siedlung Ses Païsses und den Dienstagsmarkt.
- Gut zu wissen
- Im Osten gibt es zwei Sant Salvador — den über Artà und den über Felanitx, gut vierzig Kilometer auseinander. Im Navigationsgerät immer den Ort mitgeben. Die Gassen hinauf zur Kirche sind eng und teils Einbahnstraße; unten parken und die Treppe gehen ist schneller. Ses Païsses hat begrenzte Öffnungszeiten, die mit der Saison wechseln — vorher prüfen, ein geschlossenes Tor sieht man erst davor.

Küstenlinie der Halbinsel LlevantFoto: Andreas Geissler · Pexels Capdepera und Cala Ratjada
Stadt und HafenortDie Ostspitze der Insel: oben eine der größten Wehranlagen Mallorcas, unten der Ferien- und Fischereihafen Cala Ratjada.
Capdepera liegt auf einem Hügel, den eine Wehrmauer aus dem 14. Jahrhundert vollständig umschließt. Innerhalb des Rings stehen die gotische Kirche Nostra Senyora de l'Esperança und ein Turm, der Rest der Fläche ist Wiese und Weg. Die Stadt selbst ist ruhig und wird von den meisten übersehen, weil sie zwei Kilometer weiter ans Wasser fahren.
Cala Ratjada ist der Hafen dazu und der am stärksten deutschsprachig geprägte Ort des Ostens: arbeitender Fischereihafen, Fußgängerzone, Hotels und Apartmenthäuser bis dicht an die Buchten Son Moll und Cala Gat. Östlich davon steht auf dem Cap de Capdepera der Leuchtturm am östlichsten Punkt Mallorcas; bei klarer Luft sieht man Menorca. Nördlich liegen Cala Agulla und Cala Mesquida mit Dünen und Kiefernwald, beide unter Schutz und beide im Sommer früh zugeparkt.
Im Sommer ist der Bereich um den Hafen abends laut; wer ruhig wohnen will, sucht die Hanglagen oberhalb oder gleich Capdepera. Im Winter bleibt hier mehr offen als in reinen Anlagenorten, aber deutlich weniger als im August. Nach Menorca fährt saisonal eine Schnellfähre — sie verkehrt nicht ganzjährig, den Fahrplan vorher nachsehen.
- Bekannt für
- Das Castell de Capdepera, die Dünenstrände Cala Agulla und Cala Mesquida, den Leuchtturm am Ostkap.
- Gut zu wissen
- Zur Burg führt eine Treppe aus der Altstadt hinauf, Parken oben ist knapp. An den Dünenstränden sind die Parkflächen in der Hochsaison vormittags voll und teilweise gebührenpflichtig; früh kommen oder den Ortsbus nehmen. Wer eine Wohnung im Hafenumfeld ansieht, sollte das einmal an einem Samstagabend im August tun.
Coves d'Artà
NaturDie zweite große Tropfsteinhöhle des Ostens, über der Bucht von Canyamel — trotz des Namens auf dem Gebiet von Capdepera.
Der Eingang liegt hoch in der Steilküste über dem Meer und wird über eine Treppe erreicht, die an der Felswand hinaufführt. Dahinter öffnet sich eine Halle, die größer wirkt als alles in den Coves del Drac; die bekannteste Formation ist eine Säule von über zwanzig Metern Höhe. Auch hier arbeitet die Führung mit Licht und Musik und endet mit einem kurzen Effektfinale.
Die Höhle wird seit dem 19. Jahrhundert besucht und beschrieben, lange bevor der Tourismus die Küste erreichte. Sie ist weniger überlaufen als die Drac-Höhlen, was weniger an ihrer Bekanntheit liegt als an der Lage abseits der Hauptachse Manacor–Porto Cristo.
- Bekannt für
- Die Eingangshalle über dem Meer und die Säulenformation im Innern.
- Gut zu wissen
- Die Zufahrt ab Canyamel ist schmal und kurvig und wird von Reisebussen mitbenutzt, Gegenverkehr einplanen. Vom Parkplatz geht es über Stufen hinauf, danach in der Höhle weiter auf und ab — für Leute mit Knieproblemen kein leichter Gang. Geführt wird in festen Zeitfenstern, die sich nach Saison unterscheiden; die aktuellen Zeiten stehen beim Betreiber.

Tropfsteinformationen in einer Höhle auf MallorcaFoto: Artem Zhukov · Pexels Cala Millor und Sa Coma
FerienorteDer größte Ferienort der Ostküste, mit einem Naturschutzgebiet als Puffer zwischen Cala Millor und Sa Coma.
Cala Millor zieht sich über knapp zwei Kilometer Sandstrand und gehört auf halber Strecke zu zwei Gemeinden: Son Servera im Norden, Sant Llorenç des Cardassar im Süden. Die Promenade ist autofrei, die Bebauung dahinter stammt überwiegend aus den sechziger und siebziger Jahren; ein Teil der Häuser ist in den letzten zwanzig Jahren saniert worden, ein anderer sieht aus wie gebaut. Sa Coma südlich davon folgt demselben Prinzip, etwas jünger und kleiner.
Zwischen beiden liegt die Punta de n'Amer, eine unbebaute Landzunge unter Schutz, mit dem Wehrturm von 1696 auf der Höhe. Von Cala Millor sind es rund 1.100 Meter bis zum Zugang, von Sa Coma rund 1.500. Oben gibt es kaum Schatten und fast immer Wind; morgens ist der Weg angenehm, mittags im Sommer nicht.
Der Alltag der Gegend spielt nicht am Strand, sondern in den Dörfern dahinter. Son Servera und Sant Llorenç haben Ärzte, Schulen und Wochenmärkte, und dort hat im Winter auch etwas offen. Cala Millor hält als großer Ort mehr Betrieb als die kleinen Anlagen, aber wer von November bis März verlässlich einkaufen will, fährt ins Hinterland.
- Bekannt für
- Den langen Sandstrand mit autofreier Promenade und die Punta de n'Amer.
- Gut zu wissen
- Die Zugänge zur Punta de n'Amer gehen von den Ortsrändern aus, nicht von der Umgehungsstraße. Feste Sohlen sind sinnvoll, der Weg ist sandig und steinig. Im Ort selbst ist Parken im Sommer das Hauptproblem; die Straßen hinter der Promenade sind eng bemessen und für die heutige Autodichte nicht gebaut.
s'Illot
DorfFerienort aus den Sechzigern, auf zwei Gemeinden verteilt, mit einem Talayot mitten im Ortskern.
s'Illot liegt 63 Kilometer östlich von Palma und 16 Kilometer von Manacor. Ein Sturzbach teilt den Ort: Der nördliche Teil gehört zu Sant Llorenç des Cardassar, der größere südliche zusammen mit Cala Morlanda zu Manacor. Der Strand Cala Moreia ist knapp 350 Meter lang und im Mittel etwa 35 Meter breit — für die Zahl der Betten ringsum wenig.
Die Geschichte des Ortes ist doppelt. Um 1100 vor Christus stand hier eine talayotische Siedlung, deren Reste mitten im Ort liegen. Ab 1959 begann der Hotelbau, 1965 gab es bereits neunzehn Häuser. Das Ergebnis ist ein Ort, dem man die Bauphase in jeder Straße ansieht.
Der Torrent, der s'Illot teilt, ist kein Detail: Im Oktober 2018 traf eine schwere Überschwemmung den Ort und die Nachbargemeinde Sant Llorenç, im Januar 2020 trug der Sturm Gloria einen großen Teil des Strandsands ab. Beides ist dokumentiert und sollte jeden interessieren, der hier in Wassernähe kauft.
- Bekannt für
- Cala Moreia, die Talayot-Reste im Ortskern und die Nähe zur Punta de n'Amer.
- Gut zu wissen
- Der Gegenentwurf zum Ortsbau liegt gleich nebenan: das Naturschutzgebiet Punta de n'Amer mit dem Wehrturm von 1696, als Rundweg etwa sieben Kilometer. Wer eine Wohnung in Torrentnähe oder in erster Strandreihe ansieht, sollte die Hochwasser- und Küstenschutzkarten der Verwaltung dazunehmen, nicht nur das Exposé.

Historische Straße in Sant Llorenç des CardassarFoto: Joerg Hartmann · Pexels Manacor
StadtDie Arbeitsstadt des Ostens — Möbel, Kunstperlen, Wochenmarkt, und der Ort, an dem man alles bekommt.
Manacor ist die drittgrößte Gemeinde Mallorcas, rund 49.000 Einwohner auf gut 260 Quadratkilometern, und die Stadt ist nicht für Besucher gebaut. Möbelherstellung und die 1902 gegründete Perlenmanufaktur Majorica haben den Ort geprägt, dazu kommen Gewerbegebiete am Rand und ein Zentrum aus engen Gassen um die neugotische Pfarrkirche Nostra Senyora dels Dolors, deren Glockenturm von weit über die Ebene zu sehen ist.
Rafael Nadal stammt von hier; seine 2016 eröffnete Akademie samt Museum liegt am Stadtrand und bringt einen eigenen Besucherstrom in eine Stadt, die sonst keinen hätte. Zur Gemeinde gehören 27 Kilometer Küste mit Porto Cristo, s'Illot und Cales de Mallorca. Manacor verwaltet also beides, Industriestandort und Ferienküste, und das merkt man der Verkehrsführung genauso an wie dem Haushalt.
Für alle, die im Osten wohnen, ist Manacor der Ort der Erledigungen: Krankenhaus, weiterführende Schulen, Baumärkte, Werkstätten, Behörden. Vom Zentrum ist man in zwanzig Minuten am Meer und mit der Bahn in etwa einer Stunde in Palma.
- Bekannt für
- Möbel und Olivenholz, Majorica-Kunstperlen, die Rafa Nadal Academy und den Montagsmarkt.
- Gut zu wissen
- Der Wochenmarkt ist montags auf der Plaça Ramon Llull und in den Nebengassen, von etwa neun Uhr bis ein oder halb zwei. Danach ist die Stadt wieder das, was sie den Rest der Woche ist: ein Ort zum Erledigen, nicht zum Bummeln. Wer Betrieb sucht, kommt montags; wer eine Waschmaschine braucht, jeden anderen Tag.
Porto Cristo
HafenortHafenort mit arbeitendem Fischereihafen und zwei Höhlensystemen vor der Tür.
Porto Cristo liegt rund vierzehn Kilometer von Manacor an einer schmalen, nach Südosten offenen Bucht, an deren Ende ein Leuchtturm von 1851 steht. Der Name geht auf eine Legende von 1260 zurück: Bei der christlichen Eroberung sei ein angeschwemmtes Boot mit einem Kruzifix gefunden worden.
Anders als die meisten Orte der Ostküste lebt Porto Cristo nicht allein vom Tourismus. Der Fischereihafen arbeitet, es gibt eine ganzjährige Einwohnerschaft, eine Schule und Läden für den Alltag. Tagsüber kippt das Verhältnis trotzdem, weil die Reisebusse zu den beiden Höhlensystemen durch den Ort müssen und am Buchtende wieder heraus.
Der Sandstrand liegt am inneren Ende der Bucht und ist für die Zahl der Leute, die im Sommer ankommen, klein. Wer hier wohnt, badet eher an den Buchten nördlich und südlich des Ortes.
- Bekannt für
- Den Fischereihafen, die Coves del Drac und die Coves dels Hams.
- Gut zu wissen
- Zwischen elf und drei ist die Ortsdurchfahrt im Sommer zäh, weil sich Busverkehr zu den Höhlen und Strandparker überlagern. Früh kommen oder am späten Nachmittag. Wer eine Immobilie an der Durchfahrtsachse ansieht, sollte genau diese Stunden dafür wählen.

Alter Wachturm an der Küste bei Porto CristoFoto: Andreas Geissler · Pexels Coves del Drac
NaturTropfsteinhöhle mit unterirdischem See, seit den dreißiger Jahren als Vorführung betrieben.
Die Coves del Drac liegen auf Manacorer Gemeindegebiet südlich von Porto Cristo. Der französische Höhlenforscher Édouard-Alfred Martel untersuchte das System 1896 im Auftrag von Erzherzog Ludwig Salvator und stieß dabei auf den See, der heute seinen Namen trägt und als einer der größten unterirdischen Seen Europas geführt wird.
Joan Servera Camps kaufte 1922 das Grundstück mit dem Eingang, ab 1935 lief der Betrieb mit fester Beleuchtung und Musik. So ist es geblieben. Der Rundgang endet in einem Auditorium für rund 1.100 Personen, in dem ein Streichquartett auf beleuchteten Booten über den See fährt; danach kann man selbst übersetzen oder zu Fuß zurückgehen.
Die Inszenierung ist Geschmackssache, die Höhle selbst nicht — die Tropfsteinbildungen sind auch ohne Scheinwerfer bemerkenswert. Wer es kleiner und weniger voll mag, nimmt die Coves dels Hams ein paar Kilometer weiter. Eine Licht- und Musikvorführung am unterirdischen See gibt es dort allerdings ebenfalls; eine stille Höhle ist das nicht.
- Bekannt für
- Den Lago Martel, das Konzert auf dem See und die ganzjährige Öffnung.
- Gut zu wissen
- Eingelassen wird nur zu festen Führungszeiten. In der Hauptsaison von Mitte März bis Ende Oktober liegen sie stündlich am Vormittag und am Nachmittag, mit einer Lücke um die Mittagszeit; im Winter gibt es nur vier Führungen am Tag. Die genaue Zeitliste steht beim Betreiber und gehört am Reisetag geprüft. Online gebuchte Tickets sind etwas günstiger als an der Kasse und sichern den Termin. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde.

Unterirdischer See in einer Höhle auf MallorcaFoto: Joanna Zduńczyk · Pexels Cala Varques
BuchtUnbebaute Bucht zwischen Porto Cristo und Cales de Mallorca — erreichbar, aber nicht bequem.
Cala Varques liegt im Schutzgebiet Cales Verges de Manacor, einem der letzten unverbauten Küstenabschnitte des Ostens: Sand, Felsen, Kiefern, dahinter Höhlen, und keine einzige Bebauung.
Genau deshalb ist die Bucht seit Jahren umstritten. Der direkte Zugang von der Ma-4014 führt über Privatland; die Einfahrt wurde zugesetzt und beschildert, um das Wegerecht wird seit Jahren gestritten, und der Stand ändert sich. Viele gehen trotzdem durch Lücken im Zaun, was rechtlich nicht sauber ist.
Infrastruktur gibt es keine: keine Toiletten, keine Bar — die frühere Strandbude wurde abgerissen —, kein Trinkwasser, keine Mülltonnen. Was man mitbringt, nimmt man wieder mit. Im Juli und August ist die Bucht trotz des Fußwegs voll.
- Bekannt für
- Eine unbebaute Naturbucht ohne jede Infrastruktur — und den Streit um den Zugang.
- Gut zu wissen
- Der verlässliche Weg ist der Küstenpfad ab Cala Romàntica (s'Estany d'en Mas): rund zwei Kilometer über Klippen und durch Kiefern, etwa vierzig Minuten. Der Feldweg von der Ma-4014 endet nach gut anderthalb Kilometern an einem verschlossenen Tor; von dort sind es noch rund zwanzig Minuten zu Fuß, streckenweise durch ein trockenes Bachbett. Realistisch also zwei bis zweieinhalb Kilometer und eine knappe halbe Stunde ab der Straße. An der Straße nichts im Auto lassen, Aufbrüche sind dort ein bekanntes Problem; an gelben Linien wird kontrolliert.
Portocolom
HafenortDer größte Naturhafen der Insel, mit gemauerten Bootshäusern statt Promenadenarchitektur.
Portocolom gehört zur Gemeinde Felanitx und hat gut viertausend Einwohner. Die fast geschlossene, halbrunde Bucht ist der größte und geschützteste Naturhafen Mallorcas. Im 19. Jahrhundert lief hier der Wein- und Branntweinexport aus Felanitx durch — von rund einer Million Liter 1879 auf knapp fünfzehn Millionen 1891, bis die Reblaus das Geschäft im selben Jahr beendete.
Übrig blieben der Hafen und mehrere Viertel mit eigenem Zuschnitt: sa Capella als Landkolonie von 1877, sa Duana von 1880, dazu Cas Corso und das stärker touristische Cala Marçal. Das Ortsbild machen die bunten Türen der Fischerhäuser und die barraques aus, gemauerte Bootshäuser direkt am Wasser, die als erhaltenswert gelten. Der Leuchtturm von 1861 steht etwa zwei Kilometer außerhalb.
Für Segler ist die Bucht ganzjährig nutzbar, was an dieser Küste nicht selbstverständlich ist. Für alle anderen heißt der Winter hier: viel Wasser, wenig offen.
- Bekannt für
- Den Naturhafen, die barraques am Wasser und den Triathlon im Frühjahr.
- Gut zu wissen
- Der Triathlon läuft seit 1997 jedes Jahr im Frühjahr, meist im April, und legt den Ort für ein Wochenende lahm — gut zum Zuschauen, schwierig für alle, die nur essen gehen wollten; den Termin vorher nachsehen. Im Winter ist das Angebot dünn, zum Einkaufen fährt man nach Felanitx oder Manacor.

Der Leuchtturm von Portocolom im AbendlichtFoto: Petr Slováček · Pexels Felanitx
StadtLandstadt mit langer Weintradition, Keramik und dem größten Sonntagsmarkt der Gegend.
Felanitx liegt auf 110 Metern im Hinterland, rund 19.000 Einwohner auf etwa 170 Quadratkilometern. Der Name geht auf das lateinische fenum zurück, Heu. Landwirtschaft ist hier keine Folklore, sondern die Grundlage des Ortes.
Felanitx war die erste Weinregion Mallorcas. Die Reblaus vernichtete Ende des 19. Jahrhunderts den größten Teil der Rebstöcke, aber der Wein ist geblieben: Aus der Umgebung stammen bis heute rund drei Viertel des mallorquinischen Weißweins, und in und um die Stadt arbeiten mehrere Bodegas. Dazu kommen Kapern, Mandeln und eine alte Töpfertradition. Der Maler Miquel Barceló, geboren 1957, stammt von hier.
Zur Gemeinde gehören Portocolom und mehrere Buchten wie Cala sa Nau. Das Zentrum ist ockerfarben, unaufgeregt und wenig auf Besucher eingestellt — für Leute, die hier leben wollen, ist das eher ein Argument dafür.
- Bekannt für
- Wein und Kapern, Keramik, den Sonntagsmarkt und Miquel Barceló.
- Gut zu wissen
- Der Wochenmarkt ist sonntags vormittags rund um die Kirche Sant Miquel, einer der wenigen großen Sonntagsmärkte der Insel und entsprechend voll. Wer nicht früh da ist, parkt weit außerhalb und geht den Rest.
Castell de Santueri
BauwerkFelsenburg über Felanitx, die deutlich weniger Besucher hat als die Höhlen an der Küste.
Die Ruine steht auf dem 408 Meter hohen Puig de Santueri, rund sieben Kilometer südöstlich von Felanitx. Der Platz war schon in römischer Zeit befestigt, fiel 902 an das Emirat von Córdoba und wurde nach 1229 noch ein Jahr lang gegen Jaume I. gehalten.
Was man heute sieht, ist im Wesentlichen der Wiederaufbau der Krone aus dem 14. Jahrhundert: Ringmauern und Türme aus hellem Kalkstein, mit Schießscharten, Zinnen und auskragenden Pechnasen. Ab dem 18. Jahrhundert verfiel die Anlage, 1811 ging sie in Privatbesitz über, von 2011 bis 2014 war sie wegen Restaurierung geschlossen. Der Blick reicht über die Ebene bis zur Küste.
- Bekannt für
- Eine der Felsenburgen Mallorcas, maurisch und katalanisch überbaut und bis heute in Privatbesitz.
- Gut zu wissen
- Die Zufahrt ist eine schmale Straße, die von der Ma-14 Richtung Santanyí abzweigt: eng, ohne Ausweichbuchten, für Wohnmobile nichts. Die Burg gehört Privatleuten, hat begrenzte Öffnungszeiten und einen kleinen Eintritt; beides ändert sich immer wieder und wird nicht überall verlässlich angezeigt. Vor der Fahrt beim Betreiber prüfen und nicht auf gut Glück hinauffahren — oben zu wenden ist mühsam.
Santuari de Sant Salvador
BauwerkWallfahrtskloster auf 510 Metern über Felanitx, die Landmarke des südlichen Ostens.
Der Puig de Sant Salvador ist mit 510 Metern der höchste Punkt zwischen Felanitx und der Küste — nicht der höchste der Serres de Llevant, das ist die Talaia Freda im Massís d'Artà mit 562 Metern. Das Kloster auf der Kuppe ist trotzdem die Marke, an der man sich im ganzen südlichen Osten orientiert.
Die Gründung geht auf 1348 zurück, das Pestjahr, in dem Einwohner von Felanitx bei König Pere IV. um Erlaubnis für eine Kapelle baten. Die heutige Kirche entstand 1707 bis 1715, der Alabasteraltar 1942. Weithin sichtbar sind zwei jüngere Zutaten: das 37 Meter hohe Cristo-Rei-Monument von 1928 bis 1934 und ein 14 Meter hohes Steinkreuz von 1957 auf dem Nachbargipfel.
Bis 1992 lebte hier eine Ordensgemeinschaft. Heute gibt es eine Gästeherberge und ein Restaurant, die Anlage gehört weiter dem Bistum.
- Bekannt für
- Wallfahrtsort seit 1348, die Cristo-Rei-Statue, Herberge und Aussicht über den halben Osten.
- Gut zu wissen
- Die Auffahrt über die Ma-4011 ist schmal, kurvig und bei Rennradfahrern beliebt — entsprechend vorsichtig fahren und oben nicht mit vielen Parkplätzen rechnen. Wer in der Herberge übernachtet, hat den Berg abends und früh morgens weitgehend für sich; tagsüber steht der Parkplatz voll.
Kaufen im Osten: vier Lagen, die man nicht verwechseln sollte
Erstens die Landstädte — Manacor, Felanitx, Artà, Capdepera, Son Servera, Sant Llorenç: Stadthäuser in geschlossener Bauweise, Sandstein, Innenhof, oft sanierungsbedürftig, dafür mit vollständiger Alltagsinfrastruktur und ganzjährigem Leben. Manacor hat Krankenhaus, weiterführende Schulen, Gewerbe und Bahnanschluss, Artà mehr Zugezogene und weniger Verkehr, Felanitx den landwirtschaftlichen Charakter. Die Themen sind bei Stadthäusern überall dieselben: aufsteigende Feuchte im Erdgeschoss, Statik nach Kernsanierungen in der Häuserzeile, Ortsbild- oder Denkmalschutz in den Altstadtkernen, und die Frage, ob Dachterrasse oder Pool an dieser Stelle überhaupt genehmigungsfähig sind.
Zweitens die gewachsenen Hafenorte Porto Cristo, Portocolom und Cala Ratjada: kleinteilige Bebauung, viele Häuser aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in Portocolom mit den schützenswerten barraques am Wasser. Alle drei haben eine echte Einwohnerschaft — in Portocolom heißt das aber auch, dass im Winter wenig offen ist, und in Cala Ratjada, dass die Straßen um den Hafen im Sommer bis spät laut sind. Drittens die Anlagenorte Cales de Mallorca, Cala Romàntica, Cala Marçal, s'Illot, Sa Coma und Cala Millor: überwiegend Apartments und Reihenhäuser aus den sechziger bis achtziger Jahren, gebaut für den Saisonbetrieb. Wer hier mit Sommervermietung plant, muss vorher klären, ob für die Einheit eine Ferienvermietlizenz überhaupt erteilt werden kann. Das hängt an der Zonierung des Consell de Mallorca und bei Mehrfamilienhäusern zusätzlich an der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft; ohne Lizenz ist die Vermietung an Urlauber nicht zulässig und wird verfolgt. Und im Winter steht der Ort leer, auch wenn die Wohnung schön ist.
Viertens das Hinterland, die Fincas auf Agrarland zwischen Felanitx, Manacor und Artà. Dort entscheidet mehr als anderswo, was rechtlich zulässig ist: Mindestgrundstücksgröße für einen Neubau, Legalisierungsstand der vorhandenen Bauten, Strom- und Wasseranschluss oder ein genehmigter Brunnen, Zufahrt über fremden Grund mit eingetragenem Wegerecht. Ein Haus, das steht, ist auf Mallorca nicht automatisch ein Haus, das legal steht — die Auskunft der Gemeinde und ein Blick ins Kataster gehören vor jede Zusage. Küstennähe hat im Osten außerdem eine physische Seite: Die Überschwemmung von 2018 in Sant Llorenç und s'Illot und der Sandabtrag durch Sturm Gloria 2020 sind dokumentiert, und Lagen an Torrents oder in erster Reihe prüft man anhand der Hochwasser- und Küstenschutzkarten, nicht nach Gefühl. Preise nenne ich hier bewusst keine: Sie veralten schneller, als ein Regionskapitel aktualisiert wird, und zwischen einem Stadthaus in Felanitx und einer Wohnung am Hafen von Cala Ratjada liegen ohnehin Welten.
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- Consell de Mallorca (Zonierung für Ferienvermietung)
- Ajuntament de Manacor und das städtische Tourismusportal Visit Manacor (Wochenmarkt)
- Ajuntament de Felanitx
- Ajuntament d'Artà
- Ajuntament de Capdepera
- Cuevas del Drach, Betreiberangaben zu Führungszeiten und Tickets
- Coves dels Hams, Betreiberangaben
- Coves d'Artà, Betreiberangaben
- TIB – Transport de les Illes Balears (Bahnlinie T3 Palma–Manacor, Buslinien im Llevant)
- Govern de les Illes Balears (Naturpark Halbinsel Llevant, Schutzgebiet Punta de n'Amer)
- Wikipedia in deutscher, katalanischer und englischer Fassung zu Manacor, Felanitx, Portocolom, Porto Cristo, Artà, Capdepera, s'Illot, Serres de Llevant, Castell de Santueri und Sant Salvador
- Mallorca Magazin (Berichte zur Winteröffnung der Hotels und zum Zugangsstreit an der Cala Varques)
- Rafa Nadal Academy (Akademie und Museum in Manacor)
- Eigene Ortskenntnis aus der Maklerpraxis im Osten der Insel
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- Andreas Geissler
- Artem Zhukov
- Joanna Zduńczyk
- Joerg Hartmann
- Petr Slováček
Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.