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Die Klippen am Cap de Formentor

Foto: Sergei Gussev · Pexels

Inselguide · Region

Der Norden

Hier läuft die Tramuntana ins Meer aus, und dahinter beginnt sofort flaches Schwemmland. Zwei Buchten, zwei alte Landstädte und rund zehn Kilometer durchgehender Sandstrand liegen so dicht beieinander, dass man morgens am Berg und mittags im flachen Wasser ist. Was der Norden nicht ist: über das Jahr gleich.

Der Norden ist die Ecke Mallorcas, in der das Gebirge endet. Die Tramuntana läuft in der Halbinsel Formentor aus, dahinter liegt Schwemmland, das flach bis an die Küste reicht. Zwei Buchten bestimmen alles: die Bucht von Pollença, eng und von Bergen gerahmt, und die weite Bucht von Alcúdia. Deren Sandstrand hängt von Port d'Alcúdia über die Platja de Muro bis Can Picafort zusammen, das sind rund zehn bis elf Kilometer am Stück. Die Bucht selbst reicht weiter, bis Son Serra de Marina und Colònia de Sant Pere, aber dort ist die Küste unterbrochen und streckenweise felsig oder Kiesel. Die im Netz kursierenden zwanzig bis dreißig Kilometer meinen diese ganze Linie, nicht den Strand.

In der Region stehen zwei alte Landstädte, Pollença und Alcúdia. Beide sind unabhängig vom Tourismus entstanden, Alcúdia neben der römischen Stadt Pollentia, und beide lassen das bis heute merken: Wochenmärkte, für die die Umgebung anreist, Vereine, Katalanisch als Umgangssprache im Laden. Beide liegen ein paar Kilometer im Landesinneren und haben je einen Hafenort vor sich, Port de Pollença und Port d'Alcúdia. Diese Doppelung, alte Stadt hinten, Hafen vorn, erklärt den Norden besser als jede Karte.

Daneben steht der andere Norden: die Hotelzeilen aus den Siebzigern und Achtzigern in Port d'Alcúdia, an der Platja de Muro und in Can Picafort, gebaut für Pauschalurlaub, dicht an die Strandstraße gesetzt und im Winter halb leer. Der Übergang zwischen beiden Welten ist kurz, häufig nur ein paar hundert Meter. Wer eine Adresse im Norden beurteilen will, muss deshalb nicht die Gemeinde ansehen, sondern die Straße und die Reihe.

Hinter der Küste liegt das Binnenland um Sa Pobla, Muro und Campanet: Gemüsebau auf flachem Ackerland, Dorfhäuser, Landwirtschaftsverkehr auf den Zufahrten. Dazwischen liegt s'Albufera, das größte Feuchtgebiet der Balearen, ein Schilf- und Kanalgebiet unmittelbar hinter dem Strand. Es ist der Grund, warum im Frühsommer die Mücken ein Thema sind, und der Grund, warum im Winter Vogelbeobachter da sind, wenn sonst wenig los ist.

Das Jahr hat hier drei Abschnitte, und sie sind an der Straße ablesbar. Von Februar bis April gehört der Norden den Rennradfahrern bis hinauf zu Profiteams im Trainingslager; die radfreundlichen Hotels in Alcúdia, an der Platja de Muro und in Port de Pollença öffnen früher als der Süden der Insel. Von Mai bis Oktober läuft die Badesaison, dann steht auf der Ma-13 im Juli und August regelmäßig Verkehr. Von November bis Januar schließt an der Küste ein großer Teil der Lokale, während Pollença, die Altstadt von Alcúdia und das Binnenland weiterlaufen.

Für wen
Taugt für Wanderer, Rennradfahrer und Vogelbeobachter, und für Familien, weil das Wasser in beiden Buchten lange flach bleibt. Wer ganzjährig hier leben will, muss sich auf Pollença, die Altstadt von Alcúdia oder das Binnenland festlegen; die Küstenzeilen tragen den Januar nicht, und für Nachtleben oder ein städtisches Angebot fährt man eine Stunde nach Palma.
Anreise
Vom Flughafen Palma führt die mautfreie Ma-13 in einem Zug nach Norden: bis Alcúdia rund 55 bis 60 Kilometer und je nach Verkehr 45 bis 75 Minuten, nach Pollença und Port de Pollença etwas länger, weil die letzten Kilometer Landstraße sind. Die Bahn aus Palma endet in Sa Pobla, davor hält sie in Muro; als Flughafentransfer taugt sie nicht, innerhalb der Region fahren TIB-Busse zwischen den Küstenorten und in der Saison auch auf die Halbinsel Formentor.
Im Winter
Pollença, die Altstadt von Alcúdia und das Binnenland bleiben lebendig, weil dort Menschen wohnen, die nicht von der Saison leben, und die Wochenmärkte laufen das ganze Jahr. Port d'Alcúdia, Platja de Muro und Can Picafort fahren am stärksten zurück, Port de Pollença liegt dazwischen; ab Februar öffnet die Küste wegen der Radsaison wieder früher als der Rest der Insel.
Cap de Formentor im Sonnenuntergang
Cap de Formentor im SonnenuntergangFoto: Oleksandra Zelena · Pexels

Orte im Der Norden

Dächer von Alcúdia mit Bougainvillea
Dächer von Alcúdia mit BougainvilleaFoto: Heinz Klier · Pexels

Wohnen und kaufen im Norden

Der Norden zerfällt beim Wohnen in vier klar unterscheidbare Schichten. Erstens die historischen Kerne von Pollença und Alcúdia: Stadthäuser aus Marès-Sandstein, oft mit Innenhof und Zisterne, zwei bis drei Geschosse, eng gestellt. Sie stehen in geschützten Ensembles, Umbauten sind entsprechend genehmigungspflichtig und Sanierungen aufwendig; dafür wohnt man fußläufig in einem Ort, der ganzjährig läuft. Zweitens die gehobenen Küstenlagen: am Pine Walk sowie in Llenaire und Gotmar in Port de Pollença, in Mal Pas, Bonaire und Alcanada bei Alcúdia, dazu die Villen auf der Halbinsel Formentor. Überwiegend freistehende Häuser aus den Sechzigern bis Achtzigern, seither umgebaut, wenig Neubau, weil der Bestand begrenzt ist. Drittens die Apartmentzonen von Port d'Alcúdia, Platja de Muro und Can Picafort aus der Hotelbauzeit der Siebziger und Achtziger, dicht bebaut, im Sommer laut, im Winter still. Viertens das Binnenland Richtung Sa Pobla, Muro und Campanet mit Fincas auf flachem Ackerland und Dorfhäusern, wo der Alltag mallorquinisch bleibt und die Versorgung nicht saisonal schwankt.

An Infrastruktur ist ganzjährig da, was man braucht: Ärzte, Apotheken, Supermärkte, Schulen, in Alcúdia und Umgebung auch internationale Schulen, dazu weitgehend Glasfaser, was den Norden für Fernarbeit brauchbar macht. In Kauf nimmt man dafür eine gute Stunde nach Palma, im Frühjahr ein Radverkehrsaufkommen, das man auf der Landstraße spürt, und im Juli und August eine Verkehrslage, die jede Strecke verlängert. Bei Küstenlagen kommt Lärm dazu, und er ist ortsspezifisch: Strandstraße und Hotelzone, Hafenbetrieb in Port d'Alcúdia, im Sommer der Flugbetrieb der Löschflugzeuge am Ende des Pine Walk. Das lässt sich nicht aus dem Exposé ablesen, sondern nur vor Ort, und zwar zweimal, im Hochsommer und im Winter.

Vor jedem Kauf gehören dieselben Punkte geprüft, unabhängig vom Objekt: die Einstufung im Bebauungsplan, weil im Norden viel Küsten- und Hinterland unter Schutz steht oder an den Naturpark grenzt; bei Fincas die gesicherte Zufahrt samt Wegerechten und die Wasserversorgung; bei allem, was vermietet werden soll, ob eine Lizenz zur touristischen Vermietung vorliegt oder überhaupt erteilt werden kann, was fachlich zu klären ist und sich in den letzten Jahren mehrfach geändert hat; und bei Bestandshäusern der Zustand von Dach, Zisterne und Leitungen, weil an der Küste Salzluft schneller arbeitet, als man denkt. Belastbare Preisangaben nenne ich hier bewusst nicht: die im Netz kursierenden Quadratmeterwerte stammen überwiegend aus Maklermarketing und sind nicht überprüfbar. Wer eine Größenordnung für eine konkrete Lage braucht, bekommt sie von mir mit Vergleichsobjekten und Datum, nicht als Zahl im Reisetext.

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Woher die Angaben stammen

  • Wikipedia (deutsch, katalanisch, spanisch, englisch): Pollença, Port de Pollença, Cala Sant Vicenç, Cap de Formentor, Far de Formentor, Alcúdia, Port d'Alcúdia, Platja de Muro, s'Albufera de Mallorca, Can Picafort, Sa Pobla, Estació de sa Pobla
  • ADAC, Hinweise zur Zufahrt zum Cap de Formentor
  • Govern de les Illes Balears, Naturpark s'Albufera de Mallorca
  • Serveis Ferroviaris de Mallorca, Linie Palma – Sa Pobla
  • Puerto Pollensa Forum, von Stammgästen geführte Listen der im Winter geöffneten Lokale (keine amtliche Quelle)
  • Ultima Hora, Berichterstattung zum Kraftwerk Es Murterar
  • Eigene Ortskenntnis und Begehungen in Pollença, Alcúdia und an der Bucht

Bildnachweis

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  • Andreas Geissler
  • Daniel Frank
  • Guerrero De la Luz
  • Heinz Klier
  • Oleksandra Zelena
  • Sergei Gussev

Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.