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Inselguide · Region
Palma und Umgebung
Palma ist keine Region wie die anderen in diesem Guide. Auf gut zwanzig Kilometern zwischen Establiments und s'Arenal liegen eine Altstadt aus Sandstein, zwei ehemalige Fischerorte am Wasser, ein abgeschirmtes Villengebiet auf dem Hügel, zwei eingemeindete Dörfer und die grösste Hotelzone der Insel. Wer hier kauft, kauft kein Mallorca-Bild, sondern eine Adresse in einer Stadt, die das ganze Jahr arbeitet — mit allem, was dazugehört.
Palma ist die einzige richtige Stadt der Insel: 434.786 Einwohner auf 208,63 Quadratkilometern (INE, Stand 2025), fünf Bezirke, 89 Stadtviertel, dazu der grösste Hafen der Balearen und ein Flughafen, der 2025 rund 33,8 Millionen Passagiere abgefertigt hat. Wer hier lebt, denkt selten in „Palma“, sondern in Vierteln. Das ist keine Marotte, sondern die Art, wie hier Adressen sortiert werden: Zwischen zwei Vierteln, die zwei Kilometer auseinanderliegen, kann mehr Unterschied liegen als zwischen zwei Dörfern im Inselinneren.
Die Stadt liegt in der Mitte einer weit offenen Bucht. Nach Westen und Norden steigt sofort Hügelland an — dort liegen der Bellver-Wald, Gènova und Son Vida, dahinter die Serra de na Burguesa. Nach Osten zieht sich die Küste flach am Wasser entlang, über Portixol und Es Molinar, vorbei am Flughafen bis zur Playa de Palma. Diese Geografie erklärt die Lärmlagen, die Verkehrswege und einen guten Teil der Preisunterschiede besser als jede Aufzählung von Sehenswürdigkeiten.
Palma macht im Winter nicht zu. Hafen, Verwaltung, Universität, Krankenhäuser und Dienstleistung halten die Stadt in Betrieb, und das merkt man im Februar an geöffneten Läden, vollen Märkten und Schulwegen. Der Preis dafür ist der Sommer: Zu den Einwohnern kommen Flug- und Kreuzfahrtgäste dazu, und zwischen etwa zehn und sechzehn Uhr ist die Altstadt an starken Tagen zäh. Umgekehrt fährt die Playa de Palma im Herbst herunter, wenn der grösste Teil der Hotels schliesst. Innerhalb einer Gemeinde gibt es also beides: Orte mit Alltag und Orte mit Saison.
Was die Stadt derzeit prägt, ist weniger die Aussicht als der Druck auf den Wohnraum. 2024 und 2025 gab es in Palma mehrfach grosse Demonstrationen gegen Immobilienspekulation und Wohnungsnot, getragen von Dutzenden sozialen Gruppen; Themen waren illegale Ferienvermietung und fehlender sozialer Wohnungsbau. Wer hier kauft, zieht in diese Debatte hinein, auch wenn er sie nicht geführt hat. Das gehört zum Bild dazu.
Und es gibt die Dinge, die in keiner Objektbeschreibung stehen: In der Altstadt kommen Sie mit dem Auto ohne angemeldetes Kennzeichen nicht bis vor die Tür. In Santa Catalina hören Sie am Freitagabend die Strasse. An der Ostküste zwischen Portixol und der Playa liegt die Einflugschneise. Und die Küstenbebauung der Sechziger und Siebziger steht in Cala Major und an der Playa noch genauso da, wie sie gebaut wurde. Nichts davon spricht gegen die Stadt. Es spricht dafür, eine Adresse zweimal anzusehen: einmal im August und einmal im Februar.
- Für wen
- Passt für alle, die eine Stadt wollen und keine Ferienanlage: Ärzte, Schulen, Läden und Theater laufen ganzjährig, und in Palma selbst, in Santa Catalina, Portixol und Es Molinar kommt man ohne Auto aus. Passt nicht für Ruhesuchende und nicht für knappe Budgets — Palma ist laut, und es ist der teuerste und knappste Wohnungsmarkt der Insel.
- Anreise
- Der Flughafen Son Sant Joan liegt rund acht Kilometer östlich des Zentrums an der Ma-19; der EMT-Bus A1 fährt von dort tagsüber dicht getaktet in die Innenstadt, um die Stadt läuft der Ring Ma-20 (Via de Cintura), von dem alle hier genannten Viertel abgehen. Wer mit dem Auto kommt, klärt vorher, ob die Zieladresse in einer ACIRE-Anliegerzone liegt: Die Einfahrt wird per Kennzeichenkamera erfasst, der Bussgeldbescheid kommt automatisch, und das Kennzeichen muss vorab angemeldet sein.
- Im Winter
- Palma läuft durch: Läden, Märkte, Restaurants und Museen in der Stadt, in Santa Catalina, Portixol und Es Molinar haben im Januar offen, und um den 19. und 20. Januar ist Sant Sebastià, wenn die Innenstadtplätze am Vorabend Konzertbühnen sind und der 20. in Palma Feiertag ist. Die Playa de Palma dagegen steht still — dort schliesst im Herbst der grösste Teil der Hotels, und Palma, die Playa und Palmanova/Magaluf gehören zu den wenigen Gegenden der Insel mit nennenswertem Winterbetrieb.

Orte im Palma und Umgebung
Palma de Mallorca
StadtHafen, Verwaltung, Universität und Krankenhäuser halten die Stadt auch im Februar in Betrieb.
Palma verwaltet sich in fünf Bezirken — Centre, Nord, Llevant, Ponent sowie Platja de Palma i Pla de Sant Jordi, so zugeschnitten seit März 2005 — und zählt darin 89 Stadtviertel. Das Zentrum liegt auf 24 Metern über dem Meer, ringsum steigt das Land an. Die Stadt lebt nicht nur vom Tourismus, und genau das unterscheidet sie vom Rest der Insel: Ein grosser Teil der Arbeitsplätze hat mit Ferien nichts zu tun.
Klimatisch ist der Juli im Mittel 25,7 Grad warm, der Januar 11,9 Grad; im Jahr fallen rund 449 Millimeter Niederschlag, und die kommen konzentriert im Herbst. Trocken heisst hier also nicht regenfrei — wer im Oktober zur Besichtigung kommt, sieht ein Haus unter Umständen von seiner ehrlichsten Seite.
Praktisch orientiert man sich am Ring Ma-20, der Via de Cintura: Von ihm gehen alle in diesem Kapitel genannten Viertel ab — Son Vida und Gènova nach Westen bergauf, Establiments nach Nordwesten Richtung Esporles, Portixol, Es Molinar und die Playa nach Osten. Innerhalb der Stadt kommt man mit den EMT-Bussen durch: Linie 46 nach Gènova, Linie 16 nach Establiments (Endstelle Plaça Columnes), Linien 15 und 25 nach Es Molinar.
- Bekannt für
- Altstadt und Kathedrale, Hafen und Kreuzfahrt, Markthallen, und dafür, dass hier auch im Januar etwas offen hat.
- Gut zu wissen
- Wie voll die Innenstadt ist, hängt am Kreuzfahrtkalender. Die Balearen-Regierung hat mit den Reedereien vereinbart, dass höchstens drei Schiffe gleichzeitig anlegen und nur eines davon ein Grossschiff sein darf — gehalten wird das nicht immer, im August 2026 lagen sechs Schiffe im Hafen. Zwischen etwa zehn und sechzehn Uhr ist die Altstadt an solchen Tagen zäh; früh morgens und abends ist sie eine andere Stadt.

Hafen von Palma mit Yachten und Castell de BellverFoto: David Vives · Pexels Altstadt und Kathedrale La Seu
BauwerkEin Sandsteinlabyrinth mit einer Kathedrale, die direkt an der Stadtmauer über dem Wasser steht.
Der Grundstein wurde 1230 gelegt, der eigentliche Bau begann 1306 unter Jakob II., das Kirchenschiff war 1587 fertig, an der Hauptfassade wurde bis ins 20. Jahrhundert gearbeitet. Die Kathedrale ist 109,5 Meter lang, das Mittelschiff 44 Meter hoch, die Rosette von 1370 misst rund 12,55 Meter im Durchmesser. Antoni Gaudí baute zwischen 1904 und 1914 den Innenraum um, verlegte den Chor und setzte einen Resonanzraum unter das Chorgestühl.
Ringsum liegt die Altstadt mit Stadtpalästen, Innenhöfen und Gassen, in denen man sich zuverlässig verläuft — das ist der eigentliche Reiz, nicht die Liste der Monumente. Viele der Patios sind von der Strasse aus einsehbar, ohne dass man ein Ticket braucht. Direkt vor der Kathedrale liegt der Parc de la Mar mit dem künstlichen See, dahinter der Almudaina-Palast.
Zweimal im Jahr, am 2. Februar und am 11. November, steht die Sonne so, dass sie das Bild der grossen Rosette auf die gegenüberliegende Wand projiziert. Die Kathedrale öffnet dafür lange vor der regulären Besuchszeit. Wie der Zugang an diesen beiden Morgen geregelt ist, hat sich in den letzten Jahren mehrfach geändert — vorher auf der Seite der Kathedrale nachsehen, nicht auf gut Glück hinfahren.
- Bekannt für
- Gotische Kathedrale mit Gaudís Umbau, das Lichtfest an der Rosette und die Patios der Stadtpaläste.
- Gut zu wissen
- Zwei Dinge überraschen Besucher regelmässig. Erstens: Sonntags und an Feiertagen ist die Kathedrale für Besichtigungen geschlossen, und im Winter sind die Zeiten deutlich verkürzt. Zweitens: Die Dachterrassen sind kein kleiner Aufpreis auf das Kirchenticket, sondern ein eigenes, erheblich teureres Ticket — nur von März bis November, nur mit vorab gebuchtem Zeitfenster im Halbstundentakt, rund eine Stunde Dauer, begrenzte Gruppengrösse und Mindestalter neun Jahre. Balearen-Residenten zahlen weniger. Buchen Sie direkt bei der Kathedrale; Wiederverkäufer verlangen deutlich mehr. Mit dem Auto kommen Sie ohnehin nicht vor die Tür: Die umliegenden Gassen sind ACIRE-Anliegerzonen mit Kamerakontrolle.

Gotische Fassade der Kathedrale La SeuFoto: Burkay Canatar · Pexels Santa Catalina
StadtEhemaliges Fischer- und Arbeiterviertel, heute sehr viele Bars auf wenig Fläche.
Santa Catalina liegt westlich der Altstadt auf einer kleinen Anhöhe im Bezirk Ponent. Historisch war es das Viertel der Fischer, Seiler und Müller und politisch links. Die niedrigen Häuser mit Klappläden und Dachterrassen stehen noch, dazwischen inzwischen Neubauten — das Viertel ist in den letzten zwanzig Jahren umgeschichtet worden, und es gibt in den Strassen mehr Weinbars als Werkstätten.
Herz ist die Markthalle von 1920 mit rund fünfzig Ständen, drumherum Fisch, Gemüse, Tapasbars. Nach unten Richtung Hafen schliesst Es Jonquet an, das alte Mühlenviertel: Von ursprünglich sieben Mühlen stehen noch fünf, seit 2009 ist das Ensemble geschützt. Das Theater Mar i Terra von 1898 wurde 2009/2010 saniert.
Wer hier wohnt, hat alles zu Fuss — und hört abends auch alles. Beides gehört zusammen und lässt sich nicht einzeln kaufen.
- Bekannt für
- Die Markthalle von 1920, die Gastronomiedichte, die Mühlen von Es Jonquet und fussläufiges Wohnen.
- Gut zu wissen
- Der Markt läuft Montag bis Samstag vom frühen Morgen bis in den frühen Nachmittag, sonntags ist geschlossen, die Fischstände zusätzlich montags. Parken ist im Viertel das Hauptproblem: viel Anwohnerfläche, wenig freie Plätze. Wer eine Wohnung anschaut, sollte das einmal an einem Freitagabend tun — die Strassen rund um die Markthalle sind dann bis nach Mitternacht laut.
Portixol und Es Molinar
HafenortZwei alte Fischerorte östlich der Stadt, direkt am Wasser, mit Radweg statt Ausfallstrasse ins Zentrum.
Es Molinar liegt rund vier Kilometer vom Zentrum entfernt; der Name kommt von den vielen Getreidemühlen, die dort im 19. Jahrhundert standen. Das Viertel entstand um die Fischerei und den kleinen Hafen Portixol, später kamen Gerbereien und Energiebetriebe dazu — lange ein ausgesprochenes Arbeiterviertel, das im Bürgerkrieg schwer unter der Repression litt.
Heute ist Portixol der herausgeputztere Teil mit Promenade, Hotel und Restaurants am Hafenbecken, Es Molinar dahinter ruhiger, mit engen Gassen, kleinem Strand und Nachbarschaftsleben. Beide sind über die Uferpromenade mit dem Rad in etwa zehn Minuten und zu Fuss in rund zwanzig Minuten an der Altstadt, die EMT-Linien 15 und 25 fahren hin. Die Bebauung ist niedrig: umgebaute Fischerhäuser, Reihenhäuser mit Patio, einzelne Neubauten an der Wasserlinie.
Östlich davon geht die Küste ohne Bruch weiter: Ciutat Jardí, Coll d'en Rabassa und Can Pastilla füllen die Strecke bis zur Playa de Palma. Das sind normale Wohnviertel am Wasser, weniger nachgefragt als Portixol und deutlich näher am Flughafen — wer die Lage am Meer sucht, aber nicht die Preise der Promenade, sollte diesen Streifen kennen, bevor er ihn ausschliesst.
- Bekannt für
- Den alten Fischerhafen, die Uferpromenade mit Radweg und umgebaute Fischerhäuser in Stadtnähe.
- Gut zu wissen
- Parkplätze sind knapp, besonders am Wochenende; der Radweg an der Küste ist stark befahren und die Promenade sonntags voll. Und der Flughafen liegt wenige Kilometer weiter östlich: Die Lage ist nicht flugfrei, wie stark es hörbar ist, hängt von Windrichtung und Bahnnutzung ab. Wer mit Kaufabsicht kommt, sollte an mehreren Tagen zu verschiedenen Zeiten vor der Tür stehen und zuhören, statt sich auf eine Besichtigung am Vormittag zu verlassen.
Castell de Bellver
BauwerkRunde Burg über der Stadt, umgeben vom Wald, in dem Palma joggt.
Die Burg wurde zwischen 1300 und 1309 unter Jakob II. vom Baumeister Pere Salvà errichtet: ein Rundbau mit Innenhof, vier Türmen und einem vier Meter breiten Graben, in Europa eine seltene Form. Sie steht 112,6 Meter über dem Meer, rund drei Kilometer westlich des Zentrums.
Nach der Zeit als Königsresidenz diente sie lange als Gefängnis; der bekannteste Häftling war der Minister Gaspar Melchor de Jovellanos, 1802 bis 1808. Seit 1936 beherbergt sie das Stadtmuseum.
Interessanter als das Museum ist für viele der Bosc de Bellver ringsum: Kiefernwald mit Asphaltwegen, Sandpisten und Trampelpfaden, den die Palmesanos zum Laufen, Spazieren und Radfahren nutzen. Für die Viertel am Hang ist das die eigentliche Nachbarschaftsqualität.
- Bekannt für
- Den runden Burgbau von 1300, den Blick über die Bucht, das Stadtmuseum und den Stadtwald.
- Gut zu wissen
- Montags ist die Burg geschlossen, an Sonn- und Feiertagen nur bis mittags offen, und im Winter schliesst sie früher als im Sommer; Zeiten und Eintritt stehen auf den Seiten der Stadt und ändern sich regelmässig, also vorher nachsehen. Der Wald ist immer zugänglich. Die Zufahrt ist eng und der kleine Parkplatz oben schnell voll — zu Fuss von Santa Catalina oder Son Armadans hinaufzugehen ist die entspanntere Variante.

Innenhof des Castell de BellverFoto: David Vives · Pexels Cala Major und Sant Agustí
StadtDer einzige Strandabschnitt Palmas westlich des Hafens — mit Königsresidenz und Miró-Stiftung im selben Viertel.
Der westliche Küstenstreifen Palmas liegt im Bezirk Ponent, zwischen dem Bellver-Wald und der Gemeindegrenze zu Calvià. Cala Major hat den Strand, Sant Agustí dahinter am Hang ist ruhiger und überwiegend Wohngebiet. Es war eine der ersten Hotelzonen Palmas, und das sieht man: Bauten der Sechziger und Siebziger stehen unmittelbar über dem Wasser, einiges davon ist inzwischen ersetzt worden, anderes steht noch genauso da.
Zwei Adressen machen den Streifen bekannter, als seine Grösse vermuten lässt. Am Hang über der Bucht liegt der Palau de Marivent, die Sommerresidenz des spanischen Königshauses; der Palast selbst ist nicht zugänglich, die Gärten wurden vor einigen Jahren für Besucher geöffnet, allerdings nur zeitweise und mit wechselnden Regelungen. Wenige Minuten entfernt steht die Fundació Pilar i Joan Miró: Joan Miró lebte und arbeitete von 1956 bis zu seinem Tod 1983 hier, sein Atelier ist erhalten und seit den frühen Neunzigern zusammen mit einem Ausstellungsbau öffentlich zugänglich.
Für Käufer ist der Streifen eine Zwischenlage: Man ist über den Passeig Marítim in wenigen Minuten an der Stadt und hat trotzdem Strand und Bellver-Wald vor der Tür. Man hat aber auch die Ausfallstrasse nach Westen mitten im Viertel und einen Ortscharakter, der stärker von Hotels geprägt ist als von Nachbarschaft.
- Bekannt für
- Den Stadtstrand im Westen, den Palau de Marivent und die Fundació Pilar i Joan Miró.
- Gut zu wissen
- Die Küstenstrasse teilt das Viertel in zwei Hälften. „Meerblick“ kann hier heissen: über die Ausfallstrasse hinweg, mit dem Verkehr unter dem Balkon. Sehen Sie vor der Besichtigung auf der Karte nach, auf welcher Seite der Strasse die Adresse liegt und wie der Fussweg zum Wasser tatsächlich verläuft — das entscheidet hier mehr über die Wohnqualität als die Entfernung in Metern.
Son Vida
StadtAbgeschlossenes Villengebiet auf dem Hügel, praktisch ohne Ortskern, dafür mit drei Golfplätzen.
Aus einem alten Landgut wurde ab den 1950er Jahren ein reines Wohngebiet: 1961 eröffnete das Castillo Hotel Son Vida, 1964 der erste Golfplatz Mallorcas überhaupt — 18 Loch, Par 71, 5.601 Meter, ursprünglich von F. W. Hawtree entworfen und 2001 von Kurt Rossknecht überarbeitet. Auf dem Platz wurden 1990 und 1994 Turniere der European Tour gespielt, Severiano Ballesteros und Barry Lane gewannen. Heute gehören drei 18-Loch-Plätze zur Anlage Arabella Golf: Son Vida, Son Muntaner und Son Quint.
Das Gebiet liegt oberhalb der Stadt mit Blick über die Bucht, die Grundstücke sind gross, der Baustil reicht von mallorquinischer Finca-Optik bis zu strengen Neubauten. Die Erschliessung läuft über wenige Zufahrten, es gibt einen Sicherheitsdienst.
Einen Dorfkern gibt es nicht, Läden und Cafés auch nicht. Das ist kein Versehen, sondern das Konzept — und der Punkt, an dem sich entscheidet, ob die Lage zu einem passt.
- Bekannt für
- Villenlage über Palma, Arabella Golf mit drei Plätzen und das Castillo Hotel Son Vida.
- Gut zu wissen
- Alles läuft über das Auto: Einkaufen, Schule, Abendessen liegen unten in Palma, und die Fahrzeit hängt weniger an der Entfernung als am Verkehr auf der Via de Cintura. Wer gern zu Fuss zum Bäcker geht, wird hier unglücklich. Und ein grosser Teil der Fläche zwischen den Häusern ist Golfplatz, nicht freies Land — wer wegen der Aussicht kauft, sollte wissen, wem sie gehört und was dort gebaut werden darf.
Gènova
DorfHangdorf zwischen Palma und Bergwald, bekannt für Wirtshäuser, nicht für Sehenswürdigkeiten.
Gènova liegt am Osthang der Serra de na Burguesa im Bezirk Ponent. Besiedelt wurde es ab dem 19. Jahrhundert, als das Landgut Son Vic parzelliert wurde; die Kirche Sant Salvador entstand 1860, Pfarrei wurde sie 1911. Woher der Name kommt, ist umstritten — eine Erklärung führt ihn auf Stoffe aus Genua zurück, die über die Höhlen der Gegend geschmuggelt wurden.
Genau diese Höhlen, die Coves de Gènova, wurden 1906 entdeckt und sind heute das kleinste öffentlich zugängliche Höhlensystem der Insel. Bekannt ist der Ort auf Mallorca aber vor allem für seine mallorquinischen Wirtshäuser: Schnecken, Frittiertes, Cannelloni, meist bodenständig und familiengeführt.
Nach oben geht der Ort in Kiefernwald über, was ihn im Sommer spürbar kühler macht als die Stadt unten. Nach unten sind es wenige Minuten bis zur Via de Cintura.
- Bekannt für
- Mallorquinische Wirtshäuser, die Coves de Gènova und eine Hanglage mit Blick auf die Bucht.
- Gut zu wissen
- Die Gassen sind steil und schmal, Parken ist eng — in der EMT-Linie 46 sitzt man entspannter. Die Restaurants sind am Wochenende und im Winter gut besucht, ohne Reservierung steht man draussen. Der Höhlenbesuch dauert je nach Führung eine knappe halbe Stunde und führt rund 36 Meter in die Tiefe: enge Treppen, nichts für schlechte Knie und nichts mit Kinderwagen. Zeiten und Eintritt wechseln, vorher nachfragen.
Establiments
DorfEin Dorf, das seit 1919 zu Palma gehört und sich bis heute nicht so anfühlt.
Establiments liegt nordwestlich von Palma am Weg nach Esporles, etwa auf halber Strecke zwischen Stadt und Tramuntana. Der Name kommt von den Parzellierungen grosser Güter, aus denen der Ort ab dem 16. Jahrhundert entstand; in den Höhlen von Son Bauçà und bei Ca'n Mallol wurden prähistorische und talaiotische Reste gefunden.
1837 wurde Establiments von Esporles abgetrennt und eine eigene Gemeinde. Beim Zensus 1910 war es das noch, mit knapp 1.500 Einwohnern; zwischen den Volkszählungen 1910 und 1920 wurde es nach Palma eingemeindet, in der Literatur meist auf 1919 datiert. Establiments ist die einzige Gemeinde der Balearen, die ihren Gemeindestatus wieder verloren hat — im Ortsbild merkt man das bis heute nicht, weil die Infrastruktur aus der Zeit der Selbstständigkeit stammt.
Die Literaturgeschichte kam kurz vorbei: Frédéric Chopin und George Sand wohnten vom 15. November bis 9. Dezember 1838 im Landhaus Son Vent, bevor sie nach Valldemossa weiterzogen. Das Haus war unbeheizt, und die Sache endete im Streit. Heute stehen hier vor allem Einzelhäuser, Fincas und Landsitze, umgeben von Feldern und Hügeln.
- Bekannt für
- Dorfcharakter am Stadtrand, Chopin und George Sand in Son Vent, Fincas und Landhäuser.
- Gut zu wissen
- Angebunden ist der Ort über die EMT-Linie 16 mit Endstelle Plaça Columnes, sonst braucht man das Auto. Durchgangsverkehr gibt es wenig, weil die Strasse nur nach Esporles weiterführt — dafür ist genau diese Strasse schmal, kurvig und am Wochenende voller Rennradfahrer; für Pendler heisst das einkalkulieren, nicht ärgern. Meer gibt es hier keines.
Playa de Palma
StrandRund viereinhalb Kilometer Sand mit fünfzehn nummerierten Strandbars — die Partyzone macht davon nur einen Teil aus.
Der Strand zieht sich von Can Pastilla im Westen bis s'Arenal im Osten, etwa 4,5 Kilometer, unterteilt in fünfzehn Abschnitte mit den nummerierten Strandkiosken, den Balnearios. Die Edelstahlbuden wurden 1993 vereinheitlicht, dabei wurde auch die Nummerierung umgedreht. Balneario 6 ist der berühmt-berüchtigte „Ballermann“, die Partyzone liegt im Wesentlichen zwischen den Balnearios 4 und 7. Der Rest ist normaler Strand mit Promenade, auf der ein durchgehender Radweg bis nach Palma führt.
2016 gab es an der Playa über 35.000 Hotelbetten. Gegen die Auswüchse wurde nachgesteuert: Seit dem Gesetz gegen Exzesstourismus von 2020 gelten in der ausgewiesenen Zone schärfere Lärmgrenzen für Aussenbereiche in der Nacht und Einschränkungen beim nächtlichen Verkauf von Alkohol; kontrolliert und verwarnt wird tatsächlich. Die genauen Uhrzeiten und Grenzwerte sind mehrfach angepasst worden — wer hier gastronomisch oder als Vermieter etwas vorhat, muss den aktuellen Stand kennen.
Wer abseits der Partymeile schaut, findet in Can Pastilla und in den Seitenstrassen ganz normale Wohnviertel. Im Winter ist die Zone allerdings eine andere: Der grösste Teil der Hotels schliesst im Herbst, und mit den Hotels schliessen die Läden und Lokale drumherum.
- Bekannt für
- Langer Sandstrand, die Balnearios, die Promenade mit Radweg nach Palma und die grösste Hotelzone der Insel.
- Gut zu wissen
- Beim Parken gilt die Farblogik: blaue Linien kostenpflichtig mit Zeitlimit, grüne Linien nur für Anwohner, weisse frei — die weissen findet man zwei bis vier Strassen hinter der Promenade. Im Sommer früh kommen oder gleich Bus und Rad nehmen. Und der Flughafen liegt direkt nebenan; über einem Teil der Zone ist der Anflug hörbar.

Playa de Palma aus der LuftFoto: Miquel Rosselló Calafell · Pexels

Kaufen in Palma: drei Märkte auf zwanzig Kilometern
Die Region hat drei sehr verschiedene Wohnwelten auf engem Raum. Erstens die Stadt: Altbauwohnungen in der Altstadt mit Innenhof und oft ohne Aufzug, dazu Viertel wie Santa Catalina mit niedrigen Häusern, Dachterrassen und Neubauten dazwischen. Hier lebt man ohne Auto, aber mit Lärm. Zweitens die Küste nach Osten — Portixol, Es Molinar und weiter über Ciutat Jardí und Coll d'en Rabassa bis Can Pastilla: umgebaute Fischerhäuser, Reihenhäuser mit Patio, einzelne Neubauten an der Wasserlinie, alles niedrig, alles mit Radweg ins Zentrum. Drittens der Hang und das Hinterland: Son Vida als reines Villengebiet ohne Ortskern und ohne fussläufige Versorgung, Gènova als Hangdorf mit engen Gassen, Establiments als Dorf mit Schule, Läden und Bars, dazu Cala Major und Sant Agustí als Sonderfall zwischen Stadtstrand und Ausfallstrasse.
Was in Palma vor dem Preis geprüft gehört: die Zufahrt — liegt die Adresse in einer ACIRE-Anliegerzone, gehört ein Stellplatz dazu, und wenn nicht, wo parkt man wirklich? Die Bausubstanz und der Schutzstatus — viele Gebäude der Altstadt sind katalogisiert, was Umbauten an Fenster, Fassade und Grundriss bindet und Genehmigungen verlängert. Der Lärm — nicht auf der Besichtigung am Dienstagvormittag beurteilen, sondern am Freitagabend in Santa Catalina und bei wechselnder Windrichtung an der Ostküste. Das Baurecht am Hang und auf Landgrundstücken in Establiments und oberhalb von Gènova, wo nicht der Grundriss entscheidet, sondern was überhaupt zulässig ist. Und bei allem in Küstennähe der Abstand zur Wasserlinie nach dem spanischen Küstengesetz, der bestimmt, was an einem Bestandsgebäude noch verändert werden darf.
Zwei Themen fallen in Palma stärker ins Gewicht als anderswo auf der Insel. Erstens die Ferienvermietung: In Mehrfamilienhäusern in Palma ist sie untersagt, eine Lizenz für eine Stadtwohnung lässt sich nicht miterwerben, egal was ein Inserat nahelegt; die Zonierung und die Regeln haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert, und wer darauf baut, sollte den Stand vor dem Kauf anwaltlich prüfen lassen — nicht danach. Zweitens die Eigentümergemeinschaft: Im Altbau entscheidet sie über Aufzug, Dach, Steigleitungen und Fassade, und ein Beschluss über eine Sanierung kann nach dem Kauf teurer werden als die Küche. Lassen Sie sich Protokolle der letzten Versammlungen, die Rücklage und offene Beschlüsse zeigen, bevor Sie unterschreiben. Konkrete Quadratmeterpreise nenne ich hier bewusst nicht: Belastbare Zahlen dazu stehen in aktuellen Marktberichten, nicht in einem Inselguide, der zwei Jahre alt werden soll.
Objekte ansehenFrage stellenSuchanfrage anlegenWoher die Angaben stammen
- Wikipedia (de/ca/en): Palma, Kathedrale von Palma, Castell de Bellver, Playa de Palma, Santa Catalina, Es Molinar, Gènova, Establiments
- INE — Bevölkerungszahlen 2025 und historisches Gemeindeverzeichnis der Balearen
- Catedral de Mallorca — Besuchs- und Terrasseninformationen
- Ajuntament de Palma — ACIRE-Zonen, Bezirke und Stadtmuseum im Castell de Bellver
- EMT Palma — Linien A1, 15, 16, 25 und 46
- Aena — Flughafen Palma, Anreise und Passagierzahlen
- Mercat de Santa Catalina — Öffnungszeiten
- Arabella Golf Mallorca — Golf Son Vida
- Fundació Pilar i Joan Miró, Palma
- Patrimonio Nacional — Palau de Marivent und Gärten
- Mallorca Magazin — Berichte zu Kreuzfahrtanläufen im Hafen von Palma und zu den Demonstrationen gegen Wohnungsnot 2024/2025
- OpenStreetMap/Nominatim — Koordinaten
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- Burkay Canatar
- David Vives
- Joerg Mangelsen
- Miquel Rosselló Calafell
- Wolfgang Weiser
Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.