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Inselguide · Region
Der Südwesten
Der Südwesten reicht von der Stadtgrenze Palmas bis nach Sant Elm und besteht aus zwei Gemeinden: Calvià und Andratx. Er ist der am dichtesten bebaute Teil der Insel und der am besten erschlossene, weil fast jeder Ort an einer eigenen Abfahrt der Autobahn Ma-1 hängt. Was die Orte voneinander unterscheidet, zeigt sich weniger im August als im Februar.
Zwei Gemeinden teilen sich die Gegend. Calvià hat 53.793 Einwohner auf 145 Quadratkilometern mit 54 Kilometern Küste, Andratx 12.195 Einwohner auf 81 Quadratkilometern, beides Stand 2025. Dazwischen läuft die Ma-1, und jeder größere Ort hat seine eigene Abfahrt. Das erklärt, warum hier so viele Menschen wohnen, die regelmäßig nach Palma oder zum Flughafen müssen: Der Südwesten ist der Teil der Insel, aus dem man am schnellsten wieder herauskommt.
Die Küste ist überwiegend felsig, die Strände sind klein und liegen in Buchten, die sich rasch füllen. Je weiter man nach Westen fährt, desto steiler wird das Gelände: Hinter Peguera beginnt die Serra de Tramuntana, hinter Andratx endet die Autobahn und wird Landstraße. Ab dort geht es nur noch einspurig weiter, nach Sant Elm im Westen oder über die Berge nach Norden. Die drei Orte am Ende der Strecke — Sant Elm, Port d'Andratx und Camp de Mar — hängen jeweils an einer einzigen Zufahrt, und das merkt man im Sommer an jedem Parkplatz.
Gewachsen ist hier wenig. In Calvià sind nur rund 37 Prozent der Einwohner in der Gemeinde geboren; 1960 lebten dort etwa 3.000 Menschen, heute stehen rund 61.000 Hotelbetten in der Gemeinde. Man sieht den Orten an, wann sie gebaut wurden: Apartmentblöcke am Strand aus der Hotelzeit, Villensiedlungen an den Hängen, dazwischen Golfplätze. Alte Ortskerne gibt es fast nur noch in Andratx, s'Arracó und im Landesinneren von Calvià, in Calvià Vila und Es Capdellà.
Unterwegs sind hier drei Gruppen nebeneinander: Pauschalgäste in den Strandorten, Bootsbesitzer in den Häfen und eine große Zahl ganzjährig ansässiger Zugezogener, viele davon deutschsprachig. Zwischen Magaluf und Sa Dragonera liegen gut 20 Kilometer Luftlinie und rund 40 Kilometer Straße: hier die Punta Ballena, dort ein unbewohnter Naturpark ohne Laden und ohne Restaurant. Im Winter zerfällt der Streifen in zwei Hälften — Orte, in denen Menschen wohnen, und Orte, die zumachen. Wer hier kaufen will, muss wissen, in welcher Hälfte er landet.
- Für wen
- Für Menschen, die kurze Wege brauchen: Flughafen, Palma, Facharzt, internationale Schule und ein im Januar geöffnetes Restaurant sind aus den palmanahen Orten in überschaubarer Zeit erreichbar, und in der Gemeinde Calvià liegen mit Puerto Portals und Port Adriano zwei große Yachthäfen. Nichts für Menschen, die ein gewachsenes Dorf suchen oder mit Einnahmen aus Ferienvermietung kalkulieren — beides ist hier die Ausnahme.
- Anreise
- Vom Flughafen fährt man immer um Palma herum: Ma-19, dann Ma-20 (Via de Cintura), dann Ma-1 Richtung Andratx; bis Port d'Andratx sind es rund 40 Kilometer, die Fahrzeit schwankt je nach Verkehr erheblich. Der Engpass ist nicht die Autobahn, sondern die Via de Cintura im Berufsverkehr; ab der Abfahrt Andratx wird aus der Ma-1 eine Landstraße.
- Im Winter
- Die Orte verhalten sich sehr unterschiedlich: Illetes, Portals Nous, Bendinat, Peguera und Andratx-Stadt laufen durch, in Magaluf, im Strandteil von Santa Ponça, in Camp de Mar und in Sant Elm ist ab November das meiste geschlossen, und die Boote nach Sa Dragonera fahren nur in der Saison. Wer hier kaufen will, fährt einmal im Januar oder Februar hin, bevor er unterschreibt.

Orte im Der Südwesten
Illetes und Cas Català
WohnortDer erste Ortskern hinter der Stadtgrenze Palmas, gebaut am Hang über zwei kleinen Buchten.
Cas Català-Ses Illetes ist ein eigener Ortskern der Gemeinde Calvià und wird dort getrennt von Portals Nous geführt. Gemeldet sind 3.101 Einwohner (Padrón 2025); damit ist der Ort größer als sein bekannterer Nachbar wenige Kilometer weiter westlich. Wer aus Palma kommt, erreicht ihn als Ersten, und ein erheblicher Teil der Bewohner pendelt täglich in die Stadt.
Gebaut wurde am Hang. Wohnanlagen und Hotels stehen gestaffelt übereinander, unten liegt eine Felsküste mit zwei kleinen Sandbuchten, die bekanntere davon die Platja d'Illetes. Die Bebauung stammt überwiegend aus der Zeit, in der die Küste westlich von Palma erschlossen wurde, und ist entsprechend dicht; freie Grundstücke gibt es hier praktisch nicht mehr.
Der Ort bleibt im Winter bewohnt, und das ist sein eigentliches Argument gegenüber den Ferienorten weiter westlich: Linienbusse nach Palma, Grundversorgung im Ort, Nachbarn im Februar.
- Bekannt für
- Zwei kleine Sandbuchten unmittelbar vor Palma und die kurze Strecke in die Stadt.
- Gut zu wissen
- Die Strände sind sehr klein; im August liegt man dort dicht an dicht, und die wenigen öffentlichen Parkplätze sind vormittags weg. Hinter den Hanglagen verläuft die Ma-1 — bei einer Besichtigung lohnt es sich, das Fenster zu öffnen und hinzuhören, bevor man sich für die Aussicht entscheidet.
Portals Nous und Puerto Portals
HafenortEin Yachthafen von 1986 mit einem Wohnort dahinter, rund zwölf Kilometer vom Zentrum Palmas.
Der Hafen Puerto Portals wurde 1986 gebaut und bis 2020 erweitert. Er nimmt Boote bis 60 Meter auf und ist im Sommer häufig ausgebucht; wie viele Liegeplätze es genau sind, geben die Quellen unterschiedlich an. Rund um das Hafenbecken liegen Restaurants, Geschäfte, Maklerbüros und eine Tiefgarage — das ist der Teil des Ortes, der in den Zeitungen vorkommt.
Der Ort selbst ist unauffälliger. Der Ortsstrand, die Platja de Portals Nous, auch Platja d'en Bendinat genannt, ist klein und teilweise felsig; wer Sand in Menge will, fährt weiter nach Palmanova oder Santa Ponça. Nebenan liegt Bendinat mit dem neugotischen Castell aus dem 19. Jahrhundert, das in Privatbesitz und nicht zu besichtigen ist, und dem Real Golf de Bendinat. Westlich schließt Costa d'en Blanes an.
Zusammen mit Illetes und Bendinat bildet Portals Nous den ganzjährig bewohnten Streifen zwischen Palma und Magaluf. Im Februar ist hier deutlich mehr offen als in jedem Ferienort weiter westlich, auch wenn ein Teil der Hafenlokale pausiert.
- Bekannt für
- Die Marina Puerto Portals, den Real Golf de Bendinat und die Nähe zu Palma.
- Gut zu wissen
- Am Hafen parkt man in der Tiefgarage, oberirdisch wird es eng. Und die Zone Magaluf liegt keine zehn Autominuten entfernt — wer hier kauft, sollte einmal hingefahren sein, statt sich auf die Postleitzahl zu verlassen.
Magaluf und Palmanova
StadtDer Ort, über den geredet wird, und sein ruhigerer Nachbar direkt daneben.
Magaluf hat einen rund 1.600 Meter langen Sandstrand, und es hat die Punta Ballena, die Straße, die dem Ort seinen Ruf eingetragen hat. Seit dem balearischen Dekret gegen Exzesstourismus von 2020 und dem Umbau der Straße hat sich das Bild verschoben, aber nicht aufgelöst.
Dass die Gemeinde umsteuert, ist an Geld und Plänen ablesbar: Meliá hat zwischen 2011 und 2018 rund 230 Millionen Euro in sechs Häuser am Ort gesteckt, und Calvià verfolgt bis 2030 eine Strategie weg vom Sauftourismus, mit Wanderwegen und einer geplanten Stiftung für den Ganzjahresbetrieb. Ob das den Ortskern verändert, entscheidet sich in den nächsten Jahren.
Palmanova grenzt direkt an und funktioniert anders: drei Strände mit flachem Einstieg, eine Promenade, ein Musikverbot am Strand und ein überwiegend britisches, familiäres Publikum. Die beiden Orte gehen baulich ineinander über, die Unterschiede sind trotzdem real — wer in Palmanova wohnt, bekommt von der Punta Ballena wenig mit.
- Bekannt für
- Punta Ballena, den langen Sandstrand und den Umbau der Zone seit 2020.
- Gut zu wissen
- Im Winter ist in Magaluf nahezu alles geschlossen, auch im Strandbereich. Wer eine Wohnung mit Blick auf die Bucht besichtigt, sollte das an einem Sommerabend tun und nicht an einem Dienstag im März.
El Toro und Port Adriano
HafenortDer zweite große Yachthafen des Südwestens, mit einem Wohnort am Hang darüber.
El Toro ist ein eigener Ortskern der Gemeinde Calvià mit 2.366 Einwohnern (Padrón 2025) und liegt auf der Halbinsel zwischen den Buchten von Santa Ponça und Magaluf. Unten am Wasser liegt Port Adriano, 2012 nach Plänen von Philippe Starck umgebaut, mit Liegeplätzen für Boote von 6 bis 80 Metern. Neben Puerto Portals ist das der zweite Hafen dieser Größenordnung im Südwesten, und er nimmt Schiffe auf, für die Puerto Portals zu klein ist.
Der Hafen ist eine in sich geschlossene Anlage mit Läden, Lokalen und Bootsservice, kein Ortszentrum. Wer einkaufen, zum Arzt oder zur Schule will, fährt nach El Toro hinauf oder nach Santa Ponça. Der Ort selbst besteht aus Reihen- und Mehrfamilienhäusern am Hang, angrenzend liegt das Wohngebiet Son Ferrer weiter im Landesinneren.
Die Wohngebiete sind ganzjährig belegt, der Hafen ist es nicht: Außerhalb der Saison ist das Angebot am Wasser deutlich dünner. Das ist der übliche Unterschied im Südwesten zwischen dem Ort, in dem gewohnt wird, und der Kulisse davor.
- Bekannt für
- Port Adriano, den 2012 umgebauten Yachthafen mit Plätzen für sehr große Boote.
- Gut zu wissen
- Zwischen Ort und Hafen liegt ein steiles Stück — zu Fuß ist das kein Spaziergang, die meisten fahren. Und der Hafen ersetzt kein Ortszentrum: Supermarkt, Apotheke und Schule liegen oben in El Toro oder in Santa Ponça.
Santa Ponça
StadtDer größte Ortskern der Gemeinde Calvià, geteilt in Strandbereich unten und Villengebiet oben.
Santa Ponça ist der größte Ortskern der Gemeinde; die zuletzt veröffentlichte Zahl liegt bei knapp 12.000 Einwohnern (Stand 2021). Die Bucht ist langgezogen, in der Mitte liegt der Sandstrand, im Norden stehen fünf- und sechsgeschossige Hotels aus der Bauzeit der Siebziger.
Am 10. September 1229 landete Jaume I. hier und begann die Eroberung Mallorcas. Daran erinnert die Creu de la Conquesta über der Bucht, und Anfang September wird die Landung im Rahmen der Ortsfeste nachgestellt. Deutlich älter ist der archäologische Park Puig de sa Morisca mit Resten der Talaiot-Kultur, der seit 2002 zugänglich ist.
Oberhalb des Strandbereichs liegt Nova Santa Ponça: Einzelhäuser am Hang, mehrere Golfplätze, breite Straßen, kaum Fußgänger. Die beiden Teile haben wenig miteinander zu tun, und für Käufer ist das der entscheidende Unterschied im Ort.
- Bekannt für
- Die Creu de la Conquesta, die Golfplätze von Nova Santa Ponça und den Puig de sa Morisca.
- Gut zu wissen
- Wer Ruhe will, sollte nicht in der ersten Reihe am Strand suchen — dort ist es im Sommer abends laut. Im Winter ist der Strandbereich weitgehend geschlossen, während in Nova Santa Ponça oben weitergewohnt wird.
Calvià Vila und Es Capdellà
DorfDer Gemeindesitz und sein Nachbardorf im Landesinneren, die einzigen Orte in Calvià, die nicht für Gäste gebaut wurden.
Calvià Vila gibt der Gemeinde den Namen und beherbergt das Rathaus, hat aber nur 2.440 Einwohner (Padrón 2025) — ein Bruchteil dessen, was an der Küste wohnt. Das Dorf liegt rund sechs Kilometer Luftlinie hinter Santa Ponça auf einer Anhöhe, ohne Meerblick und ohne Hotel. Über dem Ort steht die Pfarrkirche Sant Joan Baptista.
Es Capdellà mit 1.053 Einwohnern (Padrón 2025) liegt wenige Kilometer weiter westlich am Fuß der Berge. Oberhalb des Dorfes liegt die gemeindeeigene Finca Galatzó, von der Wanderwege in die Serra abgehen; der Puig de Galatzó ist mit 1.027 Metern der auffälligste Gipfel der Gegend.
Für Käufer sind die beiden Dörfer die Gegenrechnung zur Küste: ältere Ortshäuser statt Anlagen mit Gemeinschaftspool, Nachbarn das ganze Jahr, dafür kein Wasser vor der Tür und ein kleines Angebot an Läden und Lokalen.
- Bekannt für
- Das Rathaus der Gemeinde Calvià und die Finca Galatzó als Zugang in die Berge.
- Gut zu wissen
- Die Gassen in beiden Ortskernen sind eng und öffentliche Stellplätze knapp: Bei einem Dorfhaus gehört die Frage nach Zufahrt und eigenem Stellplatz vor die Frage nach der Terrasse. Für den großen Einkauf und für den Strand fährt man an die Küste.
Peguera
StadtEin Ferienort, der als einer der wenigen im Südwesten auch im Winter arbeitet.
Peguera gehört zu Calvià und liegt zwischen Camp de Mar und Santa Ponça. Es gibt drei Strände — Platja Palmira, Platja de Tora und Platja de la Romana —, alle mit flachem Einstieg, weshalb hier viele Familien unterwegs sind. Seit die Ma-1 2007 bis Andratx fertig ist, läuft der Durchgangsverkehr nicht mehr mitten durch den Ort.
Der Bulevar, die Hauptachse parallel zum Wasser, wurde danach zum Fußgängerbereich umgebaut. Seit Herbst 2025 wird er erneut umgebaut; der erste Abschnitt ist seit Juni 2026 wieder frei, weitere folgen. Wer den Ort besucht oder dort eine Wohnung ansieht, trifft also abschnittsweise auf Absperrungen und Baustellenverkehr.
Das Angebot im Ort ist auf deutschsprachige Gäste ausgerichtet, bis hin zu einem deutschen Facharztzentrum. Das ist einer der Gründe, warum Peguera Überwinterer hält, während Magaluf und der Strandteil von Santa Ponça ab November zumachen. Wer Ruhe sucht, geht rund 15 Minuten zu Fuß nach Cala Fornells: Felsbucht, kleine Sandstücke, keine Hotelblöcke.
- Bekannt für
- Drei flache Sandstrände, den Fußgängerbulevar, Cala Fornells und deutschsprachige Überwinterer.
- Gut zu wissen
- Die Buslinie A11 fährt von Peguera direkt zum Flughafen; die Fahrpläne wechseln mit der Saison, also vor der Fahrt prüfen. Im Sommer ist Peguera eine dicht belegte Ferienstadt mit wenig Eigenleben — wer ganzjährig hier wohnen will, sollte den Ort einmal im August gesehen haben.
Camp de Mar
StrandEine geschlossene Bucht mit 219 gemeldeten Einwohnern und einem Restaurant auf einer Felseninsel.
Camp de Mar gehört zu Andratx, liegt unter dem Cap Andritxol zwischen Andratx und Peguera und war von Anfang an als Ferienort gebaut. Gemeldet sind 219 Einwohner (Padrón 2025) — im Sommer ist ein Vielfaches davon im Ort.
Das Bild bestimmt die Bucht: heller Sand, ruhiges Wasser, ein Holzsteg zu einer kleinen Felseninsel, auf der das Restaurant Illeta steht. Der Strand wurde wiederholt mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, die jedes Jahr neu vergeben wird. Unter Wasser wechseln sich Sand und Fels ab, was zum Schnorcheln taugt. Prägend sind zwei große Hotels, drumherum Wohnhäuser, eine Promenade und eine Handvoll Lokale; oberhalb liegt der Golfplatz Golf de Andratx.
Der Ort hat keine Durchgangsstraße, alles kommt über eine Zufahrt. Das macht ihn ruhig und im Sommer eng.
- Bekannt für
- Den Steg zur Insel mit dem Restaurant, die Sandbucht und den Golf de Andratx.
- Gut zu wissen
- Die Bucht ist klein und im Juli und August früh voll; weil es keine Durchfahrt gibt, sind die Parkplätze schnell weg. Außerhalb der Hotelsaison ist sehr wenig offen — wer ganzjährig hier wohnen will, sollte einkalkulieren, dass er für jeden Einkauf nach Peguera oder Andratx fährt.
Andratx
StadtDie Stadt drei Kilometer hinter dem Hafen, in der die Gemeinde ihre Ämter, Ärzte und ihren Wochenmarkt hat.
Rund 6.900 Menschen wohnen im Hauptort, der am Fuß des Bergs liegt und von der Hauptstraße aus kein Meer sieht. Der Wochenmarkt findet seit 1970 jeden Mittwochvormittag rund um den Paseo de Son Mas statt, mit etwa 200 Ständen, und er läuft das ganze Jahr, auch im Januar.
Im Ortsteil Sa Coma sitzt das CCA Andratx, ein 2001 von Jacob und Patricia Asbaek gegründetes Zentrum für zeitgenössische Kunst mit wechselnden Ausstellungen, Ateliers und einem Café. Von den Wehrtürmen aus dem 16. Jahrhundert, die gegen Korsaren gebaut wurden, stehen noch mehrere in und um den Ort.
Die Gassen im Kern sind eng und steil, das Parken entsprechend. Andratx ist der Ort in der Gemeinde, an dem sichtbar wird, wie sie außerhalb der Saison funktioniert: Schulen, Ärzte, Banken und Werkstätten liegen hier und nicht am Hafen.
- Bekannt für
- Den Wochenmarkt am Mittwoch, das CCA Andratx und die Wehrtürme aus dem 16. Jahrhundert.
- Gut zu wissen
- Mittwochvormittag ist der Ort dicht — wer nur durchfahren will, nimmt einen anderen Tag. Das CCA öffnet dienstags bis samstags, sonntags und montags ist geschlossen; Kinder und in Andratx gemeldete Einwohner zahlen keinen Eintritt, Senioren und Studenten einen ermäßigten. Das Café im Haus schließt eine Stunde vor dem Museum, Führungen gibt es nur mit Voranmeldung und ab einer Mindestzahl von Teilnehmern. Zeiten und Preise vor dem Besuch auf der Seite des Hauses nachsehen.
Port d'Andratx
HafenortEin Fischerhafen, aus dem ein Yachthafen wurde, ohne dass der alte Teil ganz verschwunden ist.
Der Ort liegt in einem natürlichen Hafenbecken; die Einwohnerzahl wird je nach Quelle und Jahrgang zwischen rund 2.600 und 3.000 angegeben. Der Club de Vela d'Andratx hat rund 500 Liegeplätze, und die Llotja, die Fischauktionshalle, steht nicht nur da, sondern arbeitet.
Der alte Ortskern liegt an der Ostseite, die Villen ziehen sich an den Hängen der Westseite hoch Richtung Cala Llamp und Cala Moragues. Abends konzentriert sich alles auf die Promenade, tagsüber ist der Ort ruhiger, als sein Ruf vermuten lässt. Vom Hafen führt ein Weg hinaus zum Leuchtturm.
Zwischen November und März hat ein erheblicher Teil der Lokale geschlossen. Der Ort bleibt bewohnt, aber die Auswahl schrumpft deutlich — wer hier ganzjährig leben will, fährt für vieles nach Andratx hinauf.
- Bekannt für
- Den Yachthafen mit dem Club de Vela, die Fischauktionshalle Llotja und die Hanglagen Richtung Cala Llamp.
- Gut zu wissen
- Parken am Hafen ist im Sommer mühsam, die Plätze an der Promenade sind ab Mittag weg. Cala Llamp liegt zwei Kilometer weiter; dort ist der Parkraum knapp und die Regelung wechselt, also auf die Beschilderung achten. Ein Sandstrand ist es nicht, sondern Fels mit Leitern ins Wasser.

Boote im Hafen von Port d'AndratxFoto: Raymond Petrik · Pexels Sant Elm
DorfDas letzte Dorf im Westen; die Straße endet hier und geht nicht weiter.
Gemeldet sind 369 Einwohner, ganzjährig leben etwa 200 Menschen hier. Es gibt im Wesentlichen eine Straße, einen Strand und den Blick auf zwei Inseln: Es Pantaleu rund 300 Meter vor der Küste und dahinter Sa Dragonera.
Von hier starten die Boote zur Dracheninsel und der Aufstieg zur Klosterruine La Trapa, die französische Trappisten 1810 gründeten und die nach vierzehn Jahren per Dekret geschlossen wurde. Der Weg hinauf ist steiler und länger, als er auf der Karte aussieht, und im Sommer schattenlos.
Das Dorf ist klein genug, dass man es in zwanzig Minuten abgelaufen hat, und liegt weit genug ab, dass im Winter kaum etwas geöffnet ist. Wer Ruhe sucht, findet sie hier von November bis März verlässlich; wer Versorgung braucht, fährt nach Andratx.
- Bekannt für
- Den Bootsanleger nach Sa Dragonera, die Wanderung zur Klosterruine La Trapa und den Blick auf Es Pantaleu.
- Gut zu wissen
- Im Sommer herrscht Parkchaos, weil alles über die eine Zufahrt kommt; am Strand gibt es einen bewachten, kostenpflichtigen Parkplatz — früh da sein lohnt sich. Die Ma-1030 ab s'Arracó ist rund fünf Kilometer lang und braucht acht bis zehn Minuten; sie ist eng gekurvt, Busse und Wohnmobile tun sich schwer. Das Mallorca Magazin nannte sie im Mai 2026 die meistgehasste Straße der Insel — ob der Belag seither ausgebessert wurde, ist nicht belegt.

Felsküste bei Sant ElmFoto: David Vives · Pexels Sa Dragonera
NaturEine unbewohnte Insel, auf der 1974 fast eine Ferienstadt gebaut worden wäre.
Die Insel misst 2,88 Quadratkilometer, ist 4,2 Kilometer lang und bis zu 900 Meter breit; höchster Punkt ist die Na Pòpia mit 353 Metern. 1974 lagen Pläne für 1.200 Ferienhäuser, einen Yachthafen und Casinos auf dem Tisch. Nach Besetzungen und einem jahrelangen Rechtsstreit kam 1984 das Bauverbot, 1987 kaufte die öffentliche Hand die Insel, seit 1995 ist sie Naturpark.
Zwei Leuchttürme von 1910 stehen noch, Far de Tramuntana und Far de Llebeig. Auf der Insel lebt eine endemische Eidechsenunterart, Podarcis lilfordi giglioli, dazu brüten hier rund 400 Paare des Balearensturmtauchers. Vom Naturhafen Cala Lladó gehen vier markierte Wege ab, der längste hinauf zur Na Pòpia.
Die Überfahrt ab Sant Elm dauert rund 15 Minuten. Sie ist der einzige Zugang; auf der Insel gibt es keine Straße, keinen Strand im üblichen Sinn und keine Versorgung.
- Bekannt für
- Den Naturpark seit 1995, die Eidechsen und Sturmtaucher und die 1974 verhinderte Bebauung.
- Gut zu wissen
- Auf der Insel gibt es keinen Laden, kein Restaurant und keine Übernachtung — Wasser und Essen mitnehmen, Schatten ist auf den Wegen knapp. Die Boote ab Sant Elm fahren nur saisonal, und die Anbieter geben den Saisonbeginn unterschiedlich an; vor der Anfahrt nachfragen. Der Park hat feste Öffnungszeiten, die im Winter deutlich kürzer sind als im Sommer. Gruppen von mehr als zehn Personen brauchen vorab die Genehmigung der Parkverwaltung beim Consell de Mallorca; eine Gruppe von genau zehn Personen darf ohne Anmeldung übersetzen.

Die Insel Sa Dragonera vor der Küste bei Sant ElmFoto: David Vives · Pexels
Kaufen im Südwesten: zwei Gemeinden, zwei Logiken
Calvià ist nach Einwohnern die zweitgrößte Gemeinde der Insel und durchgehend bebaut, mit klar getrennten Zonen: Illetes, Cas Català, Bendinat, Costa d'en Blanes und Portals Nous als palmanahe Wohnlagen mit vielen Anlagen mit Gemeinschaftspool und Golfnähe; Nova Santa Ponça und El Toro als Villen- und Reihenhausgebiete am Hang; Peguera, Palmanova, Magaluf und der Strandteil von Santa Ponça als Apartmentbebauung aus der Hotelzeit; dazu Calvià Vila und Es Capdellà als Dorfkerne im Landesinneren. Andratx ist kleiner und knapper bebaut: Hanglagen mit Einzelhäusern über Port d'Andratx, Cala Llamp und Cala Moragues, der gewachsene Ortskern von Andratx-Stadt, dazu die kleinen Einheiten in Camp de Mar und Sant Elm.
Der Anteil ausländischer Käufer ist hoch und belegt: Nach Zahlen des balearischen Observatori de l'Habitatge, vorgestellt im November 2025, entfallen in Andratx und Calvià über 60 Prozent der Immobilienkäufe auf ausländische Käufer, Deutsche vor Briten und Italienern. Wer mit Einnahmen aus Ferienvermietung kalkuliert, muss dagegen die Lizenzlage prüfen, bevor er kauft, nicht danach: Die Zahl der Plätze ist gedeckelt, Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind in weiten Teilen von der touristischen Vermietung ausgeschlossen, die Eigentümergemeinschaft muss zustimmen, und die Regeln ändern sich häufiger als die Exposés. Verlassen Sie sich in Calvià und Andratx nicht auf die Auskunft des Verkäufers, sondern auf den dokumentierten Lizenzstatus der konkreten Immobilie.
Drei Dinge fallen in dieser Region regelmäßig auf. Erstens die Hanglagen: Über Port d'Andratx, in Nova Santa Ponça und über Illetes gehören die Fragen nach verbleibendem Baurecht, nach der Zufahrt — private Stichstraßen und Wegerechte sind hier verbreitet — und nach dem Anschluss an Wasser und Abwasser vor die Frage nach der Aussicht. Zweitens der Lärm: Die Ma-1 verläuft dicht hinter den palmanahen Orten, in Magaluf und am Strand von Santa Ponça ist es im Sommer nachts laut, und in den Häfen verlagert sich das Leben abends auf die Promenade; besichtigen Sie zweimal, einmal vormittags und einmal an einem Abend in der Saison. Drittens die Ganzjahresfrage, die im Südwesten mehr über eine Adresse aussagt als jedes andere Kriterium: Eine Wohnung in Bendinat, Portals Nous oder Illetes hat im Februar eine funktionierende Nachbarschaft, eine in Camp de Mar oder Magaluf nicht. Preise nenne ich hier bewusst keine: Öffentlich verfügbar sind Angebotspreis-Indizes von Portalen und Maklern, keine notariellen Kaufpreise je Ort. Belastbare Zahlen gehören in das Gespräch über eine konkrete Immobilie.
Objekte ansehenFrage stellenSuchanfrage anlegenWoher die Angaben stammen
- Consell de Mallorca, Parkverwaltung Naturpark Sa Dragonera
- Centre Cultural Andratx (CCA), Besucherinformation
- Ajuntament de Calvià, Verzeichnis der Ortskerne
- Padrón municipal 2025, ausgewertet über citypopulation.de
- Observatori de l'Habitatge de les Illes Balears, Bericht November 2025
- Mallorca Magazin, Berichte 2025 und 2026
- Wikipedia, deutsche, katalanische und englische Ausgabe
- OpenStreetMap / Nominatim für die Koordinaten
- Eigene Ortskenntnis, Marco Lohmann
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- David Vives
- Raymond Petrik
- Wolfgang Weiser
Öffnungszeiten, Zufahrtsregeln und Buslinien ändern sich. Der Guide nennt sie nur dort, wo sie belegt sind, und sagt sonst, worauf zu achten ist. Stand dieser Seite: 24.09.2026. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreiben Sie mir.