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Inselguide · Region
Der Norden
Hier läuft die Tramuntana ins Meer aus, und dahinter beginnt sofort flaches Schwemmland. Zwei Buchten, zwei alte Landstädte und rund zehn Kilometer durchgehender Sandstrand liegen so dicht beieinander, dass man morgens am Berg und mittags im flachen Wasser ist. Was der Norden nicht ist: über das Jahr gleich.
Der Norden ist die Ecke Mallorcas, in der das Gebirge endet. Die Tramuntana läuft in der Halbinsel Formentor aus, dahinter liegt Schwemmland, das flach bis an die Küste reicht. Zwei Buchten bestimmen alles: die Bucht von Pollença, eng und von Bergen gerahmt, und die weite Bucht von Alcúdia. Deren Sandstrand hängt von Port d'Alcúdia über die Platja de Muro bis Can Picafort zusammen, das sind rund zehn bis elf Kilometer am Stück. Die Bucht selbst reicht weiter, bis Son Serra de Marina und Colònia de Sant Pere, aber dort ist die Küste unterbrochen und streckenweise felsig oder Kiesel. Die im Netz kursierenden zwanzig bis dreißig Kilometer meinen diese ganze Linie, nicht den Strand.
In der Region stehen zwei alte Landstädte, Pollença und Alcúdia. Beide sind unabhängig vom Tourismus entstanden, Alcúdia neben der römischen Stadt Pollentia, und beide lassen das bis heute merken: Wochenmärkte, für die die Umgebung anreist, Vereine, Katalanisch als Umgangssprache im Laden. Beide liegen ein paar Kilometer im Landesinneren und haben je einen Hafenort vor sich, Port de Pollença und Port d'Alcúdia. Diese Doppelung, alte Stadt hinten, Hafen vorn, erklärt den Norden besser als jede Karte.
Daneben steht der andere Norden: die Hotelzeilen aus den Siebzigern und Achtzigern in Port d'Alcúdia, an der Platja de Muro und in Can Picafort, gebaut für Pauschalurlaub, dicht an die Strandstraße gesetzt und im Winter halb leer. Der Übergang zwischen beiden Welten ist kurz, häufig nur ein paar hundert Meter. Wer eine Adresse im Norden beurteilen will, muss deshalb nicht die Gemeinde ansehen, sondern die Straße und die Reihe.
Hinter der Küste liegt das Binnenland um Sa Pobla, Muro und Campanet: Gemüsebau auf flachem Ackerland, Dorfhäuser, Landwirtschaftsverkehr auf den Zufahrten. Dazwischen liegt s'Albufera, das größte Feuchtgebiet der Balearen, ein Schilf- und Kanalgebiet unmittelbar hinter dem Strand. Es ist der Grund, warum im Frühsommer die Mücken ein Thema sind, und der Grund, warum im Winter Vogelbeobachter da sind, wenn sonst wenig los ist.
Das Jahr hat hier drei Abschnitte, und sie sind an der Straße ablesbar. Von Februar bis April gehört der Norden den Rennradfahrern bis hinauf zu Profiteams im Trainingslager; die radfreundlichen Hotels in Alcúdia, an der Platja de Muro und in Port de Pollença öffnen früher als der Süden der Insel. Von Mai bis Oktober läuft die Badesaison, dann steht auf der Ma-13 im Juli und August regelmäßig Verkehr. Von November bis Januar schließt an der Küste ein großer Teil der Lokale, während Pollença, die Altstadt von Alcúdia und das Binnenland weiterlaufen.
- Für wen
- Taugt für Wanderer, Rennradfahrer und Vogelbeobachter, und für Familien, weil das Wasser in beiden Buchten lange flach bleibt. Wer ganzjährig hier leben will, muss sich auf Pollença, die Altstadt von Alcúdia oder das Binnenland festlegen; die Küstenzeilen tragen den Januar nicht, und für Nachtleben oder ein städtisches Angebot fährt man eine Stunde nach Palma.
- Anreise
- Vom Flughafen Palma führt die mautfreie Ma-13 in einem Zug nach Norden: bis Alcúdia rund 55 bis 60 Kilometer und je nach Verkehr 45 bis 75 Minuten, nach Pollença und Port de Pollença etwas länger, weil die letzten Kilometer Landstraße sind. Die Bahn aus Palma endet in Sa Pobla, davor hält sie in Muro; als Flughafentransfer taugt sie nicht, innerhalb der Region fahren TIB-Busse zwischen den Küstenorten und in der Saison auch auf die Halbinsel Formentor.
- Im Winter
- Pollença, die Altstadt von Alcúdia und das Binnenland bleiben lebendig, weil dort Menschen wohnen, die nicht von der Saison leben, und die Wochenmärkte laufen das ganze Jahr. Port d'Alcúdia, Platja de Muro und Can Picafort fahren am stärksten zurück, Port de Pollença liegt dazwischen; ab Februar öffnet die Küste wegen der Radsaison wieder früher als der Rest der Insel.

Orte im Der Norden
Pollença
StadtAlte Landstadt zwei Kilometer hinter der Küste, die auch ohne Urlauber funktioniert.
Pollença liegt nicht am Meer, sondern rund zwei Kilometer landeinwärts am Fuß der Tramuntana, gebaut um die Plaça Major. Sonntags stehen dort und in den angrenzenden Gassen mehrere hundert Stände, und zwar der Markt, auf dem die Umgebung einkauft. Zur Gemeinde gehören mit 17.807 Einwohnern (Stand 2025) auf 151,65 Quadratkilometern auch Port de Pollença, Cala Sant Vicenç und die Halbinsel Formentor; wer „Pollença“ als Adresse liest, sollte also zuerst klären, welcher Teil gemeint ist.
Vom Ort führen 365 Stufen zwischen vierzehn drei Meter hohen Kreuzen hinauf zur Kalvarienkapelle; die Treppe wurde 1907 fertiggestellt, und am Karfreitag wird beim Davallament die Christusfigur über genau diese Stufen heruntergetragen. Über der Stadt liegt der Puig de Maria mit einem Kloster von 1348, im Kloster gibt es eine einfache Herberge. Der Aufstieg dauert 45 bis 60 Minuten, der obere Teil ist glatter, ausgetretener Naturstein und bei Nässe unangenehm.
Die sogenannte Römerbrücke am Ortsrand stammt nach heutigem Forschungsstand wahrscheinlich aus islamischer Zeit, nicht aus römischer. Im Sommer läuft das Musikfestival im Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters, an diesen Abenden ist der Kern voll. Ansonsten ist Pollença ein Ort, in dem Alltag stattfindet: Schulen, Ärzte, Handwerk, und im Januar hat der Großteil der Läden offen.
- Bekannt für
- Sonntagsmarkt, die 365 Stufen zum Calvari, Puig de Maria und das Musikfestival im Sommer
- Gut zu wissen
- Am Sonntag ist die Plaça Major ab dem späten Vormittag so voll, dass Bummeln kaum mehr geht, und im Kern findet man keinen Parkplatz mehr. Wer früh kommt, hat den Markt für sich; sonst am Ortsrand parken, etwa beim Friedhof, und die letzten Minuten laufen.
Port de Pollença
HafenortFlache Bucht am inneren Ende, autofreie Kiefernpromenade, im Frühjahr Quartier der Rennradfahrer.
Der Hafenort liegt rund sechs Kilometer von Pollença entfernt am inneren Ende der Bucht. Das Wasser bleibt weit hinaus flach und ist meist ruhig, weil die Berge die Bucht abschirmen. Der Pine Walk ist eine autofreie Promenade unter Kiefern entlang alter Villen, mit der Büste des Malers Anglada Camarasa; an ihrem Ende liegt der Militärflugplatz, auf dem die Löschflugzeuge stationiert sind, deren Betrieb man im Sommer hört.
Der Ort gliedert sich in Viertel wie Llenaire, Gotmar, Siller und Bóquer, die sich in Bebauung, Ruhe und Preisniveau deutlich unterscheiden. Mittwochs ist Markt auf der Plaça Miquel Capllonch. Von hier beginnt die Straße auf die Halbinsel Formentor, und von Februar bis April ist der Ort voller Rennradfahrer, inklusive Profiteams im Trainingslager; auf der Landstraße merkt man das.
Im November schließt ein großer Teil der Lokale, und das Angebot schrumpft auf eine Handvoll Adressen. Amtliche Zahlen dazu gibt es nicht; Stammgäste führen im örtlichen Forum jedes Jahr neu Listen darüber, was geöffnet bleibt, weil es sich ständig ändert. Das ist für Urlauber eine Randnotiz und für Käufer die entscheidende Information.
- Bekannt für
- Pine Walk, flaches ruhiges Wasser, Rennradsaison im Frühjahr und der Zugang nach Formentor
- Gut zu wissen
- Wer hier ganzjährig wohnen will, sollte den Ort einmal im Januar gesehen haben, bevor er unterschreibt. Derselbe Spaziergang, der im Mai schön ist, führt im Winter an geschlossenen Rollläden vorbei.

Segelboote in der Bucht von Port de PollençaFoto: Daniel Frank · Pexels Cala Sant Vicenç
BuchtVier kleine Buchten unter einer 300 Meter hohen Felswand, ohne durchgehende Hotelzeile.
Cala Sant Vicenç gehört zu Pollença und besteht aus vier dicht beieinander liegenden Buchten: Cala Barques, Cala Clara, Cala Molins und Cala Carbó. Über allem steht der Grat des Cavall Bernat, dessen Felsen rund 300 Meter aufragen. Barques und Molins sind bewachte Sandstrände mit Liegen, Clara und besonders Carbó sind rauer und felsiger; man kann je nach Bedingungen innerhalb weniger Minuten wechseln.
Der Ort ist klein geblieben, eine durchgehende Hotelfront gibt es nicht, dafür Wohnhäuser und einzelne Häuser am Hang. In der Nähe liegt eines der besterhaltenen vorgeschichtlichen Höhlengräberfelder der Insel. Versorgung ist knapp: wenige Läden, wenige Lokale, und außerhalb der Saison schließt auch davon ein Teil.
- Bekannt für
- vier Buchten nebeneinander, den Cavall Bernat und Felsküste statt Strandzeile
- Gut zu wissen
- Die Buchten öffnen sich nach Norden. Bei Tramuntana läuft die Welle direkt herein, dann wird rote Flagge gesetzt; an solchen Tagen ist die Seite der Bucht von Pollença die bessere Wahl. Geparkt wird an der Hauptstraße, im Hochsommer ist dort ab dem Vormittag nichts mehr frei.
Formentor und Cap de Formentor
NaturKnapp zwanzig Straßenkilometer Halbinsel; bis zum Strand fährt man in der Saison selbst, den Rest übernimmt tagsüber der Bus.
Die Ma-2210 führt von Port de Pollença in knapp zwanzig Straßenkilometern bis zum Leuchtturm an der Nordspitze. Angelegt hat sie in den 1920er Jahren Antonio Parietti, derselbe Ingenieur wie bei den Serpentinen nach Sa Calobra, und das merkt man an jeder Kurve. Unterwegs liegen der Aussichtspunkt Es Colomer, der Wachturm Talaia d'Albercutx über einer schmalen Stichstraße, der Tunnel durch den Fumat und die Platja de Formentor, ein Kiefernstrand mit hellem Wasser.
Das Hotel Formentor von 1929 steht am Strand und ist nach langer Renovierung seit 2024 ein Haus der Four-Seasons-Gruppe. Der Dichter Miquel Costa i Llobera aus Pollença hat der Halbinsel mit «El Pi de Formentor» ihr Gedicht geschrieben, das auf Mallorca jedes Kind einmal gehört hat. Bebaut ist sonst wenig: einzelne Villen, viel Kiefernwald, Steilküste.
Die Zufahrt ist geregelt, und zwar nicht pauschal. In der Sommersaison ist tagsüber der Abschnitt hinter dem Strand für private Pkw gesperrt, also Mirador es Colomer, Cala Murta und Leuchtturm; dorthin fährt dann die TIB-Buslinie. Bis zum Strandparkplatz Platja de Formentor kommt man auch in dieser Zeit mit dem eigenen Auto, solange die automatische Schranke am Ortsausgang von Port de Pollença öffnet, und sie öffnet nur, solange Plätze frei sind.
- Bekannt für
- Leuchtturm am Nordzipfel, Mirador Es Colomer, Platja de Formentor und die Serpentinenstraße
- Gut zu wissen
- Der Strandparkplatz ist im Hochsommer oft vor Mittag voll, und die Sperrzeiten samt Zeitraum werden fast jedes Jahr neu festgelegt. Vor der Fahrt die aktuelle Regelung nachsehen und im Zweifel den Bus nehmen oder früh am Morgen beziehungsweise am Abend fahren.

Der Leuchtturm am Cap de FormentorFoto: Andreas Geissler · Pexels Alcúdia (Altstadt)
StadtMittelalterlich ummauerter Kern ab 1298, rund zwei Kilometer vor dem Hafen, mit der römischen Stadt als Ausgrabungsfeld direkt vor den Mauern.
Die Stadtmauer wurde ab 1298 unter Jaume II begonnen und 1362 unter Pere IV fertiggestellt; ein zweiter, äußerer Ring kam in der Renaissance dazu und war um 1660 fertig. Teile der Mauer lassen sich begehen. Direkt vor den Mauern, nicht darunter, liegt Pollentia, die um 70 vor Christus gegründete römische Stadt von rund 15 Hektar, mit Theater und eigenem Museum. Der mittelalterliche Kern steht also neben der römischen Stadt, und beides lässt sich an einem Vormittag ablaufen.
Innerhalb der Mauern sind die Gassen eng und die Häuser meist zwei- bis dreistöckig aus Marès-Sandstein, unten Läden, oben gewohnt. Dienstags und sonntags steht der Markt in den Gassen und entlang der Mauer. Vom Hafen ist der Kern rund zwei Kilometer entfernt, nur bis zum Handelshafen ganz im Süden sind es zweieinhalb bis drei; zu Fuß ist das eine halbe Stunde, mit dem Rad nichts.
Zur Gemeinde mit 21.907 Einwohnern (Stand 2025) gehören außerdem die Halbinsel Cap des Pinar mit der Ermita de la Victòria und dem Talaia d'Alcúdia auf 445 Metern sowie die ruhigen Wohnlagen Mal Pas, Bonaire und Alcanada. Diese Lagen sind vom Trubel der Hotelzone durch den ganzen Ort getrennt, gehören aber zur selben Gemeinde und zur selben Postanschrift.
- Bekannt für
- begehbare Stadtmauer, das römische Pollentia, Markt dienstags und sonntags, Ermita de la Victòria
- Gut zu wissen
- An Markttagen ist die Altstadt ab dem Vormittag dicht, und die Parkplätze vor der Mauer sind zuerst belegt. Mauer, Pollentia und das Museum haben saisonal wechselnde Zeiten und sind montags meist geschlossen; wer deswegen kommt, sollte die Zeiten am selben Tag prüfen statt sich auf einen Reiseführer zu verlassen.

Gasse in der Altstadt von AlcúdiaFoto: Guerrero De la Luz · Pexels Port d'Alcúdia
HafenortArbeitender Hafen, Anfang des langen Sandstrands, dahinter die dichteste Hotelzone des Nordens.
Der Hafen ist der zweitgrößte der Insel und arbeitet tatsächlich: Fracht, Fischerei, Marina und Fährverbindungen nach Menorca, wobei Routen und Betreiber sich über die Jahre ändern. Südlich davon beginnt die Platja d'Alcúdia und geht ohne Unterbrechung in die Platja de Muro und weiter Richtung Can Picafort über, zusammen rund zehn bis elf Kilometer flacher Sandstrand mit Dünen und Pinien dahinter. Weiter südlich reicht die Bucht noch bis Son Serra de Marina und Colònia de Sant Pere, dort ist die Küste aber unterbrochen und teils felsig.
Hinter der Strandstraße liegt die Hotelzone, dicht bebaut, einzelne Ferienkomplexe nehmen ganze Straßenblöcke ein. Am nördlichen Ende, Richtung Mal Pas, Bonaire und Alcanada, wird es innerhalb weniger Minuten ruhiger und deutlich hochpreisiger: Einfamilienhäuser, Marina, gegenüber auf der Landzunge der Golfplatz Alcanada. Zwischen beiden Welten liegen keine drei Kilometer.
Am Ortsrand steht das Kohlekraftwerk Es Murterar, der größte Einzelemittent der Insel. Seine endgültige Abschaltung ist seit Jahren angekündigt und war bei Redaktionsschluss nicht vollzogen; das Verfahren läuft über das zuständige Ministerium. Wer im Umfeld kauft, sollte den aktuellen Stand selbst nachsehen, statt sich auf ältere Meldungen zu stützen.
- Bekannt für
- Fähre nach Menorca, den Beginn des langen Sandstrands, die große Hotelzone und die Wohnlagen Mal Pas, Bonaire und Alcanada
- Gut zu wissen
- Hotelzone und Wohnlagen sind zwei verschiedene Orte, liegen aber Minuten auseinander. Wer hier kauft, sollte dieselbe Adresse einmal an einem Augustabend und einmal an einem Januarnachmittag gesehen haben.
Platja de Muro
StrandGut fünf Kilometer Strand zwischen Port d'Alcúdia und Can Picafort, mit Hotelzeile, Dünenschutzgebiet und ohne eigenen Ortskern.
Die Platja de Muro liegt zwischen Port d'Alcúdia und Can Picafort und gehört zur Gemeinde Muro, deren Dorf rund zehn Kilometer weiter im Landesinneren liegt. Der Strand misst gut fünf Kilometer und ist in vier Abschnitte geteilt: die Sectors I und II mit der Hotelzeile, Es Capellans mit älterer, niedrigerer Bebauung und dazwischen Es Comú, ein unbebauter Streifen aus Dünen und Pinien, der zum Naturpark s'Albufera gehört und deshalb so bleibt, wie er ist. Diese Lücke im Bauland ist der Grund, warum der Abschnitt anders wirkt als der Rest der Bucht.
Einen gewachsenen Ortskern gibt es nicht: keine Kirche, kein Marktplatz, keine Gasse, die älter wäre als die Hotels. Was es gibt, ist eine Strandstraße mit Hotels und Apartmenthäusern und dahinter Wohnstraßen. Der Unterschied zwischen erster und zweiter Reihe ist hier so scharf wie in Port d'Alcúdia: vorn Betrieb bis in die Nacht, zweihundert Meter weiter hinten Stille, im Winter sehr viel Stille. Einkaufen, Ärzte und Behörden liegen in Port d'Alcúdia, Muro oder Sa Pobla.
Der Strand selbst ist der Grund, warum viele hierherkommen: flach, breit, mit Dünen und Kiefern statt einer Mauer aus Beton direkt an der Wasserlinie. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Feuchtgebiet hat eine Kehrseite, im späten Frühjahr und Frühsommer sind die Mücken ein Thema.
- Bekannt für
- breiter flacher Sandstrand mit Dünen und Pinien und den unbebauten Abschnitt Es Comú
- Gut zu wissen
- Die Adresse „Platja de Muro“ sagt für sich genommen wenig. Entscheidend ist der Abschnitt und der Abstand zur Strandstraße; vor einer Miete oder einem Kauf klären, welcher Sector gemeint ist, wie weit es zur nächsten ganzjährig geöffneten Versorgung ist und was im Januar in Gehweite offen hat.
s'Albufera
NaturGrößtes Feuchtgebiet der Balearen, direkt hinter dem Strand von Muro.
Das Schilf- und Kanalgebiet zwischen Port d'Alcúdia, Muro und Sa Pobla wurde 1988 zum ersten Naturpark der Balearen erklärt und ist als Ramsar-Gebiet international geschützt. Die Kanäle stammen aus dem 19. Jahrhundert, als britische Unternehmer das Sumpfland trockenlegen und landwirtschaftlich nutzen wollten; das Vorhaben scheiterte, die Brücke an der Zufahrt heißt bis heute Pont dels Anglesos.
Auf den Wegen und in den Beobachtungshütten sind über die Jahre weit über zweihundert Vogelarten registriert worden; die genaue Zahl hängt von Quelle und Zählweise ab. Man meldet sich am Empfangszentrum Sa Roca an und bewegt sich zu Fuß oder mit dem Rad weiter, Autos bleiben am Parkplatz an der Zufahrt. Der Park ist ganzjährig geöffnet, die Zeiten wechseln zwischen Sommer- und Winterhalbjahr, und an einzelnen Feiertagen bleibt er zu.
- Bekannt für
- Vogelbeobachtung, Kanäle und Schilf, Radwege, erster Naturpark der Balearen
- Gut zu wissen
- Vom Parkplatz bis zum Besucherzentrum sind es rund zwanzig Minuten zu Fuß, das unterschätzen viele mit Kindern. Frühjahr und Herbst bringen den stärksten Vogelzug, der Winter ist ruhig und ergiebig; im späten Frühjahr und Frühsommer gehören lange Sachen und Mückenmittel zur Ausrüstung. Öffnungszeiten vorher prüfen, sie sind saisonal.
Can Picafort
StrandFerienort aus den Siebzigern am Südende der Bucht, ohne alten Kern.
Can Picafort gehört zur Gemeinde Santa Margalida, deren Dorf im Landesinneren liegt. Bis in die 1960er Jahre lebten hier wenige hundert Menschen; in den Siebzigern wuchs der Ort in wenigen Jahren zur Hotel- und Apartmentzone. Einen historischen Kern gibt es nicht, die Bebauung ist durchgehend jung und überwiegend niedrig: Promenade, Strandstraße, Apartmenthäuser, dazwischen Supermärkte und Lokale, die auf Sommerbetrieb ausgelegt sind.
Östlich des Ortes liegt die Nekropole von Son Real direkt an der Küste, eine der bedeutendsten vorgeschichtlichen Grabanlagen der Balearen, belegt vom 7. Jahrhundert vor Christus bis in römische Zeit; der Weg dorthin führt an der Küste entlang und ist frei zugänglich. Nach Norden geht der Strand in die Platja de Muro über und damit in den Abschnitt Es Comú, der unbebaut ist.
- Bekannt für
- breiter Sandstrand, Pauschaltourismus, die Nekropole Son Real und den Übergang zur Platja de Muro
- Gut zu wissen
- Der Ort ist auf Sommerbetrieb gebaut. Wer hier ganzjährig wohnen will, sollte im Januar hinfahren und zählen, was offen hat; das ist ein anderer Ort als im Juli.
Sa Pobla
StadtKartoffelland im Binnenland, zehn Autominuten vom Strand und ohne einen einzigen Hotelturm.
Sa Pobla liegt zwischen s'Albufera und der Ebene, hat 14.990 Einwohner (Stand 2025) auf 48,59 Quadratkilometern und lebt vom Gemüsebau, allen voran von Frühkartoffeln, die traditionell nach England gehen. Der Ort ist dicht und rechtwinklig gebaut, ein Ring umschließt den Kern, außerhalb steht auffallend wenig. Sonntags ist Markt, und zwar der Markt, auf dem die Umgebung einkauft, nicht der für Busgruppen.
Am Abend des 16. Januar brennen zu Sant Antoni die Feuer auf den Plätzen, mit Teufeln, Tanz und Xeremies; das Fest ist hier seit 1365 belegt und ist kein Programmpunkt für Besucher, sondern der Termin, an dem der Ort unter sich ist und trotzdem jeden hereinlässt. Sa Pobla ist Endbahnhof der Bahnlinie aus Palma über Inca, der Zug hält davor in Muro.
- Bekannt für
- Frühkartoffeln, Sonntagsmarkt, Sant Antoni am 16. Januar und den Bahnanschluss nach Palma
- Gut zu wissen
- Hier kauft man mallorquinischen Alltag mit allem, was dazugehört: wenig Englisch im Laden, Landwirtschaftsverkehr auf den Zufahrten, im Sommer Mücken aus der Albufera. Dafür ist im Januar alles offen, und man ist in zehn Minuten am Meer und in einer Stunde in Palma.

Wohnen und kaufen im Norden
Der Norden zerfällt beim Wohnen in vier klar unterscheidbare Schichten. Erstens die historischen Kerne von Pollença und Alcúdia: Stadthäuser aus Marès-Sandstein, oft mit Innenhof und Zisterne, zwei bis drei Geschosse, eng gestellt. Sie stehen in geschützten Ensembles, Umbauten sind entsprechend genehmigungspflichtig und Sanierungen aufwendig; dafür wohnt man fußläufig in einem Ort, der ganzjährig läuft. Zweitens die gehobenen Küstenlagen: am Pine Walk sowie in Llenaire und Gotmar in Port de Pollença, in Mal Pas, Bonaire und Alcanada bei Alcúdia, dazu die Villen auf der Halbinsel Formentor. Überwiegend freistehende Häuser aus den Sechzigern bis Achtzigern, seither umgebaut, wenig Neubau, weil der Bestand begrenzt ist. Drittens die Apartmentzonen von Port d'Alcúdia, Platja de Muro und Can Picafort aus der Hotelbauzeit der Siebziger und Achtziger, dicht bebaut, im Sommer laut, im Winter still. Viertens das Binnenland Richtung Sa Pobla, Muro und Campanet mit Fincas auf flachem Ackerland und Dorfhäusern, wo der Alltag mallorquinisch bleibt und die Versorgung nicht saisonal schwankt.
An Infrastruktur ist ganzjährig da, was man braucht: Ärzte, Apotheken, Supermärkte, Schulen, in Alcúdia und Umgebung auch internationale Schulen, dazu weitgehend Glasfaser, was den Norden für Fernarbeit brauchbar macht. In Kauf nimmt man dafür eine gute Stunde nach Palma, im Frühjahr ein Radverkehrsaufkommen, das man auf der Landstraße spürt, und im Juli und August eine Verkehrslage, die jede Strecke verlängert. Bei Küstenlagen kommt Lärm dazu, und er ist ortsspezifisch: Strandstraße und Hotelzone, Hafenbetrieb in Port d'Alcúdia, im Sommer der Flugbetrieb der Löschflugzeuge am Ende des Pine Walk. Das lässt sich nicht aus dem Exposé ablesen, sondern nur vor Ort, und zwar zweimal, im Hochsommer und im Winter.
Vor jedem Kauf gehören dieselben Punkte geprüft, unabhängig vom Objekt: die Einstufung im Bebauungsplan, weil im Norden viel Küsten- und Hinterland unter Schutz steht oder an den Naturpark grenzt; bei Fincas die gesicherte Zufahrt samt Wegerechten und die Wasserversorgung; bei allem, was vermietet werden soll, ob eine Lizenz zur touristischen Vermietung vorliegt oder überhaupt erteilt werden kann, was fachlich zu klären ist und sich in den letzten Jahren mehrfach geändert hat; und bei Bestandshäusern der Zustand von Dach, Zisterne und Leitungen, weil an der Küste Salzluft schneller arbeitet, als man denkt. Belastbare Preisangaben nenne ich hier bewusst nicht: die im Netz kursierenden Quadratmeterwerte stammen überwiegend aus Maklermarketing und sind nicht überprüfbar. Wer eine Größenordnung für eine konkrete Lage braucht, bekommt sie von mir mit Vergleichsobjekten und Datum, nicht als Zahl im Reisetext.
Objekte ansehenFrage stellenSuchanfrage anlegenWoher die Angaben stammen
- Wikipedia (deutsch, katalanisch, spanisch, englisch): Pollença, Port de Pollença, Cala Sant Vicenç, Cap de Formentor, Far de Formentor, Alcúdia, Port d'Alcúdia, Platja de Muro, s'Albufera de Mallorca, Can Picafort, Sa Pobla, Estació de sa Pobla
- ADAC, Hinweise zur Zufahrt zum Cap de Formentor
- Govern de les Illes Balears, Naturpark s'Albufera de Mallorca
- Serveis Ferroviaris de Mallorca, Linie Palma – Sa Pobla
- Puerto Pollensa Forum, von Stammgästen geführte Listen der im Winter geöffneten Lokale (keine amtliche Quelle)
- Ultima Hora, Berichterstattung zum Kraftwerk Es Murterar
- Eigene Ortskenntnis und Begehungen in Pollença, Alcúdia und an der Bucht
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- Andreas Geissler
- Daniel Frank
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- Sergei Gussev
Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.